Konflikte in den Nachrichten

Zwischen den Feiertagen mussten 600 Leute im nördlichen Shan-Staat in Myanmar vor bewaffneten Kämpfen zwischen dem “Restoration Council of Shan State” (RCSS) und der “Shan State Progress Party” (SSPP) fliehen. Auslöser sind Gebietsstreitigkeiten, da die RCSS sich im Norden des Shan-Staats etablieren möchte und die SSPP sich für das Gebiet zuständig hält.

Solche kleinen Ereignisse gehen in der alltäglichen Nachrichtenflut unter, dennoch finde ich es wichtig aus Bürgerkriegsländern über Auseinandersetzungen außerhalb der großen Konflikte zu erfahren. Dadurch erweitert sich das … Weiterlesen

Shwedagon-Pagode in Yangon (Myanmar)

Dem Mythos nach wurde die Shwedagon-Pagode zu Lebzeiten Buddhas vor ungefähr 2500 Jahren gebaut. Zwei Händler aus Okkalapa, dem heutigen Yangon, sollen Buddha kurz nach seiner Erleuchtung getroffen haben und schlossen sich ihm als Schüler an. Der Heilige gab ihnen acht seiner Haare, die sie mit zurück in ihre Heimat brachten. Dort bauten sie auf dem Singuttara-Hügel den allerersten buddhistischen Tempel, der als Schrein für die Haare diente.

Die Reliquien machten aus der Pagode einen Wallfahrtsort – nicht nur für … Weiterlesen

Der archäologische Park von Bagan

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Das Gebiet rund um Bagan ist seit dem 5. Jahrhundert v. u. Z. durchgehend besiedelt worden. Die neuere Forschung geht davon aus, dass es von dieser frühen Phase bis hin zur Blütezeit keine großen gesellschaftlichen Umbrüche gab. Der Wandel war gering und kontinuierlich und richtete sich nach den politischen und religiösen Autoritäten.Eine genaue Rekonstruktion des Aufstiegs von Bagan ist schwierig. Einheimische Quellen berichten vom Bau der Stadtmauer im 9. Jahrhundert. Die eigentliche Reichsbildung vollzog sich ca. 200 Jahre später. … Weiterlesen

Umgang mit dem Rohingya-Konflikt in Myanmar

In den letzten Wochen konnte ich feststellen, dass vermehrt mein Artikel über “Ethnien in Myanmar” angeklickt wurde. Das hängt wahrscheinlich mit der Berichterstattung über den Konflikt im Rakhine-Staat zusammen und ist ein schönes Zeichen, dass auch im deutschsprachigen Raum die Menschenrechte in Südostasien ein Thema werden.

Ich hatte mir schon einige Paper zum Thema heraus gesucht, um selbst ein Artikel zu verfassen, doch habe ich davon Abstand genommen, da ich das Geschehen nur schlecht bewerten kann. Allerdings habe … Weiterlesen

Die fünf Länder des Theravada-Buddhismus

Buddha-Figuren in Laos

Der Theravada-Buddhismus ist die älteste noch existierende Strömung des Buddhismus. In den fünf Ländern Sri Lanka, Thailand, Myanmar (Birma), Kambodscha und Laos wird er hauptsächlich praktiziert. Der Überlieferung nach machten diese Länder über Missionare des indischen Kaisers Ashoka, der im 3. Jahrhundert vor der Zeitenwende lebte, Bekanntschaft mit dem Buddhismus.

Die Theravada-Schule kam über die Kleinstaaten der Mon und Pyu nach Südostasien. Über den Austausch mit Sri Lanka festigte sich die Glaubensrichtung und setzte sich in ganz Birma durch. Die … Weiterlesen

Armut in Myanmar

Myanmar gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Seit 1987 wird es von der UN unter dem LDC-Status („Least Developed Countries“, dt. „am wenigsten entwickelte Länder“) geführt. In den nachfolgenden Jahren wurde die Lage nicht einfacher – die regelmäßigen Menschenrechtsverletzungen führten zu einer internationalen Isolation. 1989 verhängten die westlichen Staaten Wirtschaftssanktionen. Die Regierung in Yangon war daraufhin auf wenige Handelspartner, wie China und Nordkorea, beschränkt. Erst mit der Öffnung in den letzten Jahren verbesserte sich die Situation: nicht nur die Sanktionen … Weiterlesen

Religion in Myanmar

In der frühen Periode Myanmars herrschte der Animismus vor (von lat. „anima“ – „Seele“, „Geist“, „Atem“). Unter diesem Sammelbegriff fallen Glaubenssysteme, die Geister oder „beseelte Dinge“ in den Mittelpunkt stellen. Viele animistische Religionen verfügen über drei unterschiedliche Arten von Geistern: Geister des Ahnen, Geister eines Ortes und Geister einer Naturerscheinung. Alle drei Formen finden sich auch in Myanmar.

Die Mon, als früheste Hochkultur des Landes, kam schon im 3. Jahrhundert v. u. Z. mit dem Theravada-Buddhismus in Kontakt. Diese Linie … Weiterlesen

Der Zyklon Nargis verwüstet Myanmar

Am 2.5.2008 wurde Myanmar vom Zyklon Nargis heimgesucht. Der tropische Wirbelsturm war – soweit bekannt – der größte, der jemals das Land traf. Die gesamte Südküste nahm Schaden, vor allem das Flussdelta.

Es entstanden vier Meter hohe Wellen, die bis zu 30 km weit in das Landesinnere vordrangen. Die Wassermassen zerstörten ganze Dörfer. 144.000 Menschen ertranken und 2,4 Millionen verloren ihr Hab und Gut. Die Landwirte konnten ihre Tiere nicht schützen: 80% der Rinder, 70% der Schweine und 50% des … Weiterlesen

Der autoritäre Staat (Geschichte Myanmars 11)

Der Militärputsch war der Auftakt zu einer unerbittlichen Diktatur, die das Land in Armut und Isolation führte.

Ne Win schaffte die demokratischen Einrichtungen ab. Das Mehrparteien-System wurde aufgehoben und das Parlament aufgelöst. Entscheidungen wurden von nun an in einem zwölfköpfigen Revolutionsrat getroffen, an dessen Spitze Ne Win stand.

Die Regierung erklärte „den Birmanischen Weg zum Sozialismus“ einschlagen zu wollen. Doch de facto war es eine reine Militärherrschaft. Das Führungspersonal in politischen, sozialen und ökonomischen Institutionen wurde ausgetauscht. Ein großer Verlust … Weiterlesen

Das unabhängige Myanmar (Geschichte Myanmars 10)

Im neuen Staatsgefüge nahm Aung San die erste Position ein. Er war zwar ein Mann des Militärs, doch innenpolitisch suchte er einen gemäßigten, friedvollen Weg. Die verschiedenen Völker und Religionen sollten das neue Myanmar gemeinsam aufbauen. Schon in Kriegszeiten setzte er ein Zeichen, als er als Buddhist die Christin Daw Khin Kyi heiratete. Mit ihr hatte er drei Kinder: zwei Söhne und eine Tochter, die spätere Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi.

Doch Aung San blieb keine Zeit, seine politischen Ideen … Weiterlesen