UNESCO-Listen für Südostasien (Weltnaturerbe, Weltkulturerbe, Geopark)

Borbudur
Tempelanlage von Borobudur (Foto: Wikimedia Commons, Bennylin)
Indonesien
Naturerbe Nationalpark Komodo Der Nationalpark zum Schutz der Komodowarane.  1991
Naturerbe Nationalpark Ujung Kulon auf Java mit dem Vulkan Anak Krakatau Java  1991
Kulturerbe Buddhistische Tempelanlagen von Borobudur    1991
Kulturerbe Hindutempel von Prambanan    1991
Kulturerbe Paläontologische Stätte Sangiran Ausgrabungsstätte auf 48 km²  1996
Naturerbe Nationalpark Lorentz    1999
Naturerbe Nationalpark Gunung Leuser, Nationalpark Kerinci-Seblat und Nationalpark Barisan Selatan  Regenwälder von Sumatra  2004
Kulturerbe Das Subak-System als Manifestation der Tri Hita Karana-Philosophie  Bali  2012
Geopark Batur Vulkan  2012
Geopark Gunung Sewu    2015
Angkor Wat
Angkor Wat
Kambodscha
Kulturerbe Angkor, Roluos und Banteay Srei Archäologische Parks  1992
Kulturerbe Tempel Preah Vihear Grenzland zu Thailand  2008
Kulturerbe Sambor Prei Kuk Tempelzone  2017
Luang Prabang
Luang Prabang
Laos
Kulturerbe Luang Prabang Königspalast und buddhistische Klöster  1995
Kulturerbe Kulturlandschaft Champasak Tempelbezirk von Wat Phou  2008

 

George Town
George Town
Malaysia
Naturerbe Kinabalu-Park Kinabalu ist mit 4095 Meter der höchste Berg Malaysias  2000
Naturerbe Nationalpark Gunung Mulu Gunung Mulu ist ein 2377 Meter hoher Berg, Clearwater Cave etwa 108 km lang.  2000
Geopark Langkawi    2007
Kulturerbe Malakka und George Town Historische Städte an der Straße von Malakka  2008
Kulturerbe Archäologisches Erbe im Tal von Lenggong Fundstädten im Tal von Lenggong umfassen 2 Millionen Jahren Menschheitsgeschicht  2012
BawbawgyiPaya
Bawbawgyi Paya in der Nähe von Pyu (Foto: Wikimedia Commons, Doron)
Myanmar
Kulturerbe Antike Stätten von Pyu    2014

 

Papua-Neuguinea
Naturerbe Historische Agrarlandschaft von Kuk     2008
Tubbataha
Tubbataha-Korallenriff (Foto: UNESCO)
Philippinen
Kulturerbe San Agustín in Manila, Kirchen in Santa Maria, Paoay und Miagao Barock-Kirchen  1993
Naturerbe Korallenriff Tubbataha    1993
Kulturerbe Batad, Bangaan, Hungduan, Mayoyao Central und Nagacadan Reisterrassen  Reisterrassen  1995
Naturerbe Nationalpark “Unterirdischer Fluss”  bei Puerto Princesa auf Palawan  1999
Kulturerbe Historische Stadt Vigan    1999
Naturerbe Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary    2014
Botanischer Garten, Singapur
Botanischer Garten, Singapur
Singapur
Naturerbe Botanischer Garten    2015
Ayutthaya
Ayutthaya
Thailand
Kulturerbe Sukhothai Historical Park, Kamphaeng Phet Historical Park und Si Satchanalai Historical Park    1991
Kulturerbe Ayutthaya Historical Park    1991
Naturerbe Naturschutzgebiete Thungyai und Huai Kha Khaeng    1991
Kulturerbe Ban-Chiang-Ausgrabungsstätte    1992
Naturerbe Waldkomplex der Dong-Phaya-Yen-Bergkette inklusive Khao-Yai-Nationalpark  2005
Verbotene Stadt, Hue
Verbotene Stadt, Hue
Vietnam
Kulturerbe Kaiserstadt Huế    1993
Naturerbe Bucht von Ha-Long    1994
Kulturerbe Altstadt von Hội An    1999
Kulturerbe Tempelstadt My Son    1999
Naturerbe Phong Nha-Ke Bang-Nationalpark    2003
Geopark Karstplateau Đồng Văn    2010
Kulturerbe Zitadelle Thang Long in Hanoi    2010
Kulturerbe Zitadelle der Hồ-Dynastie    2011
Kulturerbe/Naturerbe Landschaftskomplex Tràng An    2014



Zip Lining in Laos und Thailand: “The Gibbon Experience” und “Flight of the Gibbon”

Gibbon in Chiang Mai (Foto: Wikimedia Commons, Ladislav Kral)

Am Grenzübergang von Thailand nach Laos, im Nam Kan National Park bei Huay Xai, finden abenteuerlustige Reisende eine bekannte Sehenswürdigkeit: “The Gibbon Experience”. Insgesamt 15 km Zip Lines, also Stahlseile an denen man hoch über der Erde entlanggleitet, sind durch den Dschungel gespannt und führen auf malerische Baumhäuser in bis zu 40 Metern Höhe, auf denen übernachtet werden kann.  

Es gibt 3 verschiedene Touren zur Auswahl: die 2tägige Express Tour, die 3tägige Wasserfalltour und die 3tägige klassische Tour. Auf der letzten ist die Chance am besten, die namensgebenden Gibbons zu beobachten.

Die Preise sind für südostasiatische Verhältnisse sehr hoch. Die 3-Tages-Touren liegen ungefähr bei 250 bis 300 Euro. Allerdings betont das Projekt, dass das Geld nachhaltig eingesetzt wird und sowohl der Natur als auch den Einheimischen zu Gute kommt.

Im März 2017 gab es im 21. Betriebsjahr der Anlage einen tödlichen Unfall. Der Unfallbericht wurde auf der Seite des Anbieters veröffentlicht.

Webseite Karte

Zip-Lining
Gibbons Experience in Chiang Mai

In Chiang Mai wurde ein ähnliches Projekt auf die Beine gestellt: “Flight of the Gibbon”. Der Anbieter weist darauf hin, dass er besonderen Wert auf Sicherheit legt. Die Zip-Line-Tour ist als Tagestour ausgelegt und kann, auf Wunsch, mit anderen Aktivitäten, wie Klettern, Kanu fahren, Rafting kombiniert werden. Übernachtungen werden je nach Tour im Hotel oder als Home Stay in einem traditionellen Dorf angeboten. Die Zip-Lines sind bis zu mehreren hundert Metern lang.

Webseite Karte

Titelbild: Gibbon in Chiang Mai (Foto: Wikimedia Commons, Ladislav Kral)

 


Feiertage in Laos 2018

Datum Wochentag Name Hinweis
 1.1.  Montag Neujahrstag  
 8.3.  Donnerstag Internationaler Tag der Frau  
 14.-16.4.  Samstag-Montag Sonkran (Lao Naujahr / Pii Mai) Songkran in Thailand
 1.5. Dienstag Tag der Arbeit  
 1.6.  Freitag Tag der Kinder  
 28.7.  Samstag Khao Phansa (Beginn des buddhistisches Fastenfests)  
 24.10.  Mittwoch Ok Phansa (Ende des Fastenfests)  
 25.10.  Donnerstag Boun Suang Huea (Drachenbootfestival)  
 22.11. Donnerstag That Luang Festival  
 2.12.  Sonntag Nationalfeiertag  

 


Booking.com

Thai-Laotische Märkte

Sehr spezielles Fleisch – von Frosch und Ratte

Im Grenzland von Thailand nach Laos finden sich in vielen Dörfern Märkte, die sowohl thailändische, als auch laotische Waren anbieten. Auf diesen Handelsplätzen verlieren sich nur selten Touristen und so ist die Produktpalette auch für die Einheimischen ausgelegt. Für Europäer mag es gewöhnungsbedürftig sein, dass Rattenfleisch und weitere exotische Speisen angeboten werden. Allerdings soll Ratte recht schmackhaft sein und ähnlich wie Schwein schmecken, wie mir ein Nordthailänder versicherte.

Gebratene Fische

Doch auch Leute, die es nicht so speziell mögen, werden auf dem Markt fündig. Leckere Früchte, wie Mangos und Papayas, können günstig erworben werden und wer Fische mag, findet den in den verschiedensten Varianten, ob gebraten oder frisch. 

Markt
Boote, die einen thai-laotischen Markt mit Waren vom anderen Ufer versorgen

Ein spezieller Service wird  auf diesen Märkten angeboten. Wenn man ein bestimmtes Produkt aus dem Nachbarland wünscht, zum Beispiel ein “Beer Lao”, kann das bei einem der Bootsleute bestellt werden. Der Preis wird ausgehandelt und anschließend fährt der Händler über den Mekong in das Nachbarland, um die gewünschten Waren zu besorgen. Eine halbe Stunde später hat man das Gewünschte in den Händen.

Ähnliches Thema im Reise-Blog: Shopping-Tipps in Bangkok

Naga-Feuerbälle über dem Mekong

Naga-Feuerbälle
Naga-Feuerbälle über dem Mekong (Foto: Wikimedia Commons, ใช้ประกอบบทความ)

Vor allem gegen Ende der Regenzeit werden über dem Mekong in der Region Nong Khai seltsame Lichter wahrgenommen. Beobachter berichten von rötlichen-gelben Feuerbällen in etwa der Größe eines Hühnereis, die bis zu 150 Meter hoch aufsteigen und dann geräuschlos verschwinden.

Im Volksglauben der alten Thai und Laoten sind diese Lichter die Eier der Schlangengottheit Phaya Naga, die in den undurchsichtigen Tiefen des Mekongs lebt und über die Region wacht.

Wissenschaftler konnten die Herkunft der Naga-Feuerbälle noch nicht erklären. Es gibt verschiedene Ideen: aufsteigendes Monophosphat könnte sich beim Kontakt mit der Luft entzünden. Oder eine These, die gut zum Auftreten der Leuchtphänomene am Feiertag Ok Phansa passt: Die thailändische Biologin Jessada Denduangboripant vermutet, es könnte Leuchtmunition sein, die zur Feier des Tages abgeschossen wird.

Learn Thai with ThaiPod101.com

Phaya Naga – der Naga-Herrscher im Mekong

Phraya Naga im Wat Si Saket
Phraya Naga im Wat Si Saket

Phaya Naga ist der Herrscher der Naga, der den Legenden nach im Grenzland von Thailand und Laos im Mekong lebt und die angrenzende Region beschützt. Das halbgöttliche Schlangenwesen soll laut hinduistischer und buddhistischer Überlieferung übernatürliche Kräfte besitzen.

Ähnlich wie Nessi im Loch Ness werden immer mal wieder Spuren gefunden, die auf den Phaya Naga hindeuten sollen. Unter anderem soll er für außergewöhnliche Wellenphänomene im Mekong verantwortlich sein.

Im thailändischen Fernsehen wurde der Mythos u.a. in der thailändischen Mystik-Seifenoper “Poot Mae Nam Khong” thematisiert.

Learn Thai with ThaiPod101.com11

Naga – von Indien nach Südostasien

Naga vor dem Wat Phnom
Naga vor dem Wat Phnom in Phnom Penh

Das Wort Naga stammt aus der altindischen Sprache Sanskrit und bedeutet Schlange. Die indische Mythologie kennt die verschiedensten Schlangenwesen, die zusammen mit dem Hinduismus und Buddhismus den Weg nach Südostasien fanden. Ihre Darstellung variiert. Sie treten mal als normale Schlange, als mehrköpfige Kobra, als Drachen oder teils menschlich auf. 

In Indien werden Naga als Naturgeister wahrgenommen, als Bewahrer von Quellen, Flüssen, Seen und Brunnen. Sie können auch als Wächter von Schätzen auftreten. Sie bringen Regen und Fruchtbarkeit, aber auch negative Ereignisse wie Fluten und Dürren. Grundsätzlich werden Naga positive Eigenschaften wie Neugier zugeschrieben. Gegen Menschen wenden sich sich erst dann, wenn sie misshandelt werden oder der Mensch die Umwelt schädigt.

In vielen weiteren Ländern wurden die indischen Mythen mit einheimischen Traditionen vermischt, beispielsweise mit dem Glaube an die Nat in Myanmar.

In Thailand wurden Naga in einigen Märchen aufgenommen. Sie finden sich an Brunnen oder Tempeln als architektonische Elemente. Ein berühmter Naga, Phaya Naga genannt, lebt im Norden des Landes, im Mekong und wacht über Land und Leute. Sogar die moderne Kultur wird von den Schlangenwesen beeinflusst: die TV-Seifenoper Manisawat basiert auf einer Naga-Legende.

Im Nachbarland Laos sind die Schlangen ebenfalls gegenwärtig. Sie gelten als Beschützer der Hauptstadt Vientiane oder generell des laotischen Staates. Im ganzen Land finden sich Darstellungen der verschiedensten Art. In einem berühmten, alten Poem wird Thailand durch Garuda, dem schlangentötenden, mythischen Vogel und Laos durch ein Naga, dargestellt. 

Eine Legende in Kambodscha berichtet von einem Naga-Volk, das von König Kaliya regiert wurde. Sie wurden von Garuda vertrieben und konnten am Fluss Jamuna, im heutigen Bangladesch, Unterschlupf finden. Hier heiratete die Tochter Kaliyas einen indischen Brahmanen. Ihre Nachkommen sind das kambodschanische Volk.

In der Tradition der malaiischen Ureinwohner, der Orang Asli, ist der See Chini im Sultanat Pahang die Heimat eines Naga namens Sri Gumun. Der Legende nach verließen seine Nachkommen Sri Pahang oder dessen Sohn den See, um einen Naga mit dem Namen Sri Kemboja zu bekämpfen. Kemboja ist ein Name für Kambodscha.

In Indonesien finden sich Naga vor allem in der javanischen und balinesischen Kultur. Einige Darstellungen zeigen gekrönte oder geflügelte Schlangen. Hier mischten sich die indischen Einflüsse mit den animistischen Religionen der Ureinwohner, die die Schlangen verehrten. In alten javanischen Darstellungen aus dem 9. Jahrhundert wirken die Figuren der Kobra nachempfunden. Im 15. Jahrhundert scheint chinesischer Einfluss deutlich zu werden und die Figuren werden drachenähnlich, ohne allerdings Füße oder Beine zu haben. Die Naga stehen gewöhnlich in Verbindung mit den niedrigen Gottheiten der Erde oder des Wassers.

Auf den Philippinen finden sich einige Spuren von Naga aus der prä-hispanischen Zeit. Sie dienen z.B. als Ornament an Langschwertern.

Learn Thai with ThaiPod101.com

 

 

Der Lauf des Mekong

Mekong
Mekong in der Provinz Nong Khai (Thailand)

Der Mekong ist mit seinen ungefähr 4500 km Länge der wichtigste Fluss in Südostasien und gehört – je nach Zählart – zu den zehn längsten Flüssen der Erde. Er entspringt in einem schwer zugänglichen Gebiet im Hochland von Tibet und durchfließt Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und mündet schließlich in Vietnam in das Südchinesische Meer.

Die Hälfte der Länge des Mekong befinden sich auf chinesischem Gebiet. Dort wird der Fluss “Mutter des Wassers” genannt. Liegt die Quelle noch auf eisiger Höhe in ca. 5200 m, so fällt er nach und nach in seinem Verlauf in China auf 500 m ü.N.N. ab.

Learn Vietnamese with VietnamesePod101.com

Nach dem Verlassen des Reiches der Mitte bildet der Fluss die Grenze zwischen Laos und Myanmar, die bis nach Thailand führt. Dort passiert der Mekong das sogenannte “Goldene Dreieck”, das berüchtigste Opiumanbaugebiet Südostasiens. Anschließend macht er einen Abstecher nach Osten in das bergige Land rund um der malerischen Stadt Luang Prabang und findet dann seinen Weg in Richtung Süden, wo er die Hauptstadt von Laos, Vientiane, erreicht und von dort an wieder die Grenze zwischen Thailand und Laos bildet.

In Süd-Laos erreicht der Mekong mit 14 Kilometern seine größte Breite. Die wunderschöne Landschaft wird nach ihrem auffälligsten “Merkmal Si Phan Don” (übersetzt “4000 Inseln”) genannt. Über die Mekongfälle gelangt der Fluss nach Kambodscha und durchfließt die Hauptstadt Phnom Penh. Seine letzte Station erreicht der Mekong in Vietnam. Dort mündet er in einer riesigen Delta-Landschaft bei Ho-Chi-Minh-City (Saigon), die von 9 großen Flussarmen dominiert wird. Daher nennen die Vietnamesen den Mekong “Song Cửu Long”, den Neun-Drachen-Fluss. Das flache Schwemmland ist sehr fruchtbar und wird daher besonders intensiv für den Reisanbau genutzt.

Mekongverlauf
Mekongverlauf (Bild: Wikimedia Commons, Shannon1)

Terrorismus in Südostasien

Das Ground-Zero-Monument in Kuta auf Bali erinnert an den islamistischen Bombenanschlag von 2002, bei dem 202 Menschen starben. 

Über Terrorismus zu diskutieren ist schwer, da keine Übereinkunft besteht, was Terrorismus denn nun genau ist. In Europa bemerken wir das Problem, wenn darüber gestritten wird, ob ein Anschlag nun ein terroristischer Akt oder ein Amoklauf war. In anderen Teilen der Welt wird es noch unübersichtlicher. Ob jemand ein Terrorist oder ein Freiheitskämpfer ist, ist oft nur eine Frage der Perspektive. Die UN bemühte sich vergeblich, eine allseits akzeptierte Definition aufzustellen und eine Forschungsgruppe fand 109 unterschiedliche Definitionen des Terrorismus.

In diesem Artikel möchte ich daher keine zu strengen Abgrenzungen ziehen. Es geht nur darum, einen kurzen Überblick über die einzelnen Regionen zu bieten, ohne sich in Detailanalysen zu verfangen.

Im Vielvölkerstaat Myanmar und in Thailand sind es vor allem separatistisch orientierte Gruppen, die Anschläge verüben. In Myanmar sind verstärkt die Grenzregionen vom Terror betroffen. Im Westen des Landes, im Gebiet der unterdrückten Minderheit der Rohingya und im Norden im Gebiet der Kachin, sind Entführungen, Ermordungen und Explosionen beinahe an der Tagesordnung. Die Lage ist gewaltgeladen und der Terror lässt sich nicht immer klar von Kriminalität (Drogenkriege), Aufständen und Racheakten trennen. Die touristisch gut erschossenen Gebiete im Zentrum des Landes sind i.d.R. eher sicher.

In Thailand ist der Hotspot des Terrorismus der muslimisch geprägte Süden, der 1841 annektiert wurde. Auch hier mischt sich Drogenkrieg mit Separatismus und Religion. Seit 2004 verfolgt die thailändische Regierung eine harte, blutige Linie in dem Konflikt, indem mehrere tausend Opfer zu beklagen sind.

Indonesien, das bevölkerungsreichste islamische Land der Erde, mit seinen ca. 200 Millionen Muslimen und Malaysia mit seinen ca. 20 Millionen Gläubigen, mussten sich notgedrungen mit islamistischen Terror befassen. Auf der Sicherheitskonferenz “Shangri La Dialog” warnte der Premierminister Singapurs Lee Hsien Long in seiner Rede im Mai 2015: “Südostasien ist für den IS eine Schlüsselregion für die Rekrutierung.” Allerdings konnten die terroristischen Anwerber viel weniger erreichen, als man es vielleicht bei der großen Zahl an Gläubigen vermuten würde. Im Jahre 2015 vermutete man ca. 500 Gotteskrieger aus Indonesien und mehrere Dutzend aus Malaysia in den Reihen des Islamischen Staates. Zur gleichen Zeit sollen nach Angaben des Präsidenten des Verfassungsschutzes ca. 700 Kämpfer aus Deutschland im Kampfgebiet tätig gewesen sein.

In Malaysia scheint man anfangs den IS falsch eingeschätzt zu haben und es gab sogar aus Regierungskreisen unkritische Sätze zu hören. Mittlerweile wurde die Gefahr allerdings erkannt und es gibt, ähnlich wie in Indonesien, Deradikalisierungskampagnen.

In beiden Ländern gibt es auch einheimische Terrororganisationen. Im islamistischen Bereich führte die Gruppe Jamaah Ansharut Tauhid 2002 den blutigen Anschlag auf Bali mit 202 Toten aus. Daneben gibt es andere aktive Organisationen in Indonesien, wie Mujahidin Indonesia Timur und die Aceh Singkil Islamic Care Youth Students Association. Eine separatistische Gruppe ist “Free Papua Movement”, die tödliche Anschläge durchführte. Alles in allem ist die Gefahr in Indonesien Opfer eines Anschlages zu werden dennoch gering.

Die aktivste Gruppe in Malaysia ist Abu Sayyaf. Aber alles in allem ist das Land sicher.

Das größte Sorgenkind in Südostasien sind die Philippinen. Hier kommt alles in großer Zahl zusammen: ob Terror mit politischen, separatistischen, kriminellen oder religiösen Ziele – oder gleich alles zusammen. Besonders blutig ist die Auseinandersetzung der kommunistischen Gruppen, wie der New People’s Army, mit den staatlichen Autoritäten, denen schon mehrere hundert Menschen zum Opfer gefallen sind. Daneben gibt es viele hochaktive Terroristengruppen, die Gottesstaaten errichten wollen, wie Abu Sayyaf oder eine asiatische Abteilung des IS. Die Grenze zum Bürgerkrieg ist fließend. Seit Mai 2017 halten einige hundert Kämpfer Teile der Stadt Marawi besetzt. Der philippinische Präsident Duterte hat daraufhin das Kriegsrecht verhängt. Seine Truppen konnten die Terroristen zwar zurückdrängen aber noch nicht vollständig besiegen.

In den Ländern Laos, Kambodscha und Vietnam sieht es hingegen viel friedlicher aus. In Laos sorgte im Jahr 2003 ein Anschlag auf einen Reisebus in der Nähe der Stadt Vang Vieng für Schlagzeilen: Zwanzig Bewaffnete eröffneten das Feuer und töteten 10 Touristen. Ob es sich dabei um einen terroristischen Anschlag oder um einen Raubüberfall handelt, ist nicht vollständig geklärt worden. Abgesehen von diesem blutigen Zwischenfall ist Laos nur sehr selten Ziel von Anschlägen.

In Kambodscha und Vietnam ist Terrorismus nahezu unbekannt.

 

Recherchetools:

Global Terrorism Database

Tracking Terrorism

Länderdaten

Auf der Coursera-Online-Universität gibt es einen englischsprachigen Kurs zum Thema “Terrorism and Counterterrorism”. Dort geht es um allgemeine Grundlagen zum Thema Terrorismus. Der Kurs wird alle paar Monate neu gestartet und bietet kostenloses Lernmaterial.

Affiliate-Link zum Kurs  

Die fünf Länder des Theravada-Buddhismus

Buddha-Figuren in Laos

Der Theravada-Buddhismus ist die älteste noch existierende Strömung des Buddhismus. In den fünf Ländern Sri Lanka, Thailand, Myanmar (Birma), Kambodscha und Laos wird er hauptsächlich praktiziert. Der Überlieferung nach machten diese Länder über Missionare des indischen Kaisers Ashoka, der im 3. Jahrhundert vor der Zeitenwende lebte, Bekanntschaft mit dem Buddhismus.

Die Theravada-Schule kam über die Kleinstaaten der Mon und Pyu nach Südostasien. Über den Austausch mit Sri Lanka festigte sich die Glaubensrichtung und setzte sich in ganz Birma durch. Die benachbarten Thais nahmen die Konfession ebenfalls an und brachten sie, nachdem sie Angkor den Rang abgelaufen hatten, in den östlichen Teil Südostasien. Ab dem 14. Jahrhundert kann man den Einfluss des Theravada-Buddhismus in Kambodscha erkennen.

Nach Abzug der europäischen Kolonialmächte wurde die Region auch religiös neu geordnet. In Thailand, das nie kolonialisiert wurde, blieb die alte Bande zwischen Staat und Religion erhalten. Doch in Kambodscha und Laos, die von sozialistischen Unabhängigkeitsbewegungen und Militärdiktaturen beherrscht wurden, trennte man den Glauben vom Staat ab.

Literatur (mit Amazon-Affiliate-Link):

 
 
Booking.com