Die ersten Kulturen (Geschichte Vietnams 1)

Prähistorische Jäger
Prähistorische Jäger. Gemälde im Historischen Museum in Hanoi (Foto: Wikimedia Commons, HappyMidnight)

Die ersten menschlichen Artefakte, die in Vietnam gefunden wurden, stammen von der „Sơn Vì“-Kultur aus der Altsteinzeit. In einem weit verstreuten Gebiet an insgesamt 230 Orten hinterließen sie Spuren – von Phú Thọ nordwestlich von Hanoi bis tief in den Süden nach Lâm Đồng, das ca. 100 km nordöstlich von Ho Chi Minh City liegt. Doch auch außerhalb von Vietnam lebten diese Altsteinzeiteinwohner. Sowohl in Südchina als auch in Thailand finden sich Hinweise auf sie.

Die erhaltenen Skelette weisen durchgehend australoide Merkmale auf. Das bedeutet, dass es noch keine Durchmischung mit Völkern aus dem Norden gab.

Ha Long Bay – ein UNESCO-Weltkulturerbe

Ha Long Bay, 2012.
Ha Long Bay, 2012. (Foto: Wikimedia Commons, Calflier001)

1994 wurde die „Ha Long“-Bucht mit ihren 1969 Karst-Inseln zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Der Name bedeutet „Herabsteigender Drache“ und erinnert an die Legende einer Drachenmutter, die mit ihren Kindern die Bewohner der Region verteidigte, indem sie Perlen ausspien, die sich zu Inseln verwandelten.

Die Version der Geologen über die Entstehung des Archipels ist weit weniger poetisch: Am Meeresgrund des Ur-Ozeans Thetys sammelten sich große Mengen an Muschelkalkablagerungen. Vor 30-50 Millionen Jahren wurde das Gestein – im Zuge der Gebirgsbildungsphase in der auch die Alpen und das Himalajagebirge entstanden – über den Meeresspiegel angehoben. Verwitterung und Eiszeiten schufen die besonderen Formen.