UNESCO-Listen für Südostasien (Weltnaturerbe, Weltkulturerbe, Geopark)

Borbudur
Tempelanlage von Borobudur (Foto: Wikimedia Commons, Bennylin)
Indonesien
Naturerbe Nationalpark Komodo Der Nationalpark zum Schutz der Komodowarane.  1991
Naturerbe Nationalpark Ujung Kulon auf Java mit dem Vulkan Anak Krakatau Java  1991
Kulturerbe Buddhistische Tempelanlagen von Borobudur    1991
Kulturerbe Hindutempel von Prambanan    1991
Kulturerbe Paläontologische Stätte Sangiran Ausgrabungsstätte auf 48 km²  1996
Naturerbe Nationalpark Lorentz    1999
Naturerbe Nationalpark Gunung Leuser, Nationalpark Kerinci-Seblat und Nationalpark Barisan Selatan  Regenwälder von Sumatra  2004
Kulturerbe Das Subak-System als Manifestation der Tri Hita Karana-Philosophie  Bali  2012
Geopark Batur Vulkan  2012
Geopark Gunung Sewu    2015
Angkor Wat
Angkor Wat
Kambodscha
Kulturerbe Angkor, Roluos und Banteay Srei Archäologische Parks  1992
Kulturerbe Tempel Preah Vihear Grenzland zu Thailand  2008
Kulturerbe Sambor Prei Kuk Tempelzone  2017
Luang Prabang
Luang Prabang
Laos
Kulturerbe Luang Prabang Königspalast und buddhistische Klöster  1995
Kulturerbe Kulturlandschaft Champasak Tempelbezirk von Wat Phou  2008

 

George Town
George Town
Malaysia
Naturerbe Kinabalu-Park Kinabalu ist mit 4095 Meter der höchste Berg Malaysias  2000
Naturerbe Nationalpark Gunung Mulu Gunung Mulu ist ein 2377 Meter hoher Berg, Clearwater Cave etwa 108 km lang.  2000
Geopark Langkawi    2007
Kulturerbe Malakka und George Town Historische Städte an der Straße von Malakka  2008
Kulturerbe Archäologisches Erbe im Tal von Lenggong Fundstädten im Tal von Lenggong umfassen 2 Millionen Jahren Menschheitsgeschicht  2012
BawbawgyiPaya
Bawbawgyi Paya in der Nähe von Pyu (Foto: Wikimedia Commons, Doron)
Myanmar
Kulturerbe Antike Stätten von Pyu    2014

 

Papua-Neuguinea
Naturerbe Historische Agrarlandschaft von Kuk     2008
Tubbataha
Tubbataha-Korallenriff (Foto: UNESCO)
Philippinen
Kulturerbe San Agustín in Manila, Kirchen in Santa Maria, Paoay und Miagao Barock-Kirchen  1993
Naturerbe Korallenriff Tubbataha    1993
Kulturerbe Batad, Bangaan, Hungduan, Mayoyao Central und Nagacadan Reisterrassen  Reisterrassen  1995
Naturerbe Nationalpark “Unterirdischer Fluss”  bei Puerto Princesa auf Palawan  1999
Kulturerbe Historische Stadt Vigan    1999
Naturerbe Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary    2014
Botanischer Garten, Singapur
Botanischer Garten, Singapur
Singapur
Naturerbe Botanischer Garten    2015
Ayutthaya
Ayutthaya
Thailand
Kulturerbe Sukhothai Historical Park, Kamphaeng Phet Historical Park und Si Satchanalai Historical Park    1991
Kulturerbe Ayutthaya Historical Park    1991
Naturerbe Naturschutzgebiete Thungyai und Huai Kha Khaeng    1991
Kulturerbe Ban-Chiang-Ausgrabungsstätte    1992
Naturerbe Waldkomplex der Dong-Phaya-Yen-Bergkette inklusive Khao-Yai-Nationalpark  2005
Verbotene Stadt, Hue
Verbotene Stadt, Hue
Vietnam
Kulturerbe Kaiserstadt Huế    1993
Naturerbe Bucht von Ha-Long    1994
Kulturerbe Altstadt von Hội An    1999
Kulturerbe Tempelstadt My Son    1999
Naturerbe Phong Nha-Ke Bang-Nationalpark    2003
Geopark Karstplateau Đồng Văn    2010
Kulturerbe Zitadelle Thang Long in Hanoi    2010
Kulturerbe Zitadelle der Hồ-Dynastie    2011
Kulturerbe/Naturerbe Landschaftskomplex Tràng An    2014



Feiertage in Vietnam 2018

Datum Wochentag Name Hinweis
1. Januar Montag Neujahr  
 15. Feb. Donnerstag Chinesisches Neujahr  
 16.-20. Feb. Freitag-Dienstag Vietnamesisches Neujahr  
 25. April Mittwoch Tag der Hùng-Könige  
 30. April Montag Tag der Befreiung  
 1. Mai Dienstag Tag der Arbeit  
 28. Juni Donnerstag Tag der Familie  
 2. Sept. Sonntag Unabhängigskeitstag Ersatztermin, wg. Wochenende: 3.9.
 20. Okt. Samstag Tag der vietnamesischen Frauen kein nationaler Feiertag
 24. Dez. Montag Heiligabend kein nationaler Feiertag
 25. Dez. Dienstag Weihnachten kein nationaler Feiertag
 31. Dez. Montag  Silvester kein nationaler Feiertag

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Linktipp: Vietnamesische Legenden und Märchen

Lac Long Quan und Au Coc
Lạc Long Quân und Âu Cơ – künstlerische Darstellung für das vietnamesische Neujahrsfest 2009 (Foto: Wikimedia Commons, Prenn)

Ich war gerade dabei, die Legende von Lạc Long Quân und Âu Cơ hier zu veröffentlichen, da habe ich eine Internetseite gesehen, auf der es diese Geschichte und viele weitere schon in besserer Qualität gibt.

Hier sind die Märchen und Legenden zu finden: vietnam.com

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Der Lauf des Mekong

Mekong
Mekong in der Provinz Nong Khai (Thailand)

Der Mekong ist mit seinen ungefähr 4500 km Länge der wichtigste Fluss in Südostasien und gehört – je nach Zählart – zu den zehn längsten Flüssen der Erde. Er entspringt in einem schwer zugänglichen Gebiet im Hochland von Tibet und durchfließt Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und mündet schließlich in Vietnam in das Südchinesische Meer.

Die Hälfte der Länge des Mekong befinden sich auf chinesischem Gebiet. Dort wird der Fluss “Mutter des Wassers” genannt. Liegt die Quelle noch auf eisiger Höhe in ca. 5200 m, so fällt er nach und nach in seinem Verlauf in China auf 500 m ü.N.N. ab.

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Nach dem Verlassen des Reiches der Mitte bildet der Fluss die Grenze zwischen Laos und Myanmar, die bis nach Thailand führt. Dort passiert der Mekong das sogenannte “Goldene Dreieck”, das berüchtigste Opiumanbaugebiet Südostasiens. Anschließend macht er einen Abstecher nach Osten in das bergige Land rund um der malerischen Stadt Luang Prabang und findet dann seinen Weg in Richtung Süden, wo er die Hauptstadt von Laos, Vientiane, erreicht und von dort an wieder die Grenze zwischen Thailand und Laos bildet.

In Süd-Laos erreicht der Mekong mit 14 Kilometern seine größte Breite. Die wunderschöne Landschaft wird nach ihrem auffälligsten “Merkmal Si Phan Don” (übersetzt “4000 Inseln”) genannt. Über die Mekongfälle gelangt der Fluss nach Kambodscha und durchfließt die Hauptstadt Phnom Penh. Seine letzte Station erreicht der Mekong in Vietnam. Dort mündet er in einer riesigen Delta-Landschaft bei Ho-Chi-Minh-City (Saigon), die von 9 großen Flussarmen dominiert wird. Daher nennen die Vietnamesen den Mekong “Song Cửu Long”, den Neun-Drachen-Fluss. Das flache Schwemmland ist sehr fruchtbar und wird daher besonders intensiv für den Reisanbau genutzt.

Mekongverlauf
Mekongverlauf (Bild: Wikimedia Commons, Shannon1)

Terrorismus in Südostasien

Das Ground-Zero-Monument in Kuta auf Bali erinnert an den islamistischen Bombenanschlag von 2002, bei dem 202 Menschen starben. 

Über Terrorismus zu diskutieren ist schwer, da keine Übereinkunft besteht, was Terrorismus denn nun genau ist. In Europa bemerken wir das Problem, wenn darüber gestritten wird, ob ein Anschlag nun ein terroristischer Akt oder ein Amoklauf war. In anderen Teilen der Welt wird es noch unübersichtlicher. Ob jemand ein Terrorist oder ein Freiheitskämpfer ist, ist oft nur eine Frage der Perspektive. Die UN bemühte sich vergeblich, eine allseits akzeptierte Definition aufzustellen und eine Forschungsgruppe fand 109 unterschiedliche Definitionen des Terrorismus.

In diesem Artikel möchte ich daher keine zu strengen Abgrenzungen ziehen. Es geht nur darum, einen kurzen Überblick über die einzelnen Regionen zu bieten, ohne sich in Detailanalysen zu verfangen.

Im Vielvölkerstaat Myanmar und in Thailand sind es vor allem separatistisch orientierte Gruppen, die Anschläge verüben. In Myanmar sind verstärkt die Grenzregionen vom Terror betroffen. Im Westen des Landes, im Gebiet der unterdrückten Minderheit der Rohingya und im Norden im Gebiet der Kachin, sind Entführungen, Ermordungen und Explosionen beinahe an der Tagesordnung. Die Lage ist gewaltgeladen und der Terror lässt sich nicht immer klar von Kriminalität (Drogenkriege), Aufständen und Racheakten trennen. Die touristisch gut erschossenen Gebiete im Zentrum des Landes sind i.d.R. eher sicher.

In Thailand ist der Hotspot des Terrorismus der muslimisch geprägte Süden, der 1841 annektiert wurde. Auch hier mischt sich Drogenkrieg mit Separatismus und Religion. Seit 2004 verfolgt die thailändische Regierung eine harte, blutige Linie in dem Konflikt, indem mehrere tausend Opfer zu beklagen sind.

Indonesien, das bevölkerungsreichste islamische Land der Erde, mit seinen ca. 200 Millionen Muslimen und Malaysia mit seinen ca. 20 Millionen Gläubigen, mussten sich notgedrungen mit islamistischen Terror befassen. Auf der Sicherheitskonferenz “Shangri La Dialog” warnte der Premierminister Singapurs Lee Hsien Long in seiner Rede im Mai 2015: “Südostasien ist für den IS eine Schlüsselregion für die Rekrutierung.” Allerdings konnten die terroristischen Anwerber viel weniger erreichen, als man es vielleicht bei der großen Zahl an Gläubigen vermuten würde. Im Jahre 2015 vermutete man ca. 500 Gotteskrieger aus Indonesien und mehrere Dutzend aus Malaysia in den Reihen des Islamischen Staates. Zur gleichen Zeit sollen nach Angaben des Präsidenten des Verfassungsschutzes ca. 700 Kämpfer aus Deutschland im Kampfgebiet tätig gewesen sein.

In Malaysia scheint man anfangs den IS falsch eingeschätzt zu haben und es gab sogar aus Regierungskreisen unkritische Sätze zu hören. Mittlerweile wurde die Gefahr allerdings erkannt und es gibt, ähnlich wie in Indonesien, Deradikalisierungskampagnen.

In beiden Ländern gibt es auch einheimische Terrororganisationen. Im islamistischen Bereich führte die Gruppe Jamaah Ansharut Tauhid 2002 den blutigen Anschlag auf Bali mit 202 Toten aus. Daneben gibt es andere aktive Organisationen in Indonesien, wie Mujahidin Indonesia Timur und die Aceh Singkil Islamic Care Youth Students Association. Eine separatistische Gruppe ist “Free Papua Movement”, die tödliche Anschläge durchführte. Alles in allem ist die Gefahr in Indonesien Opfer eines Anschlages zu werden dennoch gering.

Die aktivste Gruppe in Malaysia ist Abu Sayyaf. Aber alles in allem ist das Land sicher.

Das größte Sorgenkind in Südostasien sind die Philippinen. Hier kommt alles in großer Zahl zusammen: ob Terror mit politischen, separatistischen, kriminellen oder religiösen Ziele – oder gleich alles zusammen. Besonders blutig ist die Auseinandersetzung der kommunistischen Gruppen, wie der New People’s Army, mit den staatlichen Autoritäten, denen schon mehrere hundert Menschen zum Opfer gefallen sind. Daneben gibt es viele hochaktive Terroristengruppen, die Gottesstaaten errichten wollen, wie Abu Sayyaf oder eine asiatische Abteilung des IS. Die Grenze zum Bürgerkrieg ist fließend. Seit Mai 2017 halten einige hundert Kämpfer Teile der Stadt Marawi besetzt. Der philippinische Präsident Duterte hat daraufhin das Kriegsrecht verhängt. Seine Truppen konnten die Terroristen zwar zurückdrängen aber noch nicht vollständig besiegen.

In den Ländern Laos, Kambodscha und Vietnam sieht es hingegen viel friedlicher aus. In Laos sorgte im Jahr 2003 ein Anschlag auf einen Reisebus in der Nähe der Stadt Vang Vieng für Schlagzeilen: Zwanzig Bewaffnete eröffneten das Feuer und töteten 10 Touristen. Ob es sich dabei um einen terroristischen Anschlag oder um einen Raubüberfall handelt, ist nicht vollständig geklärt worden. Abgesehen von diesem blutigen Zwischenfall ist Laos nur sehr selten Ziel von Anschlägen.

In Kambodscha und Vietnam ist Terrorismus nahezu unbekannt.

 

Recherchetools:

Global Terrorism Database

Tracking Terrorism

Länderdaten

Auf der Coursera-Online-Universität gibt es einen englischsprachigen Kurs zum Thema “Terrorism and Counterterrorism”. Dort geht es um allgemeine Grundlagen zum Thema Terrorismus. Der Kurs wird alle paar Monate neu gestartet und bietet kostenloses Lernmaterial.

Affiliate-Link zum Kurs  

Die ersten Kulturen (Geschichte Vietnams 1)

Prähistorische Jäger
Prähistorische Jäger. Gemälde im Historischen Museum in Hanoi (Foto: Wikimedia Commons, HappyMidnight)

Die ersten menschlichen Artefakte, die in Vietnam gefunden wurden, stammen von der „Sơn Vì“-Kultur aus der Altsteinzeit. In einem weit verstreuten Gebiet an insgesamt 230 Orten hinterließen sie Spuren – von Phú Thọ nordwestlich von Hanoi bis tief in den Süden nach Lâm Đồng, das ca. 100 km nordöstlich von Ho Chi Minh City liegt. Doch auch außerhalb von Vietnam lebten diese Altsteinzeiteinwohner. Sowohl in Südchina als auch in Thailand finden sich Hinweise auf sie.

Die erhaltenen Skelette weisen durchgehend australoide Merkmale auf. Das bedeutet, dass es noch keine Durchmischung mit Völkern aus dem Norden gab.

Die Hinterlassenschaften in Höhlen geben einen kleinen Einblick in die Lebensweise der Frühmenschen. Typisch war eine zentrale Feuerstelle. Dort entdeckten Forscher Asche von verbranntem Holz und zerbrochene Werkzeuge. Am Rande lagen tierische Überreste, wie Knochen, Zähne und Muschelschalen.

Das Klima war zwar leicht kühler als heutzutage, doch den Jägern und Sammlern bot sich dennoch ein umfangreiches Angebot. Neben pflanzlichen Nahrungsmitteln wurden allerlei verschiedene Tiere gejagt. Rotwild, Elefanten, Wildschweine, Affen, Füchse, Tiger und andere Wildkatzen lieferten den Frühmenschen große Mengen Fleisch. Doch auch kleine Happen, wie Bergschnecken, wurden nicht verpönt. Das Meer und die Flüsse lieferten Fische und Weichtiere, wie Herzmuscheln und Austern.

Die Neusteinzeit beginnt mit der „Hòa Bình“-Kultur. Die Bekanntheit dieser Kultur ist mit ihrer Entdeckerin verknüpft. Die zur Archäologie gewechselte Botanikerin Madeleine Colani war die einzige weibliche Spezialistin im Bereich der französischen Kolonialarchäologie. Ihrer Entdeckung folgten viele weitere: alleine 120 Fundstellen in Vietnam konnten zugeordnet werden. Auch außerhalb des Landes, in Kambodscha, Laos, Thailand, Myanmar, Sumatra und Australien hinterließen die Hòa Bình ihre Spuren.

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Sie stammten aus einem anderen Kulturkreis als die Sơn Vì. Mit Blick auf die mongoliden Skelette der Hòa Bình  liegt eine Verwandtschaft zu chinesischen oder tibetischen Völkern nah. Ihre Lebensführung unterschied sich ebenfalls zur Altsteinzeit.

Sie nutzen feiner ausgearbeitete Steinwerkzeuge und erschlossen neue handwerkliche Bereiche, wie die Töpferei. Erste Töpferwaren mit Verzierungen tauchten auf und beweisen, dass die Menschen nicht nur reine, funktionale Gebrauchsgüter schaffen wollten. Mit Schnüren wurden Muster in den Ton gekerbt. Nach diesem Verfahren werden die Stücke als Schnurkeramiken bezeichnet.

Die Hòa Bình waren keine reinen Jäger und Sammler mehr. Sie nutzen einfache Formen der Landwirtschaft und bauten Gemüse, Fruchtbäume und Reis an. Auch im Bereich der Tierhaltung wurden erste Schritte unternommen und Hunde gezähmt.

Die weitere Ausbreitung der „Hòa Bình“-Kultur wurde durch den Klimawandel verhindert. Als vor ca. 8.000 Jahren die Eiszeit endete und die Eisdecken schmolzen, stieg der Meeresspiegel weltweit an. Große Teile des Sunda-Kontinents versanken im Meer. Siedlungsgebiete wurden überschwemmt und die Wanderung zwischen Nord und Süd wurde erschwert. Es entstanden Risse in der Erdkruste und häufige Erdbeben und Tsunamis waren die Folge.

Mit dem verlorenen Lebensraum verschwanden auch viele Zeugnisse der alten Kulturen im ansteigenden Meer. Die heute in den Museen und Sammlungen zu sehenden Gegenstände stammen aus den höher gelegenen Regionen, die durch ihre Lage vor dem Wasser geschützt waren.

Tabelle: Frühe Kulturen in Vietnam
Die Jahreszahlen weichen je nach Quelle ab und sollten daher nur als ungefährer Anhaltspunkt dienen. Die Namensgebung der Kulturen richtet sich nach dem jeweils ersten Fundort.

Steinzeit
30.000 v.u.Z. Dieu
21.000-9.000 v.u.Z. Sơn Vì
16.000-5.500 v.u.Z. Hòa Bình
8.000-5.000 v.u.Z. Bắc Sơn
4.000-2.000 v.u.Z. Đa Bút
Bronzezeit
2.000-1.500 v.u.Z. Phùng Nguyên
2.000 v.u.Z. Hạ Long
1.000-700 v.u.Z. Gò Mun
1.000 v.u.Z. Đông Sơn
Eisenzeit
2.000 v.u.Z. – 200 Sa Huỳnh
2.000 v.u.Z. Đông Nai

Mit dem sich zurückziehenden Schmelzwasser entstanden neue Kulturen in Vietnam. Die Bronzezeit, die ungefähr 2.000 Jahre vor der Zeitenwende einsetzte, brachte den nächsten Techniksprung. Die „Phùng Nguyên“-Kultur hinterließ höherwertige Handwerksstücke. Dazu zählen Töpferwaren, Schmuck, Pfeile, Lehmskulpturen. Es wurden Spulen und Weberschiffchen aus Keramik gefunden, die beweisen, dass bereits Kleidung gewebt wurde.

Die wahrscheinlich bekannteste Bronzezeit-Kultur sind die „Đông Sơn“. Sie hatten ihre Hochphase von ca. 1.000 v.u.Z. bis ins erste Jahrhundert n.u.Z.. Die Ausbreitung war weit über Vietnam hinaus; sogar in Myanmar zeigt sich eine ähnliche Kultur. Das Besondere an den Đông Sơn waren die feinen Bronzearbeiten. Viele Gegenstände wurden aus diesem Material gefertigt: u.a. wurden Trommeln, Werkzeuge, Gefäße und Waffen gefunden.

Literatur:
Vu Hong Lien; Sharrock, Peter: Descending Dragon, Rising Tiger. London, 2014.



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Ha Long Bay – ein UNESCO-Weltkulturerbe

Ha Long Bay, 2012.
Ha Long Bay, 2012. (Foto: Wikimedia Commons, Calflier001)

1994 wurde die „Ha Long“-Bucht mit ihren 1969 Karst-Inseln zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Der Name bedeutet „Herabsteigender Drache“ und erinnert an die Legende einer Drachenmutter, die mit ihren Kindern die Bewohner der Region verteidigte, indem sie Perlen ausspien, die sich zu Inseln verwandelten.

Die Version der Geologen über die Entstehung des Archipels ist weit weniger poetisch: Am Meeresgrund des Ur-Ozeans Thetys sammelten sich große Mengen an Muschelkalkablagerungen. Vor 30-50 Millionen Jahren wurde das Gestein – im Zuge der Gebirgsbildungsphase in der auch die Alpen und das Himalajagebirge entstanden – über den Meeresspiegel angehoben. Verwitterung und Eiszeiten schufen die besonderen Formen.

 


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Die Besiedlung Südostasiens

Als die ersten modernen Menschen vor mehr als 40.000 Jahren von Afrika nach Südostasien einwanderten, fanden sie eine im Vergleich zu heute völlig andere Welt vor. Auf der Erde herrschte eine Eiszeit. Durch die Kälte nahm das Wasser der Ozeane weniger Raum ein und durch die großflächigen Eisdecken an Land wurde weiteres Wasser gebunden. Die Folge war ein bis zu 120 Meter tieferer Meeresspiegel. Wo heute der Golf von Thailand und das Südchinesische Meer Vietnam von den malayischen Inseln und Indonesien trennt, erstreckte sich damals der Sunda-Kontinent. Die vietnamesische Küstenlinie zog sich weit in den Osten.

Die neuen Siedler trafen in Asien auf Verwandte: der Homo erectus lebte in dieser Region bereits seit einigen hunderttausend Jahren. Eines der bekanntesten Fossilien dieser Population ist der sogenannte Peking-Mensch, dessen Alter auf ca. 400.000 Jahre geschätzt wird. Für einige Forscher, besonders aus China, erschien es naheliegend, dass die heutigen Asiaten von dieser Menschengattung abstammen. Allerdings kann die moderne Forschung diese Theorie widerlegen.

Die Zeugnisse aus prähistorischen Zeit sind rar und es benötigt viel Spürsinn, die früheste menschliche Geschichte zu Tage zu bringen. Mit Hilfe der Molekularbiologie können Wanderbewegungen der Frühzeit rekonstruiert werden. In den menschlichen Zellen befinden sich die Mitochondrien, die komplexe, chemische Verbindungen in einfache, energiereiche Moleküle umwandeln. Sie sind sozusagen die Kraftwerke der Zellen.

Mitochondrien besitzen eine eigene DNA, die im Gegensatz zum menschlichen Erbgut aus beschaulichen 16.500 Bausteinen, sogenannten Nukleotiden, bestehen. Die Mitochondrien werden ausschließlich von der Mutter an ihre Kinder weitergegeben. Dadurch erleichtert sich die Stammbaum-Forschung erheblich.

Die Untersuchung der mitochondrialen DNA widerspricht der Hypothese des multiregionalen Ursprungs des Homo sapiens. Alle Mitochondrien der heute lebenden Menschen lassen sich auf eine Frau zurückführen, die sogenannte „Mitochondriale Eva“. Sie lebte vor ca. 100-150.000 Jahren in Afrika.

Ähnlich gut wie die Mitochondrien lassen sich die Y-Chromosome untersuchen. Der Genetiker Li Jin versuchte anhand deren DNA Hinweise auf Paarungen mit den Homo erectus im Erbgut der heute lebenden Chinesen zu finden. Doch er fand keine Auffälligkeiten. Die Asiaten teilen also ihren Ursprung mit dem Rest der Menschheit.

Quellen:
Steve Olson: Herkunft und Geschichte des Menschen
http://www.sciencemag.org/content/341/6145/562 (Abruf 1.2.15)

 

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Ein paar Zeilen zu Ho Chi Minh

Ho-Chi-Minh-Mausoleum, 03/16.
Ho-Chi-Minh-Mausoleum, 03/16.

Die wichtigste Stadt im Süden Vietnam, das ehemalige Saigon, trägt nun den Namen des kommunistischen Revolutionärs Ho Chi Minh.
In einem anderen Blog las ich eine Diskussion über ein Flugblatt, in dem Hồ Chi Minh in eine Reihe mit den kommunistischen Diktatoren Stalin und Mao gestellt wurde. In solche Gesellschaft darf man ihn aber nicht einreihen, da er alles andere als ein furchteinflößender Tyrann war. Aber wer kennt heute noch die Hintergründe für den Freiheitskampf der Vietnamesen und die Taten Hồ Chi Minhs? Daher folgt eine kleine Erzählung des bewegten Lebens des Revolutionärs.

1890 wurde Hồ Chi Minh unter dem Namen Nguyễn Tất Thành geboren. Zu dieser Zeit war Vietnam dem französischen Kolonialreich eingegliedert. Durch Monopolbildung bei Gütern wie Salz, Alkohol und Opium verstanden es die Franzosen hohe Gewinne einzufahren. Doch schufen sie damit soziale Probleme, die Hồ auch in seinem persönlichem Umfeld erlebte. Nach einer gewaltsam aufgelösten Demonstration verließ er 1911 das Land, indem er auf einem französischen Dampfer anheuerte.

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Er bereiste die Welt und machte Halt in Dakar, Boston, New York und Le Havre. Er lernte die französische Sprache, weil er wusste, dass das für seine politische Arbeit wichtig werden würde. Schließlich blieb er in Europa; zunächst in London, später in Paris. Dort versuchte er mit wichtigen Politikern Kontakt aufzunehmen, um auf die Not Vietnams aufmerksam zu machen. Doch das misslang. Nach und nach wurde er als politischer Agitator bekannt. So bekannt, dass er es vorzog, 1924 nach Moskau zu flüchten.

In dieser Zeit wurde eine friedliche Einigung mit den Franzosen immer unwahrscheinlicher. Nach einem Gespräch mit Ernst Thälmann sah Hồ Chi Minh nur noch den Weg, die Probleme Vietnams von innen her zu lösen. Daher setze er nach Asien über, einte dort 1930 die beiden konkurrierenden Bewegungen des vietnamesischen Widerstandes und ging als deren Führer hervor. Ein Jahr später wurde er in Singapur wegen der Gründung der kommunistischen Partei festgenommen und in Hongkong für 18 Monate inhaftiert.

Der 2. Weltkrieg brach aus. Japan führte nicht nur Krieg mit China, sondern besetzte auch Teile Vietnams. Hồ Chi Minh versuchte daher, in China Verbündete für den Freiheitskampf zu finden. Doch er blieb erfolglos, da die Chinesen selber daran interessiert waren, sich einen Teil Vietnams einzuverleiben. Und so wurde Hồ zunächst wieder in ein Gefängnis verfrachtet. Doch das Blatt wendete sich schnell und komplett. Hồ wurde freigelassen und erhielt sogar finanzielle Unterstützung. Chinesen und Amerikaner wollten mit seiner Hilfe die Japaner in Indochina zurückdrängen. Die Chinesen erhofften dadurch ihren Einmarsch in Vietnam zu erleichtern, doch durch die Revolution in ihrem Land kam es nie dazu.

Durch die Niederlage im Weltkrieg mussten die Japaner wieder das Festland verlassen und zogen sich auf ihre Insel zurück. Ein Schritt in die Unabhängigkeit Vietnams war gemacht, aber die Franzosen blieben und kämpften weiter um ihre Kolonie. Die Soldaten um Hồ Chi Minh agierten mit einer erfolgreichen Guerilla-Taktik, gegen die Artillerie und Flugzeuge nichts ausrichten konnten.

 

Als die Franzosen letztlich doch das Land verließen, übernahm ein autoritäres Regime die Macht in Südvietnam, das von den Amerikanern unterstützt wurde. Die Amerikaner griffen nun verstärkt ein, da sie in Hồ Chi Minh nun nicht mehr den Freiheitskämpfer, sondern in erster Linie den Kommunisten sahen

Die Guerillas aus dem Norden schlugen gezielt zu. Sie versuchten die Verwaltung des Südens zu stören und töteten dafür auch. Die Ermordungen trafen zwar häufig Verbrecher, doch waren die Mittel oft grausam.

An dieser Stelle möchte ich die Kriegsschilderungen nicht weiter vertiefen, da ich den amerikanischen Vietnamkrieg ein anderes Mal thematisieren möchte. In diesem Artikel soll es um Hồ Chi Minh gehen. Der Krieg verlief gut für die Revolutionäre und die Amerikaner sollten sich aus dem Land zurückziehen. Allerdings erlebte Hồ Chi Minh das nicht mehr selber. Er starb am 2. September 1969.

Hồ Chi Minh erlebte als Politiker einen Kolonialkrieg und einen Bürgerkrieg. In seiner Zeit gab es eine lange Reihe an schweren Verfehlungen: Kriegsverbrechen, Grausamkeiten bei der Landneuverteilung und der Betrieb politischer Umerziehungslager. Die Frage ist, welche Schuld lud sich Hồ dabei auf? Die Antwort ist nicht eindeutig und die Literatur ist in diesem Bereich leider auch stark tendenziös.

Er scheint gegen politische Gegner keine Grausamkeiten gefordert zu haben und sogar im Gegenteil besänftigend gewirkt zu haben; beispielsweise als er bei den Gewaltexzessen der Landumverteilung zum friedlichen Umgang aufrief.

Martin Großheim schreibt in seiner Ho-Chi-Minh-Biographie: „In der Praxis zeigte sich, dass Ho Chi Minhs mäßigender Einfluss begrenzt war und es ihm auch an der nötigen Durchsetzungskraft sowie an Mut fehlte. Er blieb zwar eine wichtige Legitimationsquelle für die Kommunistische Partei, doch war 1951 ein Prozess eingeleitet worden, der Ho Chi Minh mehr und mehr auf seine symbolische Rolle als Ikone der Revolution beschränkte.“
Fest steht, dass der Privatmensch Hồ Chi Minh stark im Hintergrund blieb. Die Öffentlichkeit kannte einen Politiker, der für einen Revolutionär ungewöhnlich sanftmütige Seiten an den Tag legte. Er verkörperte konfuzianische Tugenden, wie Güte und Bescheidenheit. Auf dem oben gezeigten Denkmal sitzt er zusammen mit einem Kind – für einen Revolutionsführer ein ungewöhnliches Bild. Nein, ein Stalin war Hồ Chi Minh nicht!

Literatur (mit Amazon-Affiliate-Links):



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Portable War Memorial im Museum Ludwig in Köln

Dies ist ein alter Artikel aus dem Vorgänger-Blog!

Portable War Memorial
Portable War Memorial

Die Ausstellung des Museums Ludwig wurde zum Großteil vom Ehepaar Ludwig gestiftet und widmet sich der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Es wird ein umfangreicher Überblick über die verschiedenen Stile dieser Epoche geboten. Es finden sich Werke zum Expressionismus, zur russischen Avantgarde, zum Kubismus, Dadaismus und zur Pop Art. Die ausgestellten Künstler sind weltbekannt: beispielsweise Pablo Picasso, Andy Warhol und Roy Lichtenstein.

Neben den Gemälden und Drucken finden sich Plastiken im Museum. Zu Zeiten des Vietnamkrieges, 1968, schuf der amerikanische Künstler Edward Kienholz eine eindrucksvolle Antikriegsskulptur: das „Portable War Memorial“.

Grob lässt sich das Werk in vier Teile gliedern.

Ganz links erkennt man eine Frau , in einem „Mülltonnenkleid“. Es ist Kate Smith, die im 2. Weltkrieg das patriotische Lied „God bless America“ interpetierte. Das Lied wird dazu in Dauerschleife abgespielt. Die Tonne kann eine Anspielung auf die Körperfülle der Sängerin gewesen sein. Ein anderes Detail der Figur ist interessant: der Kopf ist fixiert – es gibt nur die patriotische Blickrichtung, keine andere.

Im zweiten Abschnitt sieht man Soldaten, die eine Flagge in einen Tisch rammen. Auch diese Szene hat einen Bezug zum 2. Weltkrieg. Als 1945 die Pazifikinsel Iwojima den Japanern abgenommen wurde, stellten die amerikanischen Soldaten für die heimische Presse die Eroberung mit der Fahnenerrichtung dar.

Hinter den Tischeroberern befindet sich ein Gedenkstein. Dort werden die Namen von 475 Staaten aufgeführt, die durch Kriege ausgelöscht wurden. Auf einem Kreuz kann das Datum des Sieges eingetragen werden – nur mit Kreide, da es so schnell wieder gelöscht und überschrieben werden kann.

Im nächsten Abschnitt finden sich ein Hot-Dog-Laden und ein Cola-Automat: ein Hinweis auf den Kulturimperialismus.

Abgeschlossen wird das Werk durch einen unbeschrifteten Grabstein und einer unscheinbaren Figur. Ein Tarzan ist an den Stein gefesselt, seine Arme sind verbrannt. Eine schwarze Zukunftsperspektive.