Batik – eine indonesische Kunst

Batikmotiv aus Yogyakarta
Batikmotiv aus Yogyakarta (Foto: Wikimedia Commons, Thomas Bergholz)

Die buntgemusterten Batik-Hemden haben es in die Läden in aller Welt geschafft. Dahinter steht eine indonesische Kunstform, die auf ein spezielles Färbeverfahren beruht. Das javanische Wort „mbatik“ bedeutet soviel wie „mit Wachs schreiben“ – und das ist das Geheimnis der Muster.

Traditionell arbeiten mehrere Frauengenerationen einer Familie zusammen in einer Werkstatt. Mit dem „canting“, einem füllerähnlichen Instrument, das mit Wachs befüllt ist, wird auf Stoffbahnen ein Muster eingezeichnet. Beim anschließenden Färben bleiben diese Stellen dadurch frei und behalten die ursprüngliche Farbe des Stoffes. Danach kann das Wachs ausgekocht werden. Je nach Muster wird dieser Vorgang öfters wiederholt.

Religiöse Toleranz in Indonesien

Meuseujid Raya Bayturrahman
Meuseujid Raya Bayturrahman (Foto: Si Gam Acèh)

Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Erde. Der Islam erhielt hier, anders als in Nordafrika, nicht durch Eroberer, sondern durch Kaufleute Einzug.

In gewisser Hinsicht ist Indonesien ein religiös tolerantes Land: Muslime, Christen, Hindus und Anhänger kleinerer Glaubensgemeinschaften leben hier friedlich nebeneinander. Die wichtigsten Feste der verschiedenen Religionen gelten als nationale Feiertage.

Jeder Einwohner kann seinen Glauben frei wählen, allerdings sind nur der Islam, Protestantismus, Katholizismus, Hinduismus, Buddhismus, Konfuzianismus und der Glaube der Bahai offiziell anerkannt. Die Pancasila in der indonesischen Verfasssung legen fest, dass nur monotheistische Religionen akzeptiert werden. Die balinesischen Hinduisten, die eigentlich über eine Vielzahl an Göttern verfügen, erreichten dies, indem sie auf ihr oberstes göttliches Prinzip, dem Sanghyang Widhi Wasa verwiesen, in der alle Götter, Ahnen und Naturkräfte zu einer göttlichen Ordnung vereint werden.

Pancasila – die fünf Grundsätze der indonesischen Politik

Garuda
Indonesisches Staatswappen: Der Stern steht für das göttliche All-Eine, die Kette für den Internationalismus, der Baum für den Nationalismus, der Büffel für Demokratie und Baumwolle und Reis für die soziale Wohlfahrt.
(Foto: Gunawan Kartapranata)

Die Pancasila sind die Grundsätze der indonesischen Politik. Sie wurden erstmals von Sukarno, dem Führer der indonesischen Unabhängigkeitsbewegung und späteren ersten Präsidenten, in einer Rede am 1. Juni 1945 erwähnt. In leicht abgeänderter Form, mit einer höheren Gewichtung der Religion, wurden sie in die Präambel der indonesischen Verfassung aufgenommen.

Das Wort „Pancasila“ (oder auch „Pantja-Sila“) stammt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel wie „5 Prinzipien“.

Bahasa Indonesia – die Sprache Indonesiens

Am 28. Oktober 1928 trafen sich 70 junge Nationalisten in Batavia, um unter dem Motto „ein Land, eine Nation, eine Sprache“ den Weg Richtung Unabhängigkeit einzuschlagen. Doch welche Sprache sollte man wählen? Auf den vielen Inseln des 1.900.000 km² großen Landes werden noch heute ca. 700 Sprachen gesprochen – das sind ca. 10% aller Sprachen weltweit. Obwohl die meisten Revolutionäre von der Insel Java stammten, entschieden sie sich gegen Javanisch. Die Wahl fiel auf die schon zuvor grenzüberschreitend gebrauchte Sprache des Nachbarstaates Malaysia: Malaiisch.

Niederländische Intervention und Massenselbstmord in Süd-Bali

Puputan-Denkmal in Denpasar
Puputan-Denkmal in Denpasar

Im 19. Jahrhundert erweiterten die Niederländer ihren Einfluss in Indonesien und verdrängten nach und nach die Portugiesen aus der Region. Die ersten Übergriffe der Niederländer in Bali begannen 1846. In den darauffolgenden Jahren konnten sie die komplette Kontrolle über den nördlichen Teil der Insel erlangen. 

Im Süden hingegen konnten sich die drei Königreiche Tabanan, Badung and Klungkung ihre Unabhängigkeit weitere 60 Jahre bewahren. Ein Konflikt um das Plünderrecht brachte schließlich ihr Ende. Nach alter Tradition war es den balinesischen Herrschern gestattet, Schiffswracks an ihren Küsten zu plündern. Im Mai 1904 machte der Raja von Badung von diesem Recht Gebrauch, als ein chinesischer Schoner vor Sanur auf ein Riff auflief. Die Holländer verlangten daraufhin Kompensation, doch der Raja lehnte ab und erhielt Unterstützung von Tabanan und Klungkung.