Khun Wang Royal Project – Kirschblüten in Thailand

Vor ca. 30 Jahren besuchte König Bhumipol den Norden Thailands, um sich Gedanken darüber zu machen, wie die Lebensbedingungen dort verbessert werden könnten. Zu dieser Zeit gehörte die Region zu den wichtigsten Drogenanbaugebieten der Welt. Die Millionen von Mohnblumenblüten boten einen schaurig-schönen Anblick. So schlecht Opium für die Konsumenten ist, so wichtig war die “Cash Crop” für die ansässigen Bauern.  

Die Lösung des Königs war, den Drogenanbau zu verbieten und an deren Stelle 36 Projekte zu installieren, um die dortigen Lebensbedingungen zu fördern. Eines dieser Projekte befindet sich in Khun Wang, ca. 60 km südwestlich von Chiang Mai, am Doi-Inthanon-Nationalparks.

Für Touristen sind besonders die dekorativen Gärten mit ihrer Blütenpracht interessant. Das Besondere Highlight der Region sind die Kirschbäume. Sie blühen insgesamt für einen Monat, je nach Wetterlage irgendwann zwischen Dezember und Februar.

Mehr Informationen zum Projekt in englischer Sprache.

Und ein englischer Blogbeitrag mit mehr Bildern:

Khun Wang Royal Project

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Todesstrafe auf Drogenbesitz in Singapur

In Singapur wird der Drogenbesitz hart bestraft. Bis 2012 mussten die Richter beim Besitz einer bestimmten Menge Rauschgift die Todesstrafe aussprechen; dazu reichten beispielsweise schon 500 Gramm Cannabis.

Zehn Jahre zuvor wäre eine deutsche Schülerin, die in Singapur lebte, fast zum Tode verurteilt worden. In ihrer Wohnung fanden sich 687 Gramm Cannabis. Nach einer chemischen Analyse konnte allerdings ein Anteil an der verbotenen Substanz unter dem Grenzwert festgestellt werden, sodass nur eine Haftstrafe ausgesprochen wurde.

Seit 2012 haben die Richter die Möglichkeit die Todesstrafe bei Drogendelikten zu umgehen. Allerdings ist das an bestimmte Bedingungen geknüpft, beispielsweise darf der Angeklagte nur als Kurier gedient haben.

Opiumanbau im Goldenen Dreieck

Schlafmohn
Schlafmohn – Um das Rauschmittel zu gewinnen, werden die Kapseln aufgeschnitten. Ein milchiger Saft läuft aus, oxidiert und kann am nachfolgenden Tag als Rohopium geerntet werden. (Foto: Wikimedia Commons, Brigitte Bühsing)

Im Grenzgebiet von Myanmar, Thailand und Laos befindet sich das zweitwichtigste Schlafmohn-Anbaugebiet der Welt, das sogenannte „Goldene Dreieck“. Die Bezeichnung stammt aus einer Zeit, in der das aus dem Mohn gewonnen Roh-Opium mit Gold bezahlt wurde.

In Thailand wurde der Drogenanbau unter Strafe gestellt. In Laos, das sich langsam als Touristen-Destination entwickeln möchte, hat er keine allzu wichtige Stellung mehr. So ist Myanmar der größte Opium-Hersteller der Region, was auch mit der geschwächten Rolle der staatlichen Institutionen in dieser Gegend zusammenhängt. Denn die Hauptanbauflächen liegen im Shan-Hochland und im Kachin-Staat, befinden sich also in der Hand von Minderheiten.

Die Gründe für den Drogenanbau sind vielfältig. Zum einen ist er eine gute Verdienstmöglichkeit für die arme Region. Ungefähr 192.000 Haushalte verdienen an der Schlafmohn-Kultivierung. Zum anderen ist der Opiumhandel für die Rebellen ein schneller Weg zum Geld und dient u.a. der Kachin Independence Army (KIA) den militärischen Kampf gegen die Zentralregierung in Yangon zu finanzieren.

Literatur (mit Amazon-Affiliate-Link):

Lebensbedingungen des Prekariats in Singapur im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts (Geschichte Singapurs 2)

Hafen
Der moderne Tiefwasserhafen liegt fernab des historischen Hafens, der an der Flussmündung lag.

Die von Raffles neu gegründete Kolonie Singapur wuchs aufgrund ihrer Lage schnell. Der Handel prägte nicht nur die ansässigen Industrien, sondern auch die Kultur.

Ein wichtiger Industriezweig war die Transportindustrie. In Singapur wurde eine ungeheuer große Menge an Gütern umgeschlagen. Das benötigte eine ebenso beeindruckende Anzahl an Arbeitern, die die Güter zwischen Schiffen, Lagern und Fabriken hin- und her transportieren.

Die Arbeitsbedingungen in dieser Branche waren sehr hart. Es gab keine geregelten Arbeitszeiten: Wenn Arbeit da war, musste sie schnell getan werden! Es konnte nicht genau vorhergesehen werden, wann die Handelsschiffe in den Hafen liefen und daher mussten die Transporter jederzeit bereit sein.

Die Anzahl der zu be- und entladenden Schiffe wurde durch die Natur beeinflusst. Zum einen bestimmten die Gezeiten, zu welchen Tages- und Nachtzeiten die Schiffe einliefen. Zum anderen richtete sich der Fernhandel nach den Monsunwinden.

Die harten Bedingungen im Transportwesen führten zu speziellen Lebensweisen und Bedürfnissen. Die Gehälter waren niedrig und die Arbeiter konnten sich oft nur Betten in überbevölkerten Wohnungen leisten. Diese Schlafgelegenheiten boten wenig Licht und Ventilation. Krankheiten wie Dysenterie und Tuberkulose breiteten sich aus. Als der gesündere Weg erschien das Übernachten an Bord der Transportschiffe und so hielten sich viele Arbeiter auch in ihrer freien Zeit auf den Schiffen auf.

Durch die Möglichkeit der plötzlich hereinbrechenden Arbeit waren Freizeitaktivitäten schlecht zu planen. Beliebt war das gemeinsame Essen. „Hawker stalls“ (Garküchen), Teehäuser und Freiluft-Märkte boten ihre Waren nicht weit entfernt von den Schiffsliegeplätzen an.

Im 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts litt China unter chaotischen Zuständen im politischen und sozialen Bereich. Mit dem Taiping-Aufstand wütete ein blutiger Bürgerkrieg im Land und immer wieder brachen Konflikte mit den europäischen Mächten aus, die ihren Einfluss in Ostasien erhöhen wollten.

Die Wirtschaft lag am Boden, es gab Hungersnöte, Kriege und Naturkatastrophen. Diese führte zu einer starken Emigration und das aufstrebende Singapur bot vielen Chinesen eine neue Heimat.

Lebten im Jahre 1824 ungefähr 3.300 Chinesen auf der Insel, waren es 1860 ca. 50.000, 1901 ca. 164.000 und 1947 ca. 730.000. Damit stieg in der Zeit der Anteil der Chinesen an der Gesamtbevölkerung von 31% auf 77,6%. Der Großteil der Einwanderer waren Männer.

1860 kamen sechzehn chinesische Männer auf eine Frau. Erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts erreichte Singapur eine ausgeglichene Frauenquote.

Die Immigranten brachten ihre Kultur mit nach Singapur. Es entstanden typisch chinesische Teehäuser und Tempel, in denen häufig die Schutzgöttin der Seeleute Māzǔ verehrt wurde. Der Hafen war nicht nur Umschlagplatz für Waren, sondern zugleich ein Austauschplatz für Informationen aus der Heimat.

Der geringe Frauenanteil brachte eine Reihe sozialer Probleme mit sich. Es entstanden viele Bordelle, die sich vor allem in zwei Distrikten sammelten. Einmal rund um die Smith-Street im Herzen von Chinatown und einmal rund um die Malay Street, nicht weit vom zentralen Geschäftsbezirk Singapurs.

Prostitution war ein florierendes Multimillionen-Dollar-Gewerbe mit einem Netzwerk nach Japan und China.

Die Anzahl der Bordelle nahm Ende des 19. Jahrhunderts rasant zu. Im Jahre 1905 waren im kleinen Inselstaat insgesamt 353 Betriebe registriert.

Die Administration Singapurs war sich bewusst, dass die schnell wachsende Wirtschaft eine starke Einwanderung männlicher Junggesellen benötigte und dadurch ein Ungleichgewicht von Männern und Frauen hergestellt wurde. Daher duldeten sie die Etablissements und versuchten nur, geregelte Verhältnisse zu schaffen.

Die Prostituierten waren vielen Gefahren ausgesetzt: Gewalttaten von Zuhältern und Freiern, sowie Geschlechtskrankheiten gefährdeten ihre Gesundheit. Daher wurden Vorschriften erlassen, dass Bordelle und Prostituierte registriert sein mussten. Die Etablissements wurden auf feste Viertel beschränkt. Und vor allem wurde die ärztliche Versorgung verbessert.

Die meisten der Mädchen waren aus Japan oder China. Das soziale Umfeld der beiden Gruppen war unterschiedlich; die Chinesinnen unterlagen mehr Zwängen und Kontrollen. Viele von ihnen waren gekauft und hatten daher keine Familie oder Freunde, die in Zeiten der Not helfen konnten. Sie erhielten kaum einen Cent und konnten höchstens Geschenktes heimlich ansparen. Häufig kam es vor, dass die zumeist kantonesischen Bordelleigner den Prostituierten untersagten, das Haus zu verlassen. Sie hatten Angst, dass sie fliehen oder entführt werden könnten.

1927 änderte sich durch englischen Einfluss der Umgang mit der Prostitution. Das Hereinbringen von Prostituierten wurde untersagt und die ersten Bordellschließungen angeordnet. Die kontrollierte Prostitution wurde aufgegeben und lebte im Heimlichen fort; mit der Folge der Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten.

Ein weiteres soziales Problemfeld Singapurs fand sich im Opium-Missbrauch. Viele Arbeiter hatten aufgrund ihrer harten Lebensweise mit Schmerzen zu kämpfen und kamen mit Opium zur Schmerzlinderung in Kontakt. Der Glaube verbreitete sich, dass Opium in moderaten Mengen gebraucht, der Gesundheit bekömmlich ist und die Arbeitsfähigkeit erhöht.

Das Ausmaß des Drogenmissbrauches war enorm. Für das Jahr 1848 wird mit 15.000 Opiumkonsumenten gerechnet. Ungefähr ein Drittel der chinesischen Männer war den Drogen verfallen.

Singapur sollte für eine lange Zeit ein mit Problemen behafteter Ort bleiben.

 

Literatur (mit Amazon-Affiliate-Links):

 

Teil 1 der Geschichte Singapurs: Die frühen Jahre
Teil 3 der Geschichte Singapurs: Singapurs Unabhängigkeit – das große Aufräumen



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