Homo erectus als Seemann

Rekonstruktion eines weiblichen Homo-erectus-Kopfes.
Rekonstruktion eines weiblichen Homo-erectus-Kopfes (Foto: Wikimedia Commons, Fotograf: Tim Evanson)

Als Homo sapiens nach Südostasien einwanderte, war er nicht der erste seiner Gattung, der diese Region betrat. Einer seiner Vorfahren ist diesen Weg bereits früher angetreten: Homo erectus. 

1891 entdeckte Eugène Debois ein Teil des Schädels dieser Frühmenschen auf der indonesischen Insel Java, der fortan Java-Mensch genannt wurde. Später wurde er der Art Homo erectus zugeordnet.

Stammbaum
Stammbaum (Foto: Wikimedia Commons, Martin0815)

Die Urmenschen entwickelten sich vor ca. 2 Millionen Jahren in Afrika. Sie hatten technische Fähigkeiten und nutzten das Feuer. Allerdings scheinen sie weitaus mehr gekonnt zu haben, als lange Zeit gedacht.

Eine Veröffentlichung von Mike Morwood in der “Nature” sorgte 1998 für eine Sensation. Er datierte Steinwerkzeuge neu, die auf der Insel Flores (Indonesien) gefunden wurden. Die neue Schätzung beläuft sich auf 800.000 Jahre. Daraus folgt, dass sie nicht vom Homo sapiens stammen konnten, der erst viel später dort angekommen war

Warum war das eine Sensation? Es war doch lange bekannt, dass Homo erectus es nach Indonesien schaffte. Java ist nicht weit von Flores entfernt.

Java ist zwar heute eine Insel, aber in Zeiten, in denen der Meeresspiegel niedrig ist, kann dort trockenen Fusses vom Festland aus eingewandert werden. Hier ist beispielsweise eine Rekonstruktion der Situation zur letzten Eiszeit, als der Meeresspiegel ca. 125 Meter tiefer war:

Sunda
Sunda (Foto: Wikimedia Commons, Maximilian Dörrbecker, Chumwa)

Flores hingegen konnte nur über das offene Meer erreicht werden. Bis zur nächsten Insel Sumbawa mussten mindestens 19 Kilometer Wasser überwunden werden. Das ist zu weit zum Schwimmen und daher ist es nahe liegend, dass Homo erectus bereits Boote oder ähnliches genutzt hat. Und das ist eine beeindruckende Leistung.

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Die ersten menschlichen Spuren in Thailand (Geschichte Thailands 1)

Krabi
Railay Beach in der Nähe von Krabi Town

Die frühesten Hinweise auf den modernen Menschen finden sich in der südthailändischen Provinz Krabi. Das Gebiet ist heute berühmt für die Kalksteinformationen. Die Berge ragen steil empor, sind zerklüftet und verfügen über Risse, Schluchten und Höhlen.

An vielen Stellen wurden Hinterlassenschaften des Homo sapiens entdeckt. Der Archäologe Dr. Douglas D. Anderson fand Spuren in einer Höhle, die auf eine menschliche Besiedlung vor 43.000 Jahren hindeuten.

Einige Fundstücke weisen auf die Lebensumstände der Frühmenschen hin. Herdstellen beweisen die kontrollierte Nutzung des Feuers. Mit dieser Fähigkeit entstehen spezielle Gebräuche: Die Gruppe hat damit einen Ort, an dem sie gemeinsam kochen, speisen und arbeiten kann. Weiter wurden Steinwerkzeuge gefunden, die aus Chert, Opal oder Kalkstein bestehen.

Die Menschen aus dem Pleistozän müssen geschickte Jäger gewesen sein, darauf deuten die Überreste von großen Säugetieren hin. Neben Skeletten von Rind, Schwein und Reh finden sich Knochen von Elefanten.

Die Artefakte in den Höhlen lassen auf eine sporadische Besiedlung schließen. Allerdings ist schwer zu sagen, wie das Leben zu dieser Zeit in der freien Natur aussah, da die Witterung für einen Mangel an Fundstücken sorgt.



Fünf unterschiedliche Nutzungsarten der Höhlen sind wahrscheinlich: Als Wohnort, als temporärer Campingplatz, als Friedhof, als „Werkstatt“ und als Raum für Wandmalereien.

Ab dem Jahre 10.000 v. u. Z. begannen die Einwohner mit der Kultivierung von Pflanzen. Kurz darauf erweiterten Nüsse, Pfeffer, Gurken und Bohnen den Speiseplan. Ab 3.600 v. u. Z. brach die Bronzezeit an. Das Kupfergemisch wurde überwiegend zur Herstellung von Waffen und Schmuck eingesetzt.

In den Jahrhunderten vor der Zeitenwende entstanden die ersten größeren Ansiedlungen in der Region. Dazu gehörten: Suphanburi, U Thòng und Nakhon Pathom.

Die heutigen Bewohner Thailands stammen zum Großteil nicht von den frühen Siedlern ab. Die moderne ethnologische Forschung geht aufgrund von linguistischen Vergleichen davon aus, dass die Thai zwischen dem 7. und dem 9. Jahrhundert aus dem südlichen China und dem nördlichen Vietnam eingewandert sind. Genauer: aus dem Gebiet rund um den Roten Fluss und den Provinzen Guizhou und Guangxi. Aus ihrer Heimat brachten sie die Kenntnis des Reisanbaus und die damit verbundene gesellschaftliche Organisationsform mit.

Die Produktion wurde eigenständig von den Familienbetrieben in den Dörfern übernommen. Die politische Administration war zentralisiert. Der Verwaltungsbezirk, Müang genannt, bestand in der Regel aus einem zumeist städtischen Mittelpunkt und bäuerlichen Hinterland.

Während in den Dörfern die einfachen Bürger lebten, wurde das Zentrum von einer Aristokratie dominiert. Deren Aufgaben lagen vor allem in der Regelung der gesellschaftlichen und ökonomischen Fragen rund um den Reisanbau. Zusätzlich verfügten sie über Militär. Oft war das Stadtzentrum des Müang befestigt und bot den umliegenden Menschen Schutz vor Angreifern.

Der Begriff Müang wird in Thailand noch heute gebraucht. Er ist mehrdeutig und steht nicht nur für den gesamten Verwaltungsbezirk, sondern kann auch für das administrative Zentrum alleine genutzt werden.

Ab dem sechsten Jahrhundert bildet sich das vom Volk der Mon gegründete Königreich Dvaravati mit der Hauptstadt Nakhon Pathom heraus. Es war kein zentral verwaltetes Staatsgebilde, sondern ein Zusammenschluss von Stadtstaaten.

Literatur (mit Amazon Affiliate-Links):

Anderson, Douglas D.: The Use of Caves in Peninsular Thailand in the Late Pleistocene and Early and Middle Holocene. Asian Perspectives 44 (1): 137-53. Honululu, 2005. (kostenloser Download)

Hier geht’s zu Teil 2 der Geschichte Thailands



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Die Besiedlung Südostasiens

Als die ersten modernen Menschen vor mehr als 40.000 Jahren von Afrika nach Südostasien einwanderten, fanden sie eine im Vergleich zu heute völlig andere Welt vor. Auf der Erde herrschte eine Eiszeit. Durch die Kälte nahm das Wasser der Ozeane weniger Raum ein und durch die großflächigen Eisdecken an Land wurde weiteres Wasser gebunden. Die Folge war ein bis zu 120 Meter tieferer Meeresspiegel. Wo heute der Golf von Thailand und das Südchinesische Meer Vietnam von den malayischen Inseln und Indonesien trennt, erstreckte sich damals der Sunda-Kontinent. Die vietnamesische Küstenlinie zog sich weit in den Osten.

Die neuen Siedler trafen in Asien auf Verwandte: der Homo erectus lebte in dieser Region bereits seit einigen hunderttausend Jahren. Eines der bekanntesten Fossilien dieser Population ist der sogenannte Peking-Mensch, dessen Alter auf ca. 400.000 Jahre geschätzt wird. Für einige Forscher, besonders aus China, erschien es naheliegend, dass die heutigen Asiaten von dieser Menschengattung abstammen. Allerdings kann die moderne Forschung diese Theorie widerlegen.

Die Zeugnisse aus prähistorischen Zeit sind rar und es benötigt viel Spürsinn, die früheste menschliche Geschichte zu Tage zu bringen. Mit Hilfe der Molekularbiologie können Wanderbewegungen der Frühzeit rekonstruiert werden. In den menschlichen Zellen befinden sich die Mitochondrien, die komplexe, chemische Verbindungen in einfache, energiereiche Moleküle umwandeln. Sie sind sozusagen die Kraftwerke der Zellen.

Mitochondrien besitzen eine eigene DNA, die im Gegensatz zum menschlichen Erbgut aus beschaulichen 16.500 Bausteinen, sogenannten Nukleotiden, bestehen. Die Mitochondrien werden ausschließlich von der Mutter an ihre Kinder weitergegeben. Dadurch erleichtert sich die Stammbaum-Forschung erheblich.

Die Untersuchung der mitochondrialen DNA widerspricht der Hypothese des multiregionalen Ursprungs des Homo sapiens. Alle Mitochondrien der heute lebenden Menschen lassen sich auf eine Frau zurückführen, die sogenannte „Mitochondriale Eva“. Sie lebte vor ca. 100-150.000 Jahren in Afrika.

Ähnlich gut wie die Mitochondrien lassen sich die Y-Chromosome untersuchen. Der Genetiker Li Jin versuchte anhand deren DNA Hinweise auf Paarungen mit den Homo erectus im Erbgut der heute lebenden Chinesen zu finden. Doch er fand keine Auffälligkeiten. Die Asiaten teilen also ihren Ursprung mit dem Rest der Menschheit.

Quellen:
Steve Olson: Herkunft und Geschichte des Menschen
http://www.sciencemag.org/content/341/6145/562 (Abruf 1.2.15)

 

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