Die Gründung Singapurs (Geschichte Singapurs 1)

Singapur
Cricket-Club, Singapur.

Die Geschichte des modernen Singapurs begann vor knapp 200 Jahren. Sir Stamford Raffles, der im Auftrag der englischen Ostindien-Kompanie in Asien tätig war, handelte am 30. Januar 1819 ein Siedlungsrecht mit dem lokalen Herrscher aus. Die Engländer übernahmen das Gebiet und begannen mit dem Ausbau des Stützpunktes.

Vor dem Eintreffen der Briten war die Insel kaum bewohnt und mit tropischem Regenwald überzogen. Schätzungen gehen von ungefähr eintausend Einwohnern aus. Sie gehörten zu den Orang Laut, einem malayischen Seefahrervolk, dass dementsprechend stark auf das Meer ausgerichtet war und bei denen die Kultivierung des Landesinneren nur eine geringe Rolle spielte.

Auf der Insel fanden die Engländer Spuren einer früheren Kultur aus dem 14. Jahrhundert. In alten Zeiten wurde die Siedlung Temasek genannt, später Singapur. 

Mit einem Angriff der Thais im Jahre 1398 endet die frühe Periode der Geschichte Singapurs und die Insel geriet aus dem Blickfeld der politischen Mächte. Doch die geografische Lage sollte die Region in der Neuzeit wieder interessant machen. Sie ist ein potenzieller Verbindungspunkt der Seerouten von Europa und Indien nach Japan und China.

Die Insel liegt im äußersten Süden des malaysischen Festlandes. Die westlich davon gelegene Meeresstraße von Malakka war für den europäischen Seehandel seit dem 16. Jahrhundert strategisch wichtig. Im Südosten befindet sich der indonesische Archipel, mit begehrten Naturprodukten, wie dem Pfeffer.

Im 18. Jahrhundert wetteiferten vor allem die beiden großen Handelsgesellschaften die „British East India Company“ (EIC) und die niederländische „Vereenigde Oostindische Compagnie“ (VOC) um die Vorherrschaft in den südostasiatischen Handelsräumen. Aufgrund der Besetzung der Niederlande durch Napoleon verlor die VOC an Kraft den Engländern entgegen zu treten. Sie mussten die Gründung Singapurs akzeptieren und zogen sich aus Malaysia zurück.

Die Insel sollte den Engländern als Handelsstützpunkt dienen und war strikt darauf ausgerichtet. Es gab anfangs kein Hinterland, das Produkte und Lebensmittel liefern konnte. Die Nahrungsversorgung war zusätzlich erschwert, da die Topografie und die Regenverteilung für den Reisanbau hinderlich waren. Das bedeutete für die wachsende Siedlung, dass Nahrungsmittel importiert werden mussten.

Um die Attraktivität des Hafens zu erhöhen, wurde ein „free port status“ gewährt. Singapur wurde schnell zu einem wichtigen Handelsplatz und lockte Schiffe der anderen europäischen Mächte und chinesischen Dschunken an.

Es wurde nicht nur interkontinentaler Handel abgewickelt, sondern auch regionaler. Eine Vielzahl von Kaufleuten traf sich in der Hafenstadt – ob aus Siam oder Indonesien oder vom malayischen Seefahrervolk der Bugis. Singapur wurde schnell zu einem wichtigen Warenumtauschplatz: 1820/21 wurden ca. 98.000 Tonnen an Gütern umgeschlagen, 1865/66 waren es ca. 1.530.000 Tonnen.

Sir Raffles führte von Beginn an stadtplanerische Maßnahmen durch, um den optimalen Erfolg der Siedlung zu gewährleisten.

Raffles-Statue
Raffles-Statue. Wikimedia Commons, Calvin Teo.

Der Fluss nahm eine besondere Rolle ein, da er optimal geeignet war, den Güterstrom abzuwickeln. Ein Großteil der Handelswaren bestand aus sperrigen, günstigen Gütern, die von großen Schiffen an die Küste Singapurs geliefert wurden. Dort übernahmen kleine Transportschiffe die Waren und brachten sie durch die geschützten Gewässer des Flusses zu den Abnehmern, die die Waren weiterbearbeiteten, umverpackten und wieder exportierten. Dieser Lieferablauf war für die Planungen von Raffles von zentraler Bedeutung.

Der zweite wichtige Punkt in der Stadtplanung war das Mittel der ethnischen Segregation. Er teilte das Gebiet rund um den Fluss in vier Zonen:  Das nördliche Flussufer, mit dem gut zu verteidigenden Hügel, wurde zur administrativen Zone erklärt. Das südliche Flussufer, direkt neben dem Hafen, wurde den europäischen Händlern zugeteilt. Gleich daneben fanden sich die chinesischen Kaufleute. Die indischen Arbeiter und Händler mussten mit dem am weitesten vom Hafen gelegenen Flussufer vorlieb nehmen.

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Hier geht’s zu Teil 2 der Geschichte Singapurs: Lebensbedingungen des Prekariats in Singapur im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts

 



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Die “frühen Reiche” in Myanmar (Geschichte Myanmars 2)

In den Jahrhunderten vor der Zeitenwende befand sich Myanmar in einem kulturellen Umbruch. Dörfer wuchsen zu befestigten Städten heran, die von Mauern aus gebrannten Ziegeln geschützt wurden. Die Gesellschaft wurde komplexer, die Landwirtschaft produktiver.

Über die frühen Reiche ist wenig bekannt. Die Mon waren in dieser Zeit die wichtigste Macht in der Region. Nach chinesischen und indischen Quellen kann das Siedlungsgebiet der Mon auf das Gebiet zwischen den heutigen Städten Moulmein and Pegu, an der Ostküste der Andamanensee, bestimmt werden. Die Hauptstadt war Thaton, eine geschäftige Hafenstadt, die Handel bis nach Südindien betrieb.

Viele Legenden ranken sich um den Ort: Er soll zu Lebzeiten Buddhas im 5. Jahrhundert v. u. Z. von König Siharaja gegründet worden sein. Die Gründung war der Beginn des ersten Königreiches der Mon, das Suvarnabhumi („Land des Goldes“) genannt wurde. Zweihundert Jahre später sollen in Thaton die Abgesandten des indischen Kaisers Ashoka gelandet sein, die den Theravada-Buddhismus nach Südostasien brachten.

Die indische Kultur wurde in Myanmar mit Interesse aufgenommen. Nicht nur die Mon, auch die Pyu übernahmen diese neuen Ideen, die sich mit den alten Sitten mischten. Neben dem Animismus der prähistorischen Zeit traten nun verschiedene Ausprägungen des Hinduismus und des Buddhismus. Schließlich setzte sich der Theravada-Buddhismus durch, der bis in die heutige Zeit die vorherrschende Glaubensrichtung in Myanmar ist (siehe Kapitel „Religion“).

Die indischen Leitbilder reichten sogar in die Stadtplanung. Um weltlichen Wohlstand zu gewährleisten, musste die Stadt nach den Göttern ausgerichtet werden. Typisch für diese Epoche war eine Vorliebe für das Ovale: Als Grundflächen wurden gerne abgerundete Rechtecke genutzt, Mauern waren rundlich und Tore elliptisch.

Mitte des 3. Jahrhunderts gerieten die Mon unter dem Einfluss von Funan, dem von Vietnam aus gelenkten Großreich. Diese Phase währte ungefähr 300 Jahre, bis Funan schwächer wurde und zerfiel. Die Mon-Stämme erlangten Unabhängigkeit und gründeten das Dvaravati-Reich, dessen Kernland das zentrale Thailand war. Dieser Zusammenschluss sollte ca. fünf Jahrhunderte bestehen bleiben.

Das zweite aufstrebende Volk in Myanmar waren die Pyu. Deren ersten Städte entstanden zwischen 400 v. u. Z. und dem 1. Jahrhundert. Über die Pyu ist wenig bekannt; sie hinterließen kaum schriftliche Zeugnisse. Die Forschung kann nur auf einige Steininschriften und auf die Aufzeichnungen der chinesischen Hofschreiber zurückgreifen.

Ab dem 5. Jahrhundert verließen die Bamar ihre angestammten Gebiete und wanderten am Ayeyarwaddy entlang in Richtung Süden. Sie übernahmen nach und nach Gebiete der Pyu, die durch Invasionen geschwächt waren. Der härteste Schlag traf die Pyu 823 bis 825: Angreifer aus dem chinesischen Yunnan besetzten die Hauptstadt Halin, nahmen 3.000 Menschen gefangen und sorgten für Chaos. Die Pyu waren nicht in der Lage, sich davon zu erholen; die Bamar konnten ungehindert auf ihr Gebiet vordringen und 849 die Stadt Bagan einnehmen.

Die Lebensweise der Eroberer änderte sich durch den Kontakt zu den Pyu. Sie lernten die buddhistische Religion und fortschrittliche Ackerbau-Techniken kennen.

Literatur:

Topich, William J.; Leitlich, Keith A.: The History of Myanmar. Santa Barbara, 2013.

Frasch, Tilman: Pagan – Stadt und Staat. Stuttgart, 1995.

http://www.seasite.niu.edu/burmese/cooler/Chapter_1/Chapter_2.html

 

Geschichte Myanmars, Teil 1: Frühgeschichte Myanmars
Geschichte Myanmars, Teil 3: Aufstieg und Fall Bagans


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Mouhot in Angkor

Ta Phrom
Die Tempelanlage Ta Prohm in Angkor besitzt einen besonderen Charme. Während bei den anderen Haupttempeln die Natur zurechtgestutzt wurde, kann man hier erleben, wie der Urwald sich seinen Lebensraum zurückholte. Dicke Wurzeln überwuchern die Gemäuer und Bäume wachsen kreuz und quer. Es entsteht der Eindruck, die Anlage wäre frisch entdeckt!

Ab dem 13. Jahrhundert befand sich das Reich der Khmer in einem langwierigem Niedergang. Damit geriet auch die alte Metropole Angkor, die in ihrer Hochphase eine der größten Städte der Welt war, aus dem Fokus.

Die vermeintliche Wiederentdeckung der Ruinen von Angkor im 19. Jahrhundert wurde dem Franzosen Mouhot zugeschrieben. Allerdings entspricht das nicht den Gegebenheiten und auch er selbst hat dies nie für sich in Anspruch genommen. 

1858 segelte der 31-jährige Franzose Mouhot von London nach Bangkok, um von dort aus einige Expeditionen in das Landesinnere zu starten. Er bereiste Thailand, Kambodscha und Laos. Auf seiner Route lagen archäologische Stätten, wie Ayutthaya und eben die Ruinen von Angkor.

Die Vorstellung, dass seine Expeditionstruppe sich den Weg in die alte Khmer-Metropole mit Macheten frei  schlagen musste, ist aber falsch. Die Stadt war nicht verschollen. Als er 1860 die Ruinen betrat, war er noch nicht einmal der erste Europäer, der die Anlage besichtigen konnte. Aber es waren seine überschwänglichen Beschreibungen dieser historischen Stätte, die in Europa das Interesse an Angkor erweckten. Den Erfolg seiner Schriften konnte Mouhot nicht mehr erleben, denn er starb 1861 in Laos an Fieber. Seine Reiseaufzeichnungen wurden erst posthum in Europa veröffentlicht.

Das Reisejournal lässt sich kostenlos in englischer Sprache hier finden.

 


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Theravada-Buddhismus in Thailand

Mönch am Marmortempel in Bangkok
Mönch am Marmortempel in Bangkok

 Nach den modernen Berechnungen zu den Chroniken Ashokas lebte der buddhistische Religionsstifter Siddhartha Gautama, der Buddha (Sanskrit: „der Erwachte“) genannt wurde, von 563 bis 483 v. u. Z.. Diese Daten weichen von der klassischen buddhistischen Zeitrechnung ab und sollten nur als grober Anhaltspunkt genutzt werden.

Die Lehren des Buddhas sind, ähnlich wie die anderer Religionsgründer, auf unterschiedlicher Weise auslegbar. Es entstanden kontroverse inhaltliche Diskussionen und es bildeten sich nach und nach verschiedene Linien des Buddhismus heraus. Diese vielen Interpretationen lassen sich in zwei große Gruppen einteilen: Hinayana-Anhänger glauben, dass die Erlösung nur durch eigene Kraft erfolgen kann und Mahayana-Anhänger gestatten die Hilfe durch Andere.

In Siam wurde eine besonders strenge Form des Hinayana-Buddhismus eingeführt. Die Lehre der Alten: Theravada. Die Anhänger sind darauf bedacht, möglichst genau an den traditionellen Überlieferungen festzuhalten.

Die Grundsätze des Glaubens erklärt Buddha in seiner ersten öffentlichen Predigt:

„Dies, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit vom Leiden: Geburt ist leidvoll, Altern ist leidvoll, Krankheit ist leidvoll, Sterben ist leidvoll. Mit Unlieben vereint, von Lieben getrennt zu sein ist leidvoll. Etwas, das man sich wünscht, nicht zu erlangen, ist leidvoll […]

Es ist der Durst, der zur Wiedergeburt führt, begleitet von der Freude und Leidenschaft, hier und dort auch mit Freude verbunden, der Durst nach Sinngenuß, der Durst nach Werden und der Durst nach Entwerden.

Dies ihr Mönche ist die edle Wahrheit von dem Vergehen des Leiden: jenes Vergehen durch das restlose Aufgeben der Leidenschaft; die Entsagung, das Sich-Entäußern, das Sich-Loslösen, das Sich-Befreien von dem Durst.“

Das Leben bietet viel Leid, doch der Tod ist keine Erlösung. Die Theravada-Buddhisten glauben an einem Kreislauf der Wiedergeburt. Mit dem Erlöschen des einen Lebens wird das nächste angestoßen.

Es gibt verschiedene Existenzformen: Devas (übernatürliche, sterbliche Wesen), Menschen, Geister, Tiere, Höllenwesen. Durch das Tun im aktuellen Dasein wird die Existenzform des nachfolgenden Lebens bestimmt. Das Ziel eines Wesen sollte es sein, aus diesem Kreislauf der Reinkarnation auszusteigen.

Der Weg dorthin führt über den Achtfachen Pfad und besteht aus der rechten Ansicht, dem rechten Entschluss, der rechten Rede, dem rechten Verhalten, der rechten Lebensführung, der rechten Anstrengung, der rechten Achtsamkeit und der rechten Meditation.

Für das praktische Leben kann der Achtfache Pfad in fünf Tugendregeln zusammen gefasst werden:

– Töte nicht!
– Stehle nicht!
– Gib dich nicht sexuellen Kontakten hin, die für dich oder für andere schädlich sein könnten!
– Lüge nicht!
– Halte dich von Betäubung durch Drogen und Alkohol fern!

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Niederländische Intervention und Massenselbstmord in Süd-Bali

Puputan-Denkmal in Denpasar
Puputan-Denkmal in Denpasar

Im 19. Jahrhundert erweiterten die Niederländer ihren Einfluss in Indonesien und verdrängten nach und nach die Portugiesen aus der Region. Die ersten Übergriffe der Niederländer in Bali begannen 1846. In den darauffolgenden Jahren konnten sie die komplette Kontrolle über den nördlichen Teil der Insel erlangen. 

Im Süden hingegen konnten sich die drei Königreiche Tabanan, Badung and Klungkung ihre Unabhängigkeit weitere 60 Jahre bewahren. Ein Konflikt um das Plünderrecht brachte schließlich ihr Ende. Nach alter Tradition war es den balinesischen Herrschern gestattet, Schiffswracks an ihren Küsten zu plündern. Im Mai 1904 machte der Raja von Badung von diesem Recht Gebrauch, als ein chinesischer Schoner vor Sanur auf ein Riff auflief. Die Holländer verlangten daraufhin Kompensation, doch der Raja lehnte ab und erhielt Unterstützung von Tabanan und Klungkung. 

Die Niederländer reagierten darauf zunächst mit einer Seeblockade und im September 1906 schließlich mit einer Invasion. Als sie mit ihrer überlegenen Streitmacht in Denpasar einmarschierten, wurden sie Zeuge eines Puputan – ein Ritual des Massenselbstmords. Aus dem Palast zog eine Prozession, angeführt von dem Raja, Priestern und Angehörigen der Herrscherfamilie. Der Raja wurde auf einer Sänfte getragen und war in den traditionellen, weißen Bestattungsgewändern gekleidet. Er stieg von der Sänfte und gab ein Zeichen, worauf ein Priester ihm einen Dolch in die Brust stieß. Die anderen Teilnehmer der Prozession töteten sich und andere. 

Die Niederländer wurden mit Speer- und Lanzenangriffen, sowie einem verirrten Schuss, attackiert, woraufhin sie mit eigenem Gewehrkugeln antworteten. 

So lautet zumindest eine Version der Geschichte. Doch der genaue Hergang des Geschehens ist nicht eindeutig feststellbar. Anderen Berichten zufolge eröffneten die Europäer sofort das Feuer als die Prozession aus dem Palasttor zog.

Unumstritten ist, dass an diesem Tag viele Menschen ihr Leben verloren. Schätzungen gehen von ca. 1000 Toten aus.

Tabanan wurde als nächstes attackiert. Der Raja und sein Sohn, die auf der Flucht gefangen wurden, töteten sich im Gefängnis selbst. 1908 marschierten die Niederländer in Klungkung ein und machten eine ähnliche Erfahrung wie zwei Jahre zuvor: der Herrscher zog mit einer 200 Mann starken Prozession ihnen entgegen, um den Puputan zu vollziehen.

Heute gilt das Geschehen von 1906 als ein Akt des Widerstandes. Ein Denkmal in Denpasar soll an das Ereignis erinnern.

 

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Ethnien in Myanmar

Die Bamar (auch: Birmanen)

Die Bamar stammen ursprünglich aus Zentralchina. Mit der Einnahme Bagans Mitte des 9. Jahrhunderts festigten sie ihre Stellung in Myanmar. Von den Mon übernahmen sie den Theravada-Buddhismus. Sie sind mit rund 50 Millionen Angehörigen die größte und einflussreichste Ethnie der tibeto-birmanischen Sprachgruppe.

Die Chin

Die Chin sind ebenfalls der tibeto-birmanischen Sprachgruppe zugehörig und bewohnen den Westen des Landes, im nördlichen Teil des Rakhine-Gebirges. Sie werden in zwei Gruppen unterteilt. Die Meitei sind Hinduisten und leben in einem Kastensystem. Die Kuki-Chin sind religiös divers: es gibt Hinduisten, Buddhisten und Christen unter ihnen. Sie sind Viehzüchter und Brandrodungsbauern.

Die Rakhine

Die rund zwei Millionen Rakhine (Arakanesen) sind mehrheitlich Buddhisten und leben im Westen Myanmars. Das Verhältnis zu den Bamar ist seit langer Zeit gespannt. Ihre einflussreichste Zeit erlebten die Rakhine ab 1430: die Mrauk-U-Dynastie stieg mit der gleichnamigen Hauptstadt für ungefähr 350 Jahre zu einer regionalen Macht auf.  1785 konnten die Bamar Mrauk-U einnehmen. Einige Jahre versuchten die Rakhine sich gegen die Eindringlinge zu wehren, doch durch den Einmarsch der Briten 1826 wurde die Unabhängigkeit unerreichbar.

Mrauk-U
Mrauk-U. Wikimedia Commons, Go-Myanmar.

Die Kachin

Die Bezeichnung Kachin ist ein Sammelbegriff für die Angehörigen verschiedener Volksgruppen; zu ihnen gehören Jinghpaw, Lashi, Lisu, Maru und  Rawang. Sie zählen zum tibeto-birmanischen Sprachzweig. Die Kachin sind erst spät nach Myanmar eingewandert. Heute siedeln ca. 600.000 von ihnen in der nördlichen Grenzregion; der weitaus größere Teil, ungefähr 3 Millionen, leben in Indien und China. Ihr Gebiet ist reich an Rohstoffen – die wertvollsten sind Gold und Jade.

Die Kachin leisteten dem britischen Kolonialheer harten Widerstand, doch arrangierten sie sich mit der späteren Besatzung. Viele von ihnen konvertierten zum Christentum. Im 2. Weltkrieg wurde die britische Armee von Kachin unterstützt. Während dieser Zeit entstanden nationalistische Tendenzen, die im unabhängigen Myanmar für Spannungen sorgten. Die Kachin gehörten zu den unerbittlichsten Gegnern der Zentralregierung in Yangon.

Die Naga

Das Hauptsiedlungsgebiet der Naga befindet sich im Nordwesten des Landes und erstreckt sich bis nach Indien. Ungefähr 80 % der 3 Millionen Volkszugehörigen leben auf dem Gebiet Myanmars. Sie sind geprägt von animistischen Glaubensvorstellungen, doch sind viele von ihnen zum Christentum konvertiert.

Seit den 1950er-Jahren formierte sich unter ihnen eine Unabhängigkeitsbewegung, die sowohl gegen Regierungstruppen aus Indien als auch aus Myanmar kämpfte.

Die Intha

Auf und um den Inle-See herum leben die Intha. Ihre 70.000 Angehörigen wohnen in ungefähr zweihundert Dörfern, die teilweise nur mit dem Boot erreichbar sind.

Die Lebensweise ist eng mit dem See verwoben: schwimmende Gärten werden zum Obst- und Früchteanbau genutzt und die Fischerei rundet den Speiseplan ab. Eine Besonderheit ist ihre Art zu Rudern – sie stehen auf einem Bein und nutzen das andere um das Paddel zu bewegen.

Inle-See
Paddeln am Inle-See. Wikimedia Commons, Thomas Schoch.

 Die Shan

Die ungefähr 4 Millionen Angehörigen der Shan besiedeln das nach ihnen benannte Hochland im Osten Myanmars. Sie sind von Süd- und Mittel-China eingewandert und gehören der Tai-Volksgruppe an. Mehrheitlich sind sie Buddhisten. Die gesellschaftliche Gliederung ist streng hierarchisch. Das zeigt sich auch am Ehrentitel der Fürsten, die „sawbwa“ (myanm. „Herren des Himmels“) genannt wurden. Die britische Kolonialregierung beließ die Herrschaftsstrukturen der Shan und kooperierte mit ihnen. Mit der Unabhängigkeit versuchte die Regierung in Yangon die „Herren des Himmels“ zu entmachten und löste damit heftigen Widerstand aus.

Die Karen

Die Karen sind nach den Bamar die größte Bevölkerungsgruppe Myanmars und zählen knapp über 4 Millionen Menschen. Ursprünglich bewohnten sie das Ayeyarwaddy-Delta, wurden aber von den Bamar nach Osten in die Gebirgsregion verdrängt. Vermutlich waren die Karen ursprünglich matriarchalisch organisiert, doch heute ist von diesen Sitten nicht mehr viel geblieben. Als die Briten Myanmar besetzten, fanden sie die Karen sehr eigenständig vor. Auch hier verzichtete die Kolonialmacht auf große Eingriffe und gewann dadurch einen Verbündeten gegen die Bamar. Durch die engen Kontakte zu den Europäern, nahmen in erster Linie hochstehende Karen den christlichen Glauben an. Die Mehrheit des Volkes blieb buddhistisch.

Die Kayah sind ein kleines Volk, dass südlich des Shan-Staates siedelt. Sie sind mit den Karen verwandt und werden aufgrund ihrer roten Kleidung auch als „Rote Karen“ (myanm. „Karenni“) bezeichnet. Durch eine besondere Tradition haben die Kayah weltweit Bekanntheit erlangt: Die Frauen tragen schwere Kupfer- und Messingringe um den Hals, der dadurch gedehnt wird. Allerdings steht dieser Brauch in der Kritik, da die Trägerinnen nicht zu einer Touristenattraktion werden möchten. 

Karen-Frau
Frau aus dem Karen-Stamm. Wikimedia Commons, Peter van der Sluijs.


Die Mon

Im Südosten siedeln die Mon, das älteste Kulturvolk in Myanmar. Sie sind mit den Khmer in Kambodscha verwandt und übernahmen früh den Buddhismus. Aufgrund des über 1000 Jahre anhaltenden Konkurrenzkampfes mit den Bamar, haben sich die beiden Völker bei den wechselseitigen Militärzügen gut durchmischt. Heute gibt es noch ca. 500.000 Menschen, die sich auf die Identität als Mon berufen.

Die Wa

Die ca. 300.000 Wa sind mit den Mon verwandt und leben im Nordosten des Landes, neben den Shan. Sie waren ursprünglich berüchtigte Kopfgeldjäger. Die Frauen sollten durch Tätowierungen als Kriegsbeute unattraktiv gemacht werden. Zu Zeiten des unabhängigen Myanmar leisteten die Wa vor allem in den kommunistischen Gruppen Widerstand. Ihre guten Kontakte zu China nutzen sie in den letzten Jahren, um im lukrativen Opiumhandel aktiv zu werden.

Die Rohingya

Im Norden des Bundesstaates Rakhine, an der Grenze zu Bangladesch, siedeln die Rohingya, eine ca. 1.400.000 Menschen zählende Ethnie. Sie betrachten sich als Ureinwohner der Rakhine-Region, die vor etwa 1.000 Jahren islamisiert wurde. Ihre Kultur ist nach Westen ausgerichtet: ihre Sprache ähnelt dem Bengalischen und zählt zu den indo-europäischen Sprachen. Zum Schreiben nutzen sie arabische und lateinische Zeichen. Die Regierung in Yangon erkennt ihnen keinen indigenen Status zu und behandelt sie nicht wie Staatsbürger.

Die Moken

Im äußersten Südwesten des Landes befindet sich das Mergui-Archipel. Hier leben die 70.000 Angehörigen des Seefahrer-Volkes der  Moken. Sie gehören der gleichen Gruppe wie die Orang Asli aus Borneo und die Dayak aus Malaysia an. Ihr Lebensraum ist das Meer, doch wird ihr althergebrachte Lebensstil durch die modernen Methoden des industriellen Fischfangs gefährdet.

Die vorherrschende Religion ist der Animismus. Dabei nimmt die  Schildkröte eine wichtige Stellung in der Mythologie ein. Ihre große Erfahrung im Umgang mit dem Meer nutzte ihnen 2004, als ein Tsunami Myanmar verwüstete. Die Moken erkannten früh die Warnzeichen und konnten sich in Sicherheit bringen.

Die Inder

In der Kolonialzeit lebten ungefähr 1 Million Inder in Myanmar. Sie hielten sich vorrangig in den Grenzgebieten zu Indien und in den großen Städten auf. Zeitweise stellten sie mit 48 % die größte Bevölkerungsgruppe in der Hauptstadt Yangon. Mit dem Abzug der Briten verließen auch viele Inder das Land. Die Lebensbedingungen verschlechterten sich im unabhängigen Myanmar für sie. In den 1960er folgte eine weitere große Auswanderungswelle. Erst die Reformen der letzten beiden Jahrzehnte verbesserte ihre Situation.

Die Chinesen

Im Norden des Landes und in den großen Städten lebt die chinesische Minderheit. Wie überall Südostasien nutzen einige von ihnen ihre guten Netzwerke um Handel zu treiben.

Die Kokang

Im 18. Jahrhundert wanderten die Kokang von China aus in den Shan-Staat ein. Sie kontrollieren den Drogenhandel und verfügten über eine kampfstarke Armee. 2009 konnten die Regierungstruppen die militärischen Einheiten der Kokang zerschlagen. Einige der Gegner wurden in die regulären Milizen aufgenommen.

Literatur:

Köster, Ute; Phuong Le Trong; Grein, Christina: Handbuch Myanmar – Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur, Entwicklung. Berlin, 2014.

 

Ethnische Aufteilung in Prozent
Bamar (Bamar) 67,0 %
Karen 8,5 %
Shan 7,5 %
Rakhine (Arakanesen) 3,5 %
Rohingyas 3,2 %
Chin 2,5 %
Mon 2,0 %
Chinesen 1,7 %
Kachin 1,4 %
Inder 1,0 %
Wa 0,7 %
Sonstige Ethnien 1,0%

 

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Wat Phnom Daun Penh

Wat Phnom Daun Penh in Phnom Penh.
Wat Phnom Daun Penh in Phnom Penh.

Kambodscha bietet Kulturtouristen eine Reihe von Sehenswürdigkeiten; so manche davon finden sich in der Hauptstadt Phnom Penh. Der Name der Stadt leitet sich vom Khmer-Wort für Hügel „phnom“ und dem Namen einer Frau Penh her.

Frau Penh war eine reiche Witwe, die der Legende nach 1372 einen großen Fund machte und in einem Baumstamm vier bronzene Buddha-Statuen aufspürte. Zum Schutz dieser Heiligtümer wurde ein Hügel aufgeschüttet und darauf ein Schrein errichtet. Die Anwohner nannten den Hügel nach der Stifterin. Einige Jahre später wurde dieser Name auf die gesamte Ansiedlung ausgeweitet und bis heute beibehalten.

Nachdem die Thais Angkor erobert hatten, verlegten die Khmer ihren Königshof nach Phnom Penh. Der Tempel auf dem Hügel wurde damit auch unter königliche Obhut gestellt. Als der erste König Ponheo Yat verstarb, wurde seine Urne in einer Stupa auf dem Hügel beigesetzt.

Der heutige Besucher wird von der ursprünglichen Tempelanlage kaum noch etwas vorfinden. Dennoch bietet der Ort viel Interessantes zur Geschichte Kambodscha. Auf dem Weg zur Pagode wacht eine siebenköpfige Naga, eine Schlange aus der indischen Mythologie. In Südostasien werden diese Wesen als Beschützer geachtet und finden sich daher öfter in Tempelanlagen.
Hinter der Naga befindet sich eine große Uhr und ein Denkmal des Königs Sisowath. Das Monument soll an die Übergabe der drei von Thailand besetzten Provinzen Kambodschas im Jahre 1907 erinnern. Eine der zurückerhaltenen Provinzen war Siem Reap, die Region um Angkor.

Im Innenraum des Tempels finden sich buddhistische Wandmalereien, die sich zum Großteil auf die Vessantara Jataka beziehen. Jataka sind moralische Lehrgeschichten und sind in großer Vielzahl überliefert worden. In dieser speziellen Erzählung berichtet Buddha von einem seiner früheren Leben.

 


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Streubomben auf Laos

COPE
Eingang zum COPE-Visitor-Centre

Im Krieg zwischen Vietnam und den USA nutzen die Vietkong die laotischen Grenzgebiete als Rückzugsort. Die Amerikaner bombardierten daraufhin das neutrale Laos mit unzähligen Bomben. Besonders grausam war die eingesetzte Waffengattung: die Streubombe (cluster bomb), die bis heute für Todesopfer und Verstümmelungen sorgt.

Jede abgeworfene Bombe besteht aus vielen kleinen Bomben, Sub-Munition oder Bombies genannt. Bei den 580.000 Angriffen auf Laos zwischen 1964 und 1973 trafen das Land 270 Millionen Sub-Munitionen. Beim Abwurf explodieren ca. 30% der eingesetzten Munition nicht. Das bedeutet, dass ca. 80.000.000 gefährliche Sprengkörper in der Landschaft verteilt wurden.

Streubombe, COPE-Visitor-Centre
Streubombe, COPE-Visitor-Centre

Um sich auszumalen, wie perfide diese Waffengattung ist, muss man sich nur in das Leben eines Reisbauern zur Kriegszeit hinein versetzen:
– er hört, dass ein Flugzeug Bomben abwirft
– er weiß, dass nicht alle Bomben explodiert sein werden
– am nächsten Tag muss er in sein Reisfeld, in dem der Tod lauern kann

Von den 80 Millionen Bombies wurden ca. 1 Million von 1996 bis 2009 entschärft. Bis das Land sicher ist, wird noch eine Menge Zeit vergehen. Momentan explodieren ca. 300 Bomben pro Jahr, töten und verletzen. 

Um die Opfer solcher Explosionen kümmert sich die Organisation COPE (Cooperative Orthotic and Prosthetic Enterprise), die Prothesen bereitstellt. Neben der medizinischen Betreuung kämpft die Einrichtung gegen den Einsatz von Streubomben und betreibt in Vientiane ein Museum, um über die Gefahren dieser Waffen aufzuklären.

Links:
COPE (Cooperative Orthotic and Prosthetic Enterprise)
Facebook-Seite von Laos Pictures: Bilder von Bomben im Alltag

 


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Die Frühgeschichte Myanmars (Geschichte Myanmars 1)

Höhlenmalereien
Malereien in der Padah-Lin-Höhle. (Foto: Wikimedia Commons, Soewinhan)

In Myanmar lassen sich menschliche Spuren bis in die Steinzeit zurückverfolgen. Die archäologische Forschung steht in der Region allerdings noch am Anfang. Es wurden bis zum Jahr 2002 vierzehn neolithische Fundstätten untersucht. Sie liegen zumeist in der zentralen Trockenzone auf fruchtbaren Boden, in Nähe des Flusses Ayeyarwaddy.

Die ältesten Fundstücke sind ungefähr 13.000 Jahre alt. Steinwerkzeuge aus dieser Zeit weisen auf eine Jäger- und Sammlerkultur hin. In den nachfolgenden Jahrtausenden wandelte sich die Gesellschaft: Die Menschen wurden sesshaft, domestizierten Tiere und bauten Nutzpflanzen an.

Zeugnisse hierfür finden sich in der Nähe der Stadt Taunggyi. Dort wurden drei Höhlen mit neolithischen Hinterlassenschaften entdeckt. Ihr Alter wird auf 8.000 bis 12.000 Jahre geschätzt.

Ein besonders ausgiebiger Fundort war die Padah-Lin-Höhle in der Nähe der heutigen Stadt Pindaya. Archäologen konnten 1.600 Steinartefakte sichern. Zum Großteil waren das Chopper, das sind Werkzeuge zum Zerschmettern und Schneiden, doch wurde auch eine breite Auswahl an fein verarbeiteten Spezialwerkzeugen entdeckt. Die Höhle scheint eine Manufaktur gewesen zu sein.

An den Wänden befinden sich Malereien. In Stil und Motivwahl ähneln sie ihren europäischen Gegenstücken. Mit rötlichem Ocker wurden verschiedene Tiere wie Bullen, Rehe und Bisons dargestellt. Andere Bilder zeigen menschliche Hände und die Sonne.Die Malereien sind ein Hinweis auf religiösen Kult.

Viele Jahrtausende später, als der Buddhismus in Myanmar Fuß fasste, wurden die Höhlen wieder religiös genutzt. Vor allem in der Region rund um Bagan finden sich in vielen Felsgrotten Buddha-Statuen. Es ist kein Zufall, dass das birmanische Wort für Höhle – „gu“ – zugleich für buddhistische Tempel genutzt wird.

Zur Lebensweise in der Bronze- und frühen Eisenzeit gibt es nur wenige Hinweise. Die Datenlage verbessert sich leicht für die späte Eisenzeit.

Wann die später das Land prägenden Volksgruppen sich in  Myanmar niederließen, ist nur ungefähr zu bestimmen. Die Ersten waren die Mon, die im 1. Jahrtausend v. u. Z. aus Südchina einwanderten. Kurz darauf immigrierten die Pyu vom tibetanischen Hochplateau. Die heute in Myanmar zahlenmäßig stärkste Volksgruppe, die Bamar, wanderten um das Jahr 300 herum aus Tibet ein.

Literatur:

Aung Thaw: The Neolithic Culture of the Padah – Lin Caves. In: Journal of Burma Research Society, Vol. 52, Part 1. Yangon, 1969.

Topich, William J.; Leitlich, Keith A.: The History of Myanmar. Santa Barbara, 2013.

http://www.seasite.niu.edu/burmese/cooler/Chapter_1/Chapter_1.htm

 

Hier geht’s weiter: Geschichte Myanmars Teil 2: Die “frühen Reiche” in Myanmar

 



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Das Wahrzeichen Singapurs: der Merlion

Merlion-Brunnen
Merlion-Brunnen an der Marina Bay

Der Merlion ist das exotische Wahrzeichen der tropischen Metropole Singapur. Doch welche Geschichte steht hinter diesem Fabeltier?

Asien ist zwar reich an alten Sagengestalten mit tierischem Körper, doch der Merlion ist eine neue Erfindung und spielt auf die Geschichte der Stadt Singapur an.

Das moderne Singapur wurde erst 1819 gegründet, doch an der Stelle lebten zuvor schon Menschen. Die erste bekannte Sieldung trug den Namen Temasek, was in der altmalayischen Sprache soviel wie „Meer-Stadt“ bedeutet. Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt in Singapur umbenannt. Das leitet sich aus dem Sanstkrit her und bedeutet „Löwen-Stadt“. Warum der Löwe als Namensgeber herhalten musste, ist nicht klar und es ranken sich manche Legenden darum. Ich glaube, die Historikerin Constance M. Turnbull könnte recht haben, die davon ausgeht, dass der Gründer und Herrscher Malakkas, Parameswara, die Stadt umbenannt hat, um ein politisches Zeichen zu setzen – denn er etablierte gerade seinen „Löwen-Thron“.

Die Tourismusbehörde Singapurs kreierte nun aus der Meer- und der Löwenstadt ein gemeinsames Symbol. Stellvertretend für das Meer stand der Meerjungfrauenschwanz und die Silbe „Mer-“ von „mermaid“, der Löwe lieferte den Kopf des neuen Wesens und die zweite Silbe „lion“.

Merlion
Kleiner Merlion-Brunnen, ebenfalls an der Marina Bay



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