Archäologischer Park “Phi Mai”

Ein wenig abseits der gewöhnlichen Touristenzentren befindet sich der archäologische Park von Phi Mai. Dort lassen sich die Überreste der alten Stadt Vimayapura besichtigen – eine Gründung der Khmer aus dem 11. Jahrhundert. 

Wer bereits in Angkor war, wird die markante Architektur der Bauwerke wiedererkennen. Die Anlage ist ungleich kleiner, doch ist sie für gewöhnlich nicht so überlaufen, wie der berühmte Tempelkomplex in Kambodscha. So kann man mit ein wenig Glück völlig ungestört die idyllische Atmosphäre genießen.

Die Anlage ist nach Süden ausgerichtet, mit einer kleiner Neigung Richtung Angkor. Die Siedlung ist von einer Mauer umgeben und schließt ungefähr eine Fläche von 1000 x 650 Metern ein. Das Haupttor wird Pratu Chai (“Sieges-Tor”) genannt und ist so hoch angelegt, dass es mit einem Elefanten durchritten werden kann. 

Im Zentrum befindet sich der Tempelbezirk, der konzentrisch angelegt ist und in den man hinein gehen kann.

Hotels in Phi Mai (Affiliate Link zu Booking.com)

 

Homo erectus als Seemann

Rekonstruktion eines weiblichen Homo-erectus-Kopfes.
Rekonstruktion eines weiblichen Homo-erectus-Kopfes (Foto: Wikimedia Commons, Fotograf: Tim Evanson)

Als Homo sapiens nach Südostasien einwanderte, war er nicht der erste seiner Gattung, der diese Region betrat. Einer seiner Vorfahren ist diesen Weg bereits früher angetreten: Homo erectus. 

1891 entdeckte Eugène Debois ein Teil des Schädels dieser Frühmenschen auf der indonesischen Insel Java, der fortan Java-Mensch genannt wurde. Später wurde er der Art Homo erectus zugeordnet.

Stammbaum
Stammbaum (Foto: Wikimedia Commons, Martin0815)

Die Urmenschen entwickelten sich vor ca. 2 Millionen Jahren in Afrika. Sie hatten technische Fähigkeiten und nutzten das Feuer. Allerdings scheinen sie weitaus mehr gekonnt zu haben, als lange Zeit gedacht.

Eine Veröffentlichung von Mike Morwood in der “Nature” sorgte 1998 für eine Sensation. Er datierte Steinwerkzeuge neu, die auf der Insel Flores (Indonesien) gefunden wurden. Die neue Schätzung beläuft sich auf 800.000 Jahre. Daraus folgt, dass sie nicht vom Homo sapiens stammen konnten, der erst viel später dort angekommen war

Warum war das eine Sensation? Es war doch lange bekannt, dass Homo erectus es nach Indonesien schaffte. Java ist nicht weit von Flores entfernt.

Java ist zwar heute eine Insel, aber in Zeiten, in denen der Meeresspiegel niedrig ist, kann dort trockenen Fusses vom Festland aus eingewandert werden. Hier ist beispielsweise eine Rekonstruktion der Situation zur letzten Eiszeit, als der Meeresspiegel ca. 125 Meter tiefer war:

Sunda
Sunda (Foto: Wikimedia Commons, Maximilian Dörrbecker, Chumwa)

Flores hingegen konnte nur über das offene Meer erreicht werden. Bis zur nächsten Insel Sumbawa mussten mindestens 19 Kilometer Wasser überwunden werden. Das ist zu weit zum Schwimmen und daher ist es nahe liegend, dass Homo erectus bereits Boote oder ähnliches genutzt hat. Und das ist eine beeindruckende Leistung.

Learn Indonesian with IndonesianPod101.com

 

Der archäologische Park von Bagan

bagan4

Das Gebiet rund um Bagan ist seit dem 5. Jahrhundert v. u. Z. durchgehend besiedelt worden. Die neuere Forschung geht davon aus, dass es von dieser frühen Phase bis hin zur Blütezeit keine großen gesellschaftlichen Umbrüche gab. Der Wandel war gering und kontinuierlich und richtete sich nach den politischen und religiösen Autoritäten.Eine genaue Rekonstruktion des Aufstiegs von Bagan ist schwierig. Einheimische Quellen berichten vom Bau der Stadtmauer im 9. Jahrhundert. Die eigentliche Reichsbildung vollzog sich ca. 200 Jahre später. 1287 erobern die Mongolen die Stadt und beendeten Bagans große Zeit. Mehr zur Geschichte finden Sie hier.

Nach dem Erdbeben von 1975, bei dem viele Pagoden und Tempel beschädigt wurden, katalogisierte die UNESCO sämtliche Bauwerke in der Region:*

Bauperiode Kleine Bauwerke Mittlere Bauwerke Große Bauwerke  Sehr große Bauwerke 
11. Jhdt. 20 10 11 3
12. Jhdt. 121 54 25 9
13. Jhdt. 1552 442 75 9
14. Jhdt. 209 46 14 2

Die ungeheure Anzahl an Bauten benötigte ebenso eine immense Menge an Baustoffen – vor allem Ziegeln. Da der Transport über große Strecken aufwendig und teuer war, wurden die benötigten Materialien vor allem in den umliegenden Dörfern produziert.

Bagan

Die verwendeten Ziegelsteine haben sich im Laufe der Zeit geändert. In der frühen Phase wurden große Ziegel genutzt; beispielsweise finden sich in einer Pagode in Mandalay aus dem 12. Jahrhundert riesige Ziegeln mit einer Abmessung von 53 x 35 cm. Nachfolgend wurden deutlich kleinere Steine bevorzugt.  

Nicht nur die Dimensionen der Ziegel änderten sich, auch die Verzierungen. Seit den ersten Mauerbauten der Mon und Pyu wurden Ziegeln mit speziellen Mustern versehen, die mit den Fingern gezogen wurden. Durch diese Tradition konnte die Herkunft der Ziegeln nachverfolgt werden. Ab dem 13. Jahrhundert geriet dieser Brauch in Vergessenheit.

Bagan2

Zurück in die Neuzeit: Nach dem Militär-Coup 1988 versuchte die Militär-Junta mit aller Gewalt den Tourismus anzukurbeln. Im ganzen Land wurden Menschen, die auf historischen Flächen lebten, zwangsumgesiedelt. Insgesamt 200.000 Einwohner waren betroffen. Viele Bewohner Alt-Bagans mussten ihr zu Hause verlassen, damit Hotel- und Golfanlagen gebaut werden konnten. Sie zogen in die Satellitenstädte, wie Neu-Bagan. Viele der Umgesiedelten arbeiteten zuvor in den alten Tempeln und pflegten sie. Manch einer von ihnen führte seine Herkunft auf die Tempelsklaven des 11. Jahrhunderts zurück – die Zwangsumsiedlung traf sie hart.

2002 nahm die UNESCO Bagan in die Liste der Anwärter zum Weltkultur-Erbe auf.

Bagan

Ein paar ausgewählte Bauwerke

Ananda-Tempel (1090-1105 erbaut)

Ananda Phaya
Foto: Wikimedia Commons, Ralf-André Lettau

König Kyanzittha wurde von indischen Mönchen zum Bau inspiriert, die ihm vom Einsiedlerleben in einer Höhle im Himalaya berichteten.Der Tempel soll sowohl einen Eindruck von diesem Höhlenerlebnis bieten, als auch die unendliche Weisheit Buddhas widerspiegeln.

An einem Vollmond-Tag im Januar findet das Ananda-Festival statt. Marktstände und Theateraufführungen locken Einheimische und Touristen an.

Bupaya-Pagode (erbaut um 850)

Bupaya
Foto: Wikimedia Commons, Gerd Eichmann

Die Datierung der Bupaya-Pagode ist umstritten, doch die meisten Forscher geben das 9. Jahrhundert an. Zur gleichen Zeit wurde die Stadtmauer erbaut.Der Name „Bupaya“ leitet sich von der Form ab und kann mit „Kürbis-Pagode“ übersetzt werden. Besonders beliebt ist der Ort zum Sonnenuntergang.

Dhammayangyi-Tempel (erbaut um 1165)

Dhammayangyi

Wahrscheinlich wurde der Tempel vom grausamen König Narathu erbaut. Er ließ Vater und Bruder ersticken und seine indische Gemahlin wegen hinduistischer Rituale hinrichten.

Das Bauwerk ist besonders solide gebaut, da Narathu der Legende nach seinen Arbeitern mit dem Tod drohte, wenn er eine Nadel durch das Mauerwerk stoßen könnte.

Gawdawpalin-Tempel (erbaut im 12. Jahrhundert)

 Gawdawpalin

Der Tempel ist der zweitgrößte in Bagan. Der Name bedeutet soviel wie „Thron der Ehrerbietung“. Einer Legende nach verärgerte König Sithu II. mit dem Bau des „Sulamani-Guphaya-Tempel“, der viele Nöte verursachte, den Mönch Panthagu Mahathe. Der Geistliche ging aus Protest nach Sri Lanka. Sithu überzeugte ihn zurückzukehren und baute ihm den Tempel.

Htilominlo-Tempel (1211 gebaut)

Htilominlo

Der Tempel wurde von König Nandaungmya errichtet, dem letzten großen Tempelbauer Bagans.

Ursprünglich war das Bauwerk mit weißem Stuck bedeckt – an einigen Stellen sind noch kunstvolle Reste davon zu finden.

Mahabodhi-Paya (erbaut in der 1. Hälfte des 13. Jhdt.)

Mahabodhi-Paya
Foto: Wikimedia Commons, Stefan Fussan

König Nandaungmya baute einen gleichnamigen Tempel aus Bodhgaya (Indien) nach. Mahabodhi bedeutet „Großes Erwachen“. Der originale Tempel steht an dem Ort, an dem Buddha im sechsten Jahrhundert v. u. Z. seine erste Erleuchtung erlebte. Hinter dem Tempel steht der berühmte Mahabodhi-Baum unter dem Buddha dabei saß.  Am Tempel finden sich ca. 450 Buddha-Bildnisse.

Mingalazedi-Tempel (erbaut im 13. Jahrhundert)

Mingalazedi
Foto: Wikimedia Commons, Magnus Manske

Der Mingalazedi-Tempel wurde von König Narathihapati in der Endphase des Bagan-Reiches gebaut; gerade ein Jahrzehnt vor dem Einfall der Mongolen im Jahre 1287 wurde er fertiggestellt.Die Kunstfertigkeit war auch in dieser Zeit hoch. Der Tempel ist der einzige aus dem 13. Jahrhundert, der über ein volles Set Jakata-Reliefs verfügt. Diese Darstellung waren äußerst teuer und wurden zuletzt im 1196 erbauten Dhammayazika verwendet.

Shwegugyi-Tempel (erbaut 1131)

Shwegugy

Der Tempel wurde von König Sithu I. in nur 7 ½  Monaten gebaut und markiert den Übergang zu einem neuen, leichteren Stil; vergleichbar mit dem Übergang von der romanischen zur gotischen Architektur in Europa.

Beim Bau wurde Wert auf detailreiche Verzierungen gelegt. Es finden sich feine Stuckarbeiten und geschnitzte Holztüren.

Shwezigon-Pagode (erbaut im späten 11. Jahrhundert)

Shwezigon
Foto: Orkun Aldirmaz

Die Shwezigon-Pagode gilt als eine der wichtigsten religiösen Stätten Myanmars. Buddhistische Pilger kommen aus dem ganzen Land, um an der Pagode zu verweilen. Sie liegt nicht direkt bei den anderen Tempelanlagen, sondern im Ort Nyaung U.

Die Anlage wurde von König Anawrahta angelegt, der als ein großer Bauherr galt und Mitte des 11. Jahrhunderts zum Theravada-Buddhismus konvertierte. Er gelangte in den Besitz verschiedener Buddha-Reliquien, wie eines Stirnknochen und einem Smaragd-Bildnis. Die Pagode diente als Schrein für diese Heiligtümer. Der Legende nach wurde der Ort des Schreines von einem weißen Elefanten ausgewählt.

Shwesandaw-Pagode (erbaut 1057)

Shwesandaw
Foto: Wikimedia Commons, Jasoneppink

König Anawrahta ließ die Shwesandaw-Pagode erbauen. Sie besteht aus fünf übereinanderliegenden Terrassen. Auf der obersten steht eine glockenförmige Stupa.Auf der Westseite der zweiten Terrasse befindet sich ein Loch. Räuber gruben es, um in die Zentralkammer einzudringen, in der Reliquien und Schätze lagerten.

Sulamani-Guphaya-Tempel (erbaut 1183)

Sulamani-Guphaya-Tempel
Foto: Wikimedia Commons, Gerd Eichmann

Der Name des Tempels bedeutet „Kronjuwel“ oder „kleiner Rubin“.Die heilige Stätte wurde von König Sithu II. errichtet und gilt als eines der ersten und wichtigsten Bauwerke der Spätphase Bagans.

Wahrscheinlich ließ der Herrscher den Tempel als Buße für eine seiner vielen Verfehlungen errichten.

Thatbyinnyu-Phaya-Tempel (erbaut 1144)

 Thatbyinnyu

Der Tempel wurde von Alaungsithu (auch Sithu I. genannt) erbaut. Das Erdbeben von 1975 beschädigte das Bauwerk stark. In den nachfolgenden vier Jahren wurde der Tempel restauriert.

Mehr als ein Jahrzehnt später wurde die Struktur des Gebäudes weiter gestärkt.

‘Modifizierte Inventurdaten des archäologischen Parks in Bagan (UNESCO)

”Hinweis: Den Artikel hatte ich zuerst in einem anderen Blog von mir veröffentlicht. Hier wird er aber mehr Leser finden.

Werbung

Die Stadtmauer von Chiang Mai

Stadtmauer
Chiang Mai: Stadtmauer und Graben

Chiang Mai wurde 1296 von König Mangrai als Hauptstadt des Reiches Lan Na gegründet. Die Zeiten waren gefährlich und so wurde keine Zeit verschwendet, die neue Stadt zu befestigen. Ungefähr 50.000 Soldaten machten sich an die Arbeit, hoben den Stadtgraben aus und errichteten einen Wall. Bei der ersten Mauer dienten Ziegel nur dazu, die Erdmassen in Form zu halten. Im Jahre 1519 wurde die Anlage komplett überarbeitet.

Die Mauer konnte an fünf Toren passiert werden. Im Norden liegt das Pratoo Chang Puak (Tor der weißen Elefanten), dessen Name an zwei Elefanten erinnert, die in einer Schlacht halfen den Feind zu besiegen. Im Süden liegt das Pratoo Chiang Mai. Das Tor im Osten wird Pratoo Thapae genannt und war der Haupteingang für die Händler aus dem Landesinneren, da der Fluß Mae Nam Ping an dieser Seite entlang fließt. Das “Suan Dok”-Tor im Westen lag in der Nähe der königlichen Gärten. Das fünfte Tor mit dem Namen “Suan Proong” wurde erst später gebaut, da es einer königlichen Mutter nicht gefiel, an der Mauer leben zu müssen. Es liegt im Südwesten und wurde u.a. dafür genutzt, Gefangene aus der Stadt zur Exekution zu bringen.

Die Gestaltung der Mauer richtete sich nach Prinzipien der buddhistischen Kosmologie. Innerhalb der Stadtmauern liegt der Wat Chedi Luang, der das Zentrum des Universums markierte. Diese Idee wurde aus der hinduistischen Welt übernommen,  in der ein Indra geweihter Pavillon auf dem Berg Su Meru als Mittelpunkt der Welt dient. Die viereckige Gestaltung der Mauer symbolisiert die Erde, die alten Vorstellungen zufolge, quadratisch geformt auf dem Wasser schwimmt.

 

Learn Thai with ThaiPod101.com

Der Smaragd-Buddha in Bangkok

Smaragd-Buddha
Smaragd-Buddha in Regenzeit-Kleidung (Foto: Wikimedia-Commons, JPSwimmer)

Im Tempel Wat Phra Kaeo, gleich neben dem Grandpalace in Bangkok, ist eines der berühmtesten Heiligtümer Thailands beheimatet: der Smaragd-Buddha.

Smaragd-Buddha in der Kleidung der "Heißen Jahreszeit"
Smaragd-Buddha in der Kleidung der “Heißen Jahreszeit” (Foto: Wikimedia Commons, Axel Boldt)

Er ist nicht, wie sein Name vermuten ließe,  aus einem Smaragd-Kristall gefertigt, sondern aus Jade. Die Buddha-Figur sitzt in Heldenpose, also im halben Lotussitz, mit den Handflächen nach oben auf den Schoss gelegt (Dyana Mudra), auf einem Thron. Diese Darstellung ist eine typische Meditationshaltung.

Die Statue hat zu den drei thailändischen Jahreszeiten (Heiße Jahreszeit, Kalte Jahreszeit, Regenzeit) jeweils ein eigenes Gewand und wird in einer feierlichen Zeremonie umgekleidet.

In Thailand werden alten Artefakten besonders starke Kräfte zugesprochen. Der Smaragd-Buddha gilt als außergewöhnlich alt und ehrwürdig. Der Legende nach wurde die Figur vom indischen Asketen Nagasena vor ca. 2000 Jahren erschaffen. Laut den Chroniken hatte der Smaragd-Buddha in den nachfolgenden Jahrhunderten viele Aufenthaltsorte: seine Reise ging von Sri Lanka nach Myanmar, Kambodscha und dem nordthailändischen Staat Lan Na. Zwischendurch verschwand er aus dem Blickfeld, da er hinter Stuck in einem Tempel in Chiang Rai versteckt war. Laut einer Erzählung wurde er 1434 wiederentdeckt, als ein Blitz in einer Stupa einschlug und die Statue wieder zum Vorschein brachte.

Smaragd-Budda in Winterkleidung
Smaragd-Budda in Winterkleidung (Foto: Wikimedia Commons, Russel Wade)

Über den Umweg über Laos gelangte die Figur in die Hände des späteren Königs Rama I., der den Buddha in die neue Hauptstadt Bangkok brachte. Mit diesem außergewöhnlichen Artefakt konnte er seine Herrschaft festigen und gleichzeitig seine Ansprüche auf Nordthailand und Laos bekräftigen.

Um 1820 brach eine Cholera-Epedemie im Land aus. Einigen Quellen zufolge kostete die Seuche einem Fünftel der Bevölkerung das Leben. In der Not wurden religiöse Mittel beschworen – der Smaragd-Buddha wurde durch Bangkok getragen, in der Hoffnung auf seine reinigende Kraft. Doch erst durch Impfungen amerikanischer Missionare konnte die Seuche eingedämmt werden.

Heute ist der Smaragd-Buddha eine Pilgerstätte für Buddhisten und eine Hauptsehenswürdigkeit für Bangkok-Touristen. 

Literatur (mit Amazon-Affiliate-Links):



Die laotische Flagge

Das erste Großreich auf laotischen Gebiet war Lan Xang, das von 1353 bis 1707 bestand. Für diese Zeit habe ich keine eindeutigen Hinweise auf das Flaggendesign gefunden.

Lan Xang zerfiel in drei Königreiche: Luang Praban im Norden, Vientiane im Zentrum und Champasak im Süden.

1893 wurde das Land französische Kolonie und unter der mit der Tricolore erweiterten Flagge Luang Prabangs geführt.

Französisch-Laos
Laos als französische Kolonie (Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Nach dem 2. Weltkrieg zerfiel das französische Kolonialreich nach und nach. 1952 entfernten die Laoten die Tricolore aus der Flagge. Aber erst 2 Jahre endeten die französischen Ansprüche offiziell.

Laotische Flagge bis 1975
Laotische Flagge bis 1975 (Foto: Wikimedia Commons, Sodacan)
Königliche Flagge
Königliche Flagge bis 1975 (Foto: Wikimedia Commons, Thommy)

Die letzte Änderung erfolgte 1975. Kommunistische Kräfte übernahmen unblutig die Macht im Land und riefen die Demokratische Republik Laos aus. Die neue Flagge besteht aus drei Farben: rot steht für den blutigen Kampf um die Unabhängigkeit, blau für das Gedeihen und weiß für die glänzende Zukunft. Alternativ kann der Mond über dem Mekong erkannt werden.

Aktuelle Flagge
Aktuelle Flagge (Foto: Wikimedia Commons, SKopp)

 


Booking.com

Pancasila – die fünf Grundsätze der indonesischen Politik

Garuda
Indonesisches Staatswappen: Der Stern steht für das göttliche All-Eine, die Kette für den Internationalismus, der Baum für den Nationalismus, der Büffel für Demokratie und Baumwolle und Reis für die soziale Wohlfahrt.
(Foto: Gunawan Kartapranata)

Die Pancasila sind die Grundsätze der indonesischen Politik. Sie wurden erstmals von Sukarno, dem Führer der indonesischen Unabhängigkeitsbewegung und späteren ersten Präsidenten, in einer Rede am 1. Juni 1945 erwähnt. In leicht abgeänderter Form, mit einer höheren Gewichtung der Religion, wurden sie in die Präambel der indonesischen Verfassung aufgenommen.

Das Wort “Pancasila” (oder auch “Pantja-Sila”) stammt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel wie “5 Prinzipien”.

Diese sind:
– Das Prinzip der All-Einen Göttlichen Herrschaft
– Internationalismus und Humanismus
– Nationale Einheit
– Demokratie
– Soziale Wohlfahrt

Learn Indonesian with IndonesianPod101.com

Singapurs Wirtschaftswunder (Geschichte Singapurs 4)

Singapur
Singapur (Foto: Wikimedia Commons, Social Services)

Die Wirtschaft Singapurs durchlief nach der Unabhängigkeit verschiedene Phasen: In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt auf einer arbeitsintensiven Exportindustrialisierung, es folgte ein Strukturwandel zugunsten sach- und humankapitalintensiver Industrien. Am Ende der Entwicklung stand der Übergang zur wissensbasierten Ökonomie.

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts war die Industrie Singapurs hauptsächlich auf Rohstoffverarbeitung, wie die von Kautschuk, ausgerichtet.

Ende der 70er Jahre verabschiedete der Nationale Lohnrat, eine staatliche Organisation mit Vertretern der Arbeitgeber, der Gewerkschaften und der Regierung, extreme Lohnerhöhungen. Steigerungen von 20 % und mehr sollten dafür sorgen, dass Unternehmen die Effizienz steigern mussten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Es sollte nicht mehr die billige Massenware hergestellt werden, sondern hochwertige Produkte. Um das Ziel zu erreichen, wurden Ausbildungseinrichtungen geschaffen und das deutsche Handwerksmeister-System übernommen.

Innerhalb von wenigen Jahren gelang der Wandel hin zum Hightechland. Die Industrie spezialisierte sich auf den Elektronikbereich. Aus diesem Feld stammen heute ca. 50 % der Exporte Singapurs.

Um die Industrien, die auf den Wirtschaftsfaktoren Arbeit und Boden fußen, nicht vollständig aus der Hand geben zu müssen, kooperiert Singapur mit den benachbarten indonesischen und malaysischen Regionen. Die Partner liefern Landflächen und günstige Arbeitskräfte, Singapur liefert Know-how, eine gute Infrastruktur und Kapital.

Nach der Rezession 1985 entstand die Idee, Singapur in ein „Total Business Center“ umzuwandeln. Dazu sollten intelligente Produktion und Dienstleistungen weiter ausgebaut werden und vor allem dem asiatischen Markt zur Verfügung gestellt werden.

Der Finanzsektor wurde gefördert. Am Anfang der 90er Jahre befanden sich über 300 Finanzinstitute und Banken im Stadtstaat.

Im Verlaufe der Jahre ist der Dienstleistungssektor für die Wirtschaft Singapurs der wichtigste Faktor geworden. Im Jahre 2010 betrug das Bruttoinlandsprodukt 303 Milliarden S$. Davon wurden 193 Mrd. S$ von den Dienstleistungsbetrieben erwirtschaftet. Der Bereich Business Service hat mittlerweile mit 40 Mrd. S$ den Finanzbetrieb mit 34 Mrd. S$ übertroffen.

Die internationale Anbindung wurde verbessert. 1981 wurde der Flughafen Changi eröffnet. Er wurde auf Komfort ausgerichtet: Kostenloses Internet, Lounges mit Koi-Karpfen-Becken und Sesselecken mit Fußballübertragungen auf Großbildleinwand dienen den Passagieren, um die Wartezeit vor dem Boarding zu überbrücken. Der Flughafen gehört mit einer jährlichen Passagierzahl von ca. 42 Millionen zu den größten der Welt. Das ist in etwa vergleichbar mit den anderen beiden großen internationalen Flughäfen der Region, Bangkok und Jakarta.

Die nationale Fluggesellschaft Singapore Airlines wurde durch die günstigen Rahmenbedingungen Singapurs gefördert und konnte sich gegenüber der starken asiatischen Konkurrenz behaupten. Eine aggressive Preisstrategie und die Förderung von Stop-over-Programmen halfen dem Changi Airport, sich als Drehkreuz für Südostasien zu etablieren.

In der traditionellen Domäne, dem Seehandel, konnte Singapur seine wichtige Position festigen. Mitte des 20. Jahrhunderts revolutionierte eine prozesstechnische Neuerung den Seetransport: Frachtschiffe transportieren ihre Waren nun in genormten Containern. Dadurch konnte das Laden und Löschen komplett automatisiert werden. Die Arbeitsprozesse sind schlank gehalten, beispielsweise können Lastkraftwagen papierlos die Ladung zum Weitertransport aufnehmen. Durch dieses Verfahren können 700 Lkw in der Stunde abgefertigt werden.

Im Jahr 2010 wurden insgesamt 27,62 Millionen Standard-Container-Einheiten (TEU) im Hafen abgewickelt. Zusätzlich wurden 1,2 Millionen Kühlschiff-TEU verladen. Damit ist Singapur mit Schanghai der größte Hafen der Welt.

Der Stadtstaat verfügt über den drittgrößten Ölhafen der Welt. Internationale  Öl-Konzerne wurden durch finanzielle Beihilfen geködert. Die Raffinerien sind ein wichtiger Faktor am wirtschaftlichen Erfolg Singapurs.

Literatur (mit Amazon-Affiliate-Link)

 

Pallarz, Karl-Heinz: Die höfliche asiatische Härte. München, 1993.

Hier geht es zu Teil 3: Singapurs Unabhängigkeit – das große Aufräumen

Booking.com

Bahasa Indonesia – die Sprache Indonesiens

Am 28. Oktober 1928 trafen sich 70 junge Nationalisten in Batavia, um unter dem Motto “ein Land, eine Nation, eine Sprache” den Weg Richtung Unabhängigkeit einzuschlagen. Doch welche Sprache sollte man wählen? Auf den vielen Inseln des 1.900.000 km² großen Landes werden noch heute ca. 700 Sprachen gesprochen – das sind ca. 10% aller Sprachen weltweit. Obwohl die meisten Revolutionäre von der Insel Java stammten, entschieden sie sich gegen Javanisch. Die Wahl fiel auf die schon zuvor grenzüberschreitend gebrauchte Sprache des Nachbarstaates Malaysia: Malaiisch.

Die neue Sprache wurde mit der Unabhängigkeit im Jahre 1945 Indonesisch genannt. Zunächst wurde die neue Hochsprache im schriftlichen Verkehr gebraucht. Über Schule, Literatur und Medien verbreitete sich sich schnell und wurde von der Bevölkerung gut angenommen. Dennoch ist “Bahasa Indonesia” für die meisten Menschen im Land nur die Zweit- oder Drittsprache; zuerst wird die lokale Muttersprache erlernt.

In Malaysia entwickelte sich die Sprache anders als in Indonesien. Durch die britische Besatzung wurde Englisch zur Nationalsprache. 1957 konnte Malaysisch diesen Status wiedererlangen, wurde allerdings mit unzähligen Neologismen angereichert.

Auch in Indonesien veränderte sich die Sprache. Allerdings wurden hier vermehrt Lehn- und Fremdwörter aus dem Niederländischen eingeführt.

1972 folgte eine große Rechtschreibreform. Die Indonesier nutzen von da an, wie die Malaien, das lateinische Alphabet, anstatt der zuvor genutzten erweiterten Version der arabischen Schriftzeichen. So konnten die Schreibweisen von “Bahasa Indonesia” und “Bahasa Malaysia” angeglichen werden.

Literatur: 

Schott, Christina: Indonesien – Ein Länderporträt. Berlin, 2015.

Learn Indonesian with IndonesianPod101.com

Touren in Bali buchen – www.suedostasien-reisen.net

Die thailändische Flagge

Die heutige thailändische Flagge entwickelte sich aus dem ursprünglich ganz in rot gehaltenen Banners des Königreichs Ayutthaya, das wahrscheinlich von König Narai im 17. Jahrhundert eingeführt wurde.

Foto: Wikimedia Commons, Xiengyod

Ein wichtiger Einschnitt in der Geschichte Siams war das Jahr 1782. Mit Rama I. übernahm der erste König aus der Chakri-Dynastie das Amt. Die wichtigste Änderung war die Wahl der neuen Hauptstadt Bangkok. Daneben gab es viele weitere Reformen. U.a. wurde eine neue Flagge für die Marine eingeführt: ein weißes Chakra erstrahlte auf rotem Grund. Das Chakra ist nicht nur eines der Hauptattribute des indischen Gottes Vishnu, sondern auch das Wappen der Chakri-Dynastie. Die Handelsschifffahrt nutze weiterhin die rote Flagge.

Flagge
Foto: Wikimedia Commons, Xiengyod und Sodocan

Der Nachfolger auf dem Königshron, Rama II., fügte der Flagge noch einen weißen Elefanten hinzu.

Flagge
Foto: Wikimedia Commons, Xiengyod und Sodocan

Rama IV. ersetzte 1855 die rein rote Flagge. Für Staat, Handels- und Kriegsmarine sollte ein weißer Elefant für Unverwechselbarkeit sorgen. Weiße Elefanten galten in Siam als heilig. Chronisten aus dem 15. Jahrhundert berichten, dass bereits König Borommatrailokanat von Ayutthaya ein solches Tier besaß.

Flagge
Foto: Wikimedia Commons, Xiengyod und Sodocan

Für die Marine gab es eine Abwandlung der Flagge.

Flagge
Foto: Wikimedia Commons, Xiengyod und Sodocan

Eine weitere geänderte Version der Flagge folgte Ende der 1890er Jahre zunächst für die Marine und um ca. 1910 herum auch für hoheitliche Anlässe. Der Elefant wurde geschmückt und auf ein Podium gestellt.

Flagge
Foto: Wikimedia Commons,
Tangmo und Sodocan

Rama VI. soll  1917 eine auf dem Kopf aufgezogene Flagge gesehen haben und daraufhin die Nutzung einer symmetrischen Flagge angeordnet haben. Zunächst wurde sie in rot und weiß gehalten.

Flagge
Foto: Wikimedia Commons, Ahoerstermeier

Die letzte Reform folgte noch im gleichen  Jahr und führte zur heute bekannten Flagge. Der Mittelstreifen wurde blau. Die Farben symbolisieren die Nation (rot wie Blut), den Buddhismus (weiß) und das Königtum (blau, die Geburtsfarbe von Rama VI.). Eine Alternativerklärung ist, dass die Farbwahl sich an den Flaggen der Verbündeten westlichen Mächte im 1. Weltkrieg, England, USA und Frankreich, orientierte.

Flagge
Foto: Wikimedia Commons, Zscout370

Ein vierteiliges Video über Flagge und Nationalhymne Thailands findet sich auf Youtube, allerdings nur in thailändischer Sprache. Der Markierungspunkt zeigt die Stelle, an der die Flaggen der westlichen Mächte gezeigt werden.

Booking.com