Dicke Mönche in Thailand

In Thailand sind die Mönche ein fester Bestandteil des Alltagslebens. Sie unterstützen die Bürger im Hinblick auf die spirituellen Dinge und umgekehrt werden sie von den Bürgern versorgt, um sich voll und ganz den religiösen Aufgaben widmen zu können.

Deswegen machen die Mönche morgens einen Rundgang durch die Gemeinde und erhalten dabei ihre Speisen als Gabe. Während in alten Zeiten wenig verarbeitete Lebensmittel wie Reis, Obst und Gemüse in den Töpfen landete, sind es heute oft die Kalorienbomben der modernen Lebensmittelindustrie: Essen angereichert mit viel Fett, Zucker und Salz.

Für die Mönche ist das ein großes Problem, da sie zum einen keine Lebensmittel ablehnen dürfen und zum anderen sportliche Betätigung nicht erlaubt ist, da es nicht zum beherrschten und friedfertigen Idealbild eines Geistlichen passt. Die Folge ist, dass die Mönche heutzutage mehr mit Übergewicht zu kämpfen haben, als ihre Vorgänger. 

Da mit den Kilos auch die Krankheiten, wie Diabetes und hoher Blutdruck, zugenommen haben, wird das Thema in der medizinischen Forschung diskutiert und es werden Seminare und Veranstaltungen zur Aufklärung angeboten. Denn auch wenn es Mönchen verboten ist, sportliche Wettkämpfe auszuführen, ist es für sie dennoch möglich den Körper mit Yoga und Stretching in Form zu halten. Auch dabei werden Kalorien verbrannt und das Herz-Kreislaufsystem in Schwung gehalten.

Doch damit ist nur ein Teil des Problems gelöst. Desweiteren muss die Bevölkerung mehr zum Thema Ernährung geschult werden, da sie bestimmt, was in den Sammeltöpfen der Mönche landet. Solche Schulungen wären gleich doppelt sinnvoll, da auch die Spender selbst oft unter der schlechten Ernährung leiden.

Auf dem Titelbild ist übrigens nicht das Ergebnis einer normalen Sammlung zu sehen. Die Erträge sind von einer Feier, die Schüler, die in den Ferien als Mönch dienten, am letzten Tag veranstalteten. Der Karren mit den Lebensmitteln ist nur einer von vielen gewesen.

Mehr zum Thema in dem “Bangkok Post”-Artikel ‘The robes are getting tight’ in englischer Sprache.

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Bangkok: Streetfood-Verkäuferin “Jay Fai” mit Michelin-Stern ausgezeichnet

 

Vor kurzer Zeit wurde in Bangkok die 72jährige Street-Food-Verkäuferin Supinya Junsuta mit einem Stern im Michelin-Guide ausgezeichnet. Das Restaurant ist nach ihrem Spitznamen “Jay Fai” benannt.

Die Lage ist zentral in der Nähe des “Golden Mount”. Jay Fai ist bekannt für ihre schmackhaften Nudelgerichte. Doch am meisten wird Kai-jeaw Poo verkauft, das Krabbenomelett, das umgerechnet ca. 25 Euro kostet. Die Preise sind für thailändische Verhältnisse sehr hoch. Am teuersten ist ein Nudelgericht mit Abalone-Muscheln für umgerechnet 260 Euro, das nicht auf der Karte steht und auf Anfrage serviert wird.

Jay Fai ist nicht die erste Street-Food-Köchin, die ausgezeichnet wird. Bereits 2016 wurde in Singapur ein “hawker stall” ausgezeichnet.

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Essen in Thailand

Essen in Thailand

Thailand ist ethnisch heterogen. Der Großteil der Bevölkerung besteht aus Thai, Laoten, Mon und Chinesen. Je nach Region finden sich weitere Völker: Im Süden Malaien, Semang und Sagai, im Westen Karen, im nördlichen Grenzland Yao, Shan und Hmong.

Allen gemeinsam ist Reis als Hauptnahrungsmittel. Für gewöhnlich essen Thais drei Mahlzeiten am Tag, die aus Reis und Beilagen bestehen. Im Norden wird Klebereis präferiert, in den anderen Teilen des Landes eher der länglich gekörnte Jasmin-Reis.

Das Essen im Süden Thailands gilt als das schärfste und verfügt über eine reichhaltige Auswahl an Gemüsebeilagen. Besonders bekannt sind aus dieser Küche: Khao Yam (Reissalat), Budu (Fisch-Sauce) und Sataw (Bohnen). Im Norden wird am wenigsten scharf gekocht. Bekannt sind Kaeng Khae, ein Currygericht und Nam Phrik Ong, eine Sauce aus Chili, Knoblauch, Zitronensaft und Fisch- oder Shrimps-Paste. Die Spezialitäten aus Isan sind Larp, ein laotischer Minze-Fleisch-Salat und Pla Ra, vergorener Fisch.

Das bekannte Nudelgericht Pad Thai wurde erst im 20. Jahrhundert kreiert. In den 30er Jahren fasste Ministerpräsident Phibun den Entschluss, dass die Thai-Küche mehr Nudelspeisen aufnehmen solle. Daher wurden an Schulen und öffentlichen Einrichtungen Wettbewerbe abgehalten. Das heute weltweit beliebte Gericht, mit gebratenen Reisnudeln, Gemüse, Tamarinde und Palmzucker, gewann. Um sich in der nationalistischen Zeit von den ähnlichen Nudelgerichten aus China abzusetzen, erhielt es den klar zuordenbaren Namen Pad Thai, das sinngemäß mit „Gebratenes nach Thai Art“ übersetzt werden kann.

Bei Touristen beliebt ist Tom Yam Gung, eine scharfe Suppe mit Shrimps. Die Speise wird in ganz Thailand angeboten und ist nicht nur aufgrund ihres besonderen sauer-scharfen Geschmacks beliebt, sondern sie gilt auch als gesund.

In ländlichen Gegenden im Norden und Nordosten wird häufig nach alter Sitte auf dem Boden sitzend und mit den Händen gegessen; der Klebereis erleichtert das. In den Städten haben sich die westlichen Gebräuche durchgesetzt – es wird am Tisch mit Gabel und Löffel gegessen. Der Löffel dient zur Nahrungsaufnahme und die Gabel, um Essen vom Teller auf den Löffel zu schieben. Ein Messer ist nicht nötig, da das Fleisch schon beim Kochen in mundgerechte Stücke zerschnitten wird.

Literatur:

Thompson, David: Thai Street Food – authentic recipes, vibrant traditions. Berkeley, 2010.

Siriwan, Anchalaporn: The Thai People and Culture. Bangkok, 2000.

Ricker, Andy: Pok Pok – Food and Stories from the Streets, Homes and Roadside Restaurants in Thailand. New York, 2013.

 
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