Archäologischer Park “Phi Mai”

Ein wenig abseits der gewöhnlichen Touristenzentren befindet sich der archäologische Park von Phi Mai. Dort lassen sich die Überreste der alten Stadt Vimayapura besichtigen – eine Gründung der Khmer aus dem 11. Jahrhundert. 

Wer bereits in Angkor war, wird die markante Architektur der Bauwerke wiedererkennen. Die Anlage ist ungleich kleiner, doch ist sie für gewöhnlich nicht so überlaufen, wie der berühmte Tempelkomplex in Kambodscha. So kann man mit ein wenig Glück völlig ungestört die idyllische Atmosphäre genießen.

Die Stadtmauer von Chiang Mai

Stadtmauer
Chiang Mai: Stadtmauer und Graben

Chiang Mai wurde 1296 von König Mangrai als Hauptstadt des Reiches Lan Na gegründet. Die Zeiten waren gefährlich und so wurde keine Zeit verschwendet, die neue Stadt zu befestigen. Ungefähr 50.000 Soldaten machten sich an die Arbeit, hoben den Stadtgraben aus und errichteten einen Wall. Bei der ersten Mauer dienten Ziegel nur dazu, die Erdmassen in Form zu halten. Im Jahre 1519 wurde die Anlage komplett überarbeitet.

Der Smaragd-Buddha in Bangkok

Smaragd-Buddha
Smaragd-Buddha in Regenzeit-Kleidung (Foto: Wikimedia-Commons, JPSwimmer)

Im Tempel Wat Phra Kaeo, gleich neben dem Grandpalace in Bangkok, ist eines der berühmtesten Heiligtümer Thailands beheimatet: der Smaragd-Buddha.

Smaragd-Buddha in der Kleidung der "Heißen Jahreszeit"
Smaragd-Buddha in der Kleidung der “Heißen Jahreszeit” (Foto: Wikimedia Commons, Axel Boldt)

Er ist nicht, wie sein Name vermuten ließe,  aus einem Smaragd-Kristall gefertigt, sondern aus Jade. Die Buddha-Figur sitzt in Heldenpose, also im halben Lotussitz, mit den Handflächen nach oben auf den Schoss gelegt (Dyana Mudra), auf einem Thron. Diese Darstellung ist eine typische Meditationshaltung.

Die Statue hat zu den drei thailändischen Jahreszeiten (Heiße Jahreszeit, Kalte Jahreszeit, Regenzeit) jeweils ein eigenes Gewand und wird in einer feierlichen Zeremonie umgekleidet.

Die thailändische Flagge

Die heutige thailändische Flagge entwickelte sich aus dem ursprünglich ganz in rot gehaltenen Banners des Königreichs Ayutthaya, das wahrscheinlich von König Narai im 17. Jahrhundert eingeführt wurde.

Foto: Wikimedia Commons, Xiengyod

Ein wichtiger Einschnitt in der Geschichte Siams war das Jahr 1782. Mit Rama I. übernahm der erste König aus der Chakri-Dynastie das Amt. Die wichtigste Änderung war die Wahl der neuen Hauptstadt Bangkok. Daneben gab es viele weitere Reformen. U.a. wurde eine neue Flagge für die Marine eingeführt: ein weißes Chakra erstrahlte auf rotem Grund. Das Chakra ist nicht nur eines der Hauptattribute des indischen Gottes Vishnu, sondern auch das Wappen der Chakri-Dynastie. Die Handelsschifffahrt nutze weiterhin die rote Flagge.

Die Nachkriegszeit (Geschichte Thailands 11)

Der junge thailändische König Ananda Mahidol, Rama VIII., hatte sich zu Kriegszeiten in Europa aufgehalten. Zusammen mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Bhumibol besuchte er in der Schweiz die Schule. Die beiden Jungen verstanden sich gut. Sie lernten Deutsch und Latein und hatten dieselben Interessen wie die europäischen Jugendlichen: vom Sammelbilder sammeln bis hin zum Skifahren in den Alpen. Während Bhumibol wenig Druck hatte und Zeit für Hobbys wie Fotografieren fand, erhielt Ananda eine strengere Ausbildung, um ihn für die Regentschaft zu rüsten.

Kriege und Aufstände in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Geschichte Thailands 10)

Grand Palace, Bangkok
Grand Palace, Bangkok

1910 verstarb Chulalongkorn und Vajiravudh, Rama VI., folgte auf dem Thron. Der neue König setzte kurz nach Amtsantritt viele Reformen im gesellschaftlichen Bereich um: Neben dem buddhistischen Kalender galt nun auch der Gregorianische; Familiennamen wurden eingeführt, die oftmals aus dem Sanskrit oder Pali entlehnt wurden.

Der König, der eine englische Universität besucht hatte, förderte zwar einzelne westliche Kulturgüter, wie beispielsweise die Mode, doch setzte er auf eine eigene, thailändische Identität.

Der Vielvölkerstaat aus Siamesen, Laoten, Tai Yuan, Khmer, Malaien und Chinesen sollte unter der Trinität Nation, Buddhismus und König geeint werden. Ein neuer Nationalismus entstand, den Rama VI. mit Gedichten, Zeitungsartikeln, Liedern und Reden anheizte.

Thailand im 19. Jahrhundert (Geschichte Thailands 9)

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts herrschte der siamesische König über eine Fläche, die vergleichbar mit der Größe des heutigen Thailands war. Zu diesem Herrschaftsgebiet hinzu kam noch die gleiche Grundfläche an Vasallenstaaten.

Das islamisch geprägte Sultanat Patani, das im Süden von Thailand lag, war schon zu Zeiten Ayutthayas abgabepflichtig. 1808 erfolgte ein Aufstand, der von den Siamesen niedergeschlagen wurde.

Es folgte eine Aufsplitterung der Verwaltung und letzten Endes die Annexion durch Bangkok im Jahre 1841.  In dieser Region finden sich noch heute separatistische Strömungen, die teilweise mit Gewalt versuchen, die Unabhängigkeit zu erlangen.

Bangkok, „die Stadt der Engel“ (Thailands Geschichte 8)

Bangkok, Grand Palace
Bangkok, Grand Palace

Eine der ersten Amtshandlungen von Rama I. war die Umverlegung der Hauptstadt. Thonburi lag am westlichen Ufer des Chao Phraya Flusses und hatte dadurch mehrere Nachteile: Es gab Probleme mit der Bodenerosion und der Ort war schlecht gegen Angriffe aus Myanmar geschützt. Daher zog die Administration nur ein kurzes Stück weiter an das Ostufer.

Karte
Thonburi und Bangkok, 1782. Das Gebiet östlich des Flusses wird als Rattanakosin bezeichnet. (Foto: Wikimedia Commons, Paul_012, abgeändert)

Dort lag das Dörfchen Bangkok, das übersetzt soviel wie Olivendorf bedeutet. Die Ortschaft war überwiegend von chinesischen Fischern und Händlern bewohnt, die in das heutige Chinatown umgesiedelt wurden.


Taksin und das wiedererstarkende Siam (Geschichte Thailands 7)

Ein Offizier namens Sin konnte mit seinen Gefolgsleuten den Belagerungsring der Birmanen durchbrechen und der Gefangenschaft entgehen. Er war 1734 als Sohn eines chinesischen Einwanderers in Ayutthaya geboren und konnte sich aufgrund seiner Talente vom königlichen Pagen bis zum Gouverneur der Provinz Tak hocharbeiten. Daher erhielt er später den Namen Taksin.

Taksin rekrutierte 5000 Soldaten und konnte 1768 die birmanische Garnison in Ayutthaya besiegen. Im Jahr darauf wurde er zum König ernannt.

Thailand lag am Boden. Durch den Krieg zerrüttet, brach Hungersnot im Land aus. Taksin mobilisierte sämtliche zur Verfügung stehenden Kräfte, um die brachliegenden Reisfelder schnell wieder betreiben zu können. Sogar seine Staatsbeamten mussten ungeachtet ihres Ranges bei diesen Aufgaben helfen.

Die Zerstörung Ayutthayas (Geschichte Thailands 6)

Ayutthaya
Zerstörte Statuen in Ayutthaya

Mitte des 18. Jahrhunderts wechselten die Herrschaftsverhältnisse in Myanmar. Eine neue Dynastie errang die Macht, die zügig außerhalb der eigenen Grenzen expandieren wollte.

Wie zweihundert Jahre zuvor griff die birmanische Armee zunächst in Lan Na an. Chiang Mai wurde nach einer sieben Monate währenden Belagerung eingenommen. Um den Besatzern zu entgehen, drängte ein Teil der Bevölkerung in die Wälder und gründete Räuberbanden; es herrschten anarchistische Zustände.

Das Ziel des birmanischen Königs Hsinbyushin war die völlige Herrschaft im südostasiatischen Raum – wieder war die Idee des Chakravartin die treibende Kraft. Er wollte aus den vorigen Fehlern lernen: Ayutthaya sollte nicht Vasall, sondern völlig zerstört werden. Damit könnte das Machtverhältnis langfristig festgelegt werden.