Feiertage in Thailand 2018

Datum Wochentag Name Hinweis
1.1. Montag Neujahr Nationaler Feiertag
13.1. Samstag Nationaler Kindertag  
16.1. Dienstag Tag des Lehrers  
14.2. Mittwoch Valentinstag   
16.2.-18.2. Freitag-Sonntag Chinesisches Neujahr  
1.3. Donnerstag Magha Puja  Nationaler Feiertag
6.4. Freitag Chakri-Gedenktag Nationaler Feiertag 
13.4.-15.4. Freitag-Sonntag Songkran (Ausweichtermine* am 16.4. und 17.4.) Nationaler Feiertag 
1.5. Dienstag Tag der Arbeit Nationaler Feiertag 
10.5. Donnerstag Königliche Zeremonie des ersten Pflügens (Beginn der Reisanbau-Saison) Nationaler Feiertag 
29.5. Dienstag Visakha Puja Nationaler Feiertag 
27.7. Freitag Khao Phansa Nationaler Feiertag 
27.7. Freitag Asalha Puja Nationaler Feiertag 
28.7. Samstag König Vajiralongkorns Geburtstag (Ausweichtermin’ am 30.7.) Nationaler Feiertag 
12.8. Sonntag Geburtstag der Königin (Ausweichtermin* am 13.8.) Nationaler Feiertag
12.8. Sonntag Muttertag  Nationaler Feiertag 
13.10. Samstag 2. Todestag von König Bhumibol (Ausweichtermin* am 15.8.) Nationaler Feiertag 
23.10. Dienstag Chulalongkorn-Gedenktag  
24.10 Mittwoch Wan Ok Phansa  Nationaler Feiertag 
31.10. Mittwoch Halloween  
23.11. Freitag Loy Krathong / Yi Peng  
5.12. Mittwoch Vatertag Nationaler Feiertag
10.12. Montag Verfassungstag Nationaler Feiertag 
24.12. Montag Heilig Abend  
25.-26.12. Dienstag, Mittwoch Weihnachten  
31.12. Montag Silvester  Nationaler Feiertag

*Ausweichtermine werden eingesetzt, wenn der Feiertag auf ein Wochenende fällt.

Feiertage 2017

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“Hinduismus” – ein junger Begriff für viele, alte Glaubensrichtungen

Hindutempel in Kuala Lumpur

Erst in der Kolonialzeit im 19. Jahrhundert wurde der Begriff “Hinduismus” geprägt. Die englische East India Company, die in Bengalen tätig war, fasste unter Hinduismus die Religionen der Inder zusammen. Vielleicht bemerkten die Europäer gar nicht, dass es viele verschiedene Glaubensrichtungen im Land gab. Dazu mag beigetragen haben, dass die Anhänger der verschiedenen Sekten friedlich miteinander lebten, was zu dieser Zeit in Europa schwer vorstellbar war.

Das Wort “Hindu”, von dem das Wort “Hinduismus” abgeleitet ist, könnte ebenfalls an der “falschen” Kategorisierung mitschuldig sein. Es stammt nicht aus Indien, sondern ist persischen Ursprungs. Im Singular bezeichnet “Hindu” den Fluss Indus (der im altindischen Sanskrit “Sindhu-” heißt), im Plural bedeutet es sinngemäß “die Leute, die am Indus leben”. Die Muslime, die ab dem Jahre 711 Teile des Subkontinents eroberten, unterschieden ihre Bevölkerung nach Muslimen und Hindus. Unter Hindus wurde aber nicht eine Religion verstanden, sondern pauschal alle Nicht-Muslime, da die Unterscheidung beispielsweise für die Steuergesetzgebung wichtig war.

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Khao Phansa und Ok Phansa

Khao Phansa ist ein buddhistischer Feiertag und heißt übersetzt soviel wie “in die Regenzeit eintreten”. Während der drei Monate dauernden Regenzeit wird das buddhistische Fastenfest abgehalten. Mönche bleiben in dieser Zeit an einem Ort – normalerweise in einem Kloster oder Tempel – und gehen dort ihren Pflichten nach. Der Legende nach wurde diese Regel von Buddha selbst angeordnet. Er reagierte damit auf die Klagen von Reisbauern, deren ersten, zarten Pflänzchen von den umherwandernden Mönchen zertreten wurden.

Am frühen Morgen von Khao Phansa sammeln Anwohner Lebensmittel wie Reis und Bananen und Gebrauchsgüter wie Zahnpasta und Seife und bringen sie den Mönchen zum Tempel. Dort lauschen sie den buddhistischen Predigten und erhalten eine Segnung für ihre Gaben. Am Abend tragen Mönche und Novizen Blumen und Kerzen drei Mal um den zentralen Tempel.

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Es gibt verschiedene festliche Zeremonien im Lande. So erhält der Smaragd-Buddha in Bangkok sein Gewand für die Regenzeit. Am “Tempel mit dem Fußabdruck des Buddha” (Wat Phra Phutthabat) werden Blumenopfer dargebracht. 

Ok Phansa besiegelt das Ende der Fastenzeit. Zu dieser Gelegenheit wird in Nordthailand und Laos das Fest Lai Ruea Fai gefeiert, dessen Name auf die “Feuerboote” hinweist, die im Mittelpunkt der Feier stehen. Beispielsweise in Nakhom Phanom, im Nordosten Thailands, werden ungefähr 50 phantasievoll gestaltete Boote auf den Mekong gesetzt, die mit ihrer prachtvollen Beleuchtung Thailänder und Touristen anlocken.

Liste aller Feiertage in Thailand

 

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Loy Krathong und Yi Peng

Loy Krathong in Chiang Mai
Loy Krathong in Chiang Mai (Foto: Wikimedia Commons, John Shedrick)

Loy Krathong bedeutet übersetzt soviel wie “schwimmendes (oder schwebendes) Floß” und weist damit auf den Hauptakt des Festes hin.

In der Vollmondnacht des 12. Mondmonats versammeln sich die Thailänder bei Einbruch der Dunkelheit an den Ufern der Flüsse, Kanäle und Teiche des Landes. Sie haben kleine Schiffchen aus Palmen- oder Bananenblättern mitgebracht, die mit Räucherstäbchen, Kerzen, Münzen oder persönlichen Gegenständen bestückt sind. Mit einem Stoß werden sie auf der Wasserfläche in Bewegung gesetzt und erleuchten zusammen mit vielen anderen Krathongs die Nacht.

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Die Ursprünge des Festes liegen wahrscheinlich in der animistischen oder hinduistischen Glaubenswelt. In den alten Zeiten war das Leben hart. Auf der einen Seite war das Wasser wichtig, um damit den Reisanbau betreiben zu können. Auf der anderen Seite konnte es zur Bedrohung werden, wenn in der Monsunzeit zwischen Juni und Oktober der Regen die Flüsse reißend und unberechenbar machte. Die schlammigen Fluten waren eine Gefahr für das Leben und das Hab und Gut der Reisbauern. Um die Wassergöttin Mae Khongkha, die Reisgöttin Mea Bhosop und die Wassergeister gut zu stimmen, wurde ihnen geopfert. Vermutlich hat sich aus dieser Traditionen im Verlauf der Jahrhunderte das Loy-Krathong-Fest entwickelt.

Thais mit Krathongs
Thais mit Krathongs in Bangkok (Foto: Wikimedia Commons, MBBKK)

Es gibt verschiedene Mythen, die sich rund um das Fest ranken. So wird die Geschichte erzählt, dass eine Prinzessin ihrem Geliebten kleine Schiffchen über den Chao Phraya River gesendet haben soll. Eine andere Geschichte erzählt von der Hofdame Nang Nobhama, die die ersten Krathongs gebaut haben soll und damit die Liebe des Königs gewonnen hat, der sie zur Frau nahm.

Das Fest ist auch heute sehr romantisch. Viele Pärchen setzen die kleinen Flößchen gemeinsam auf das Wasser und hoffen auf eine glückliche Zukunft. 

Wie beliebt das Fest ist, zeigt die Datenerhebung der kommunalen Verwaltung in der Hauptstadt: Die Bangkok Metropolitan Administration fischt jedes Jahr weit über eine halbe Million Krathongs aus den Wasserläufen der Stadt. Die meisten davon sind aus biologisch abbaubaren Material, einige allerdings bestehen aus Styropor.

Yi Peng in Chiang Mai
Yi Peng in Chiang Mai (Foto: Wikimedia Commons, Takeaway)

In Chiang Mai hat man eine eigene Tradition entwickelt: man feiert dort Yi Peng. Das Highlight der Festivitäten sind die “schwebenden Laternen”. Eine große Anzahl an Thailändern – und mittlerweile auch viele Touristen – versammeln sich, um gemeinsam viele tausend Laternen zeitgleich in die Nacht hinauf steigen zu lassen. Der atemberaubende Anblick hat das Fest weltweit bekannt gemacht.

Ein schönes englischsprachiges Video mit den verschiedenen Traditionen zu Loy Krathong:

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Feiertage in Thailand 2017

Datum Wochentag Name Hinweis
1.1. Sonntag Neujahr (Ausweichtermin* am 2.1.) Nationaler Feiertag
14.1. Samstag Nationaler Kindertag  
16.1. Montag Tag des Lehrers  
28.1.-30.1. Samstag-Montag Chinesisches Neujahr  
11.2. Samstag Magha Puja Nationaler Feiertag 
14.2. Dienstag Valentinstag  
6.4. Donnerstag Chakri-Gedenktag Nationaler Feiertag 
13.4.-15.4. Donnerstag-Samstag Songkran (Ausweichtermin* am 17.4.) Nationaler Feiertag 
1.5. Montag Tag der Arbeit Nationaler Feiertag 
10.5. Mittwoch Visakha Puja Nationaler Feiertag 
11.5. Donnerstag Königliche Zeremonie des 1. Pflügens (Beginn der Reisanbau-Saison) Nationaler Feiertag 
8.7. Samstag Asalha Puja (Ausweichtermin* 10.7.) Nationaler Feiertag 
9.7. Sonntag Khao Phansa Nationaler Feiertag 
28.7. Freitag König Vajiralongkorns Geburtstag Nationaler Feiertag 
12.8. Samstag Geburtstag der Königin (Ausweichtermin* am 11.8.) Nationaler Feiertag
12.8. Samstag Muttertag (Ausweichtermin* am 14.8.) Nationaler Feiertag 
5.10. Donnerstag Wan Ok Phansa  
13.10. Freitag  1. Todestag von König Bhumibol Nationaler Feiertag 
23.10 Montag Chulalongkorn-Gedenktag Nationaler Feiertag 
26.10. Donnerstag Einäscherung von König Bhumibol Nationaler Feiertag 
31.10. Dienstag Halloween  
3.11. Freitag Loy Krathong / Yi Peng (Yi Peng: 2.11-4.11.)  
5.12. Dienstag Vatertag Nationaler Feiertag 
10.12. Sonntag Verfassungstag (Ausweichtermin* am 11.12.) Nationaler Feiertag 
24.12. Sonntag Heilig Abend  
25.-26.12. Montag, Dienstag Weihnachten  
31.12. Sonntag Silvester Nationaler Feiertag 

*Ausweichtermine werden eingesetzt, wenn der Feiertag auf ein Wochenende fällt.

Feiertage 2018

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Magha Puja – das Zusammentreffen der Mönche

Wat Khung Taphao
Feier im Wat Kung Taphao in Uttaradit (Foto: Wikimedia Commons, Tevaprapas)

Magha Puja ist ein nationaler Feiertag in Thailand und in einigen anderen Ländern Südostasiens. Der Name stammt aus der altindischen Sprache Pali und setzt sich aus “Magha” (dem 3. Monat nach dem Mondkalender) und “Puja” (“verehren”) zusammen und deutet damit an, dass am Vollmondtag des dritten Monats Buddha geehrt werden soll. 

Das Fest soll an ein besonderes Ereignis im Leben des Buddha erinnern. 1250 seiner Schüler hatten einer spontane Eingebung folgend ihrem Meister einen Besuch abgestattet. Vor dieser großen Gefolgschaft hielt Buddha die sogenannten Patimokkha-Ermahnungen. Er wies die Gläubigen an dem Pfad der Tugen zu folgen. Sie sollten nicht schlecht über andere sprechen, niemanden verletzten und hassen, beim Essen gemäßigt, nicht selbstgefällig, geduldig und zurückhaltend sein und die Einsamkeit suchen. Leidenschaften und Begierden sollen erlöschen.

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Batik – eine indonesische Kunst

Batikmotiv aus Yogyakarta
Batikmotiv aus Yogyakarta (Foto: Wikimedia Commons, Thomas Bergholz)

Die buntgemusterten Batik-Hemden haben es in die Läden in aller Welt geschafft. Dahinter steht eine indonesische Kunstform, die auf ein spezielles Färbeverfahren beruht. Das javanische Wort “mbatik” bedeutet soviel wie “mit Wachs schreiben” – und das ist das Geheimnis der Muster.

Traditionell arbeiten mehrere Frauengenerationen einer Familie zusammen in einer Werkstatt. Mit dem “canting”, einem füllerähnlichen Instrument, das mit Wachs befüllt ist, wird auf Stoffbahnen ein Muster eingezeichnet. Beim anschließenden Färben bleiben diese Stellen dadurch frei und behalten die ursprüngliche Farbe des Stoffes. Danach kann das Wachs ausgekocht werden. Je nach Muster wird dieser Vorgang öfters wiederholt.

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Die Muster selbst variieren je nach Region. So nutzt man in den Sultansstädten Solo und Yogyakarta gerne dunkle Farbtöne in Braun, Schwarz, Indigo-Blau und Rot. Die Symbole tragen verschiedene Bedeutungen, so gibt es z.B. für Brautleute oder Begräbnisse verschiedene Bemalungen. Einige Muster waren sogar ausschließlich dem Sultan und seinem Anhang vorbehalten.

In den Küstenstädten Cirebon und Pekalongan hat sich ein eigener Stil entwickelt, der sich durch seine Farbenpracht auszeichnet. Die Muster zeigen chinesische und arabische Einflüsse.

Auf Bali hat Batik keine lange Tradition. Dennoch wächst die Industrie dort rasch, da vor allem Touristen an den Stoffen interessiert sind. Der Modetrend wurde von einigen Designern genutzt, um den indonesischen Stil auf die internationalen Laufstege zu bringen. Der vielleicht bekannteste Modeschöpfer ist Tex Saverio aus Jakarta, der Popstars wie Lady Gaga und Kim Kardashian einkleidet.

 
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Ros Sereysothea – das tragische Leben eines kambodschanischen Musikstars

Der Vietnam-Krieg führte viele amerikanische Soldaten nach Südostasien. Ende der 1960er-Jahre betrug ihre Truppenstärke mehr als 500.000 Mann. Mit ihnen kam die amerikanische Infrastruktur und Lebensweise in die Region. Die Radiosender der US-Armee spielten die Hits ihrer Zeit und wurden nicht nur von Soldaten, sondern auch von der einheimischen Bevölkerung gehört. So gelangte der Rock’n’Roll nach Kambodscha. Einheimische Musiker mischten die neuen Einflüsse mit der klassischen Musik und heraus kam eine eigenwillige, unverkennbare Mischung.

Eine der größten Stars dieser Epoche wurde Ros Sereysothea, die als Ros Sothea 1948 im kleinen Dorf Battambong geboren wurde. Sie wuchs in einer armen Familie auf, die es sich nicht leisten konnte, sie zur Schule zu schicken. Der Legende nach verkaufte sie in jungen Jahren gekochte Schnecken auf der Straße und erhielt dadurch den Spitznamen “Boiled Snail Girl”.

In ihrer Teenager-Zeit begann sie und ihre Familie mit regelmäßigen musikalischen Auftritten Geld zu verdienen. Der gute Ruf der Band lockte schnell Publikum von weit her an. Der ursprüngliche Name der Gruppe ist verloren gegangen, da die Zuschauer sie einfach nach ihren beiden Sängern “Serey Sothea” nannten.

Die Musik-Industrie war zu dieser Zeit eine Boom-Branche in Kambodscha und erfolgreiche Musiker wurden zu landesweiten Stars. Ros Sothea und ihre Bruder Serey wollten die Chance nutzen und gingen in die Hauptstadt Phnom Penh. Sie brauchten nicht lange warten: in der ersten Nacht wurden sie von einem Club fest angestellt.

Sothea konnte das Publikum fesseln und schnell wurden die Plattenbosse auf sie aufmerksam. Ihre Stimme war perfekt für die Mischung aus westlichen Rock und traditioneller Khmer-Musik. Sie erhielt einen Vertrag und produzierte mit “Stung Khieu” 1967 ihren ersten Hit. In den 60er und 70er Jahren folgten viele erfolgreiche Alben und sie spielte in einigen Filmen mit. König Norodom Sihanouk gab ihr den Titel “Preah Rheich Teany Somlang Meas” (die goldene Stimme der königlichen Hauptstadt).

Sie arbeitete mit einer weiteren Pop-Größe der Zeit,  Sinn Sisamouth, dem kambodschanischen Elvis, zusammen und prägte mit ihm eine neue Stilrichtung, die “Psychedelic Rock” oder “Garage Rock” genannt wurde. Ein Markenzeichen ist der Widerspruch zwischen Text und Musik. Gerne wird ausgelassene und fröhliche Musik mit Geschichten über Herzschmerz und traurigen Schicksalen vermengt.

So gut auch die Karriere von Sothea lief, mit ihren Privatleben war sie nicht glücklich. Sie konnte als hübsche Frau mit einer tollen Stimme zwar einfach Männer kennen lernen, allerdings verhielten sich diese oft wenig respektvoll. Als Sängerin verkaufte sie ihre Stimme als ein öffentliches Gut und damit verringerte sich in den Augen vieler Menschen ihr Ansehen.

In den späten 60er Jahren war sie mit dem Sänger Suos Mat verheiratet. Die Ehe hielt aber nur einige Jahre, wahrscheinlich auch deswegen, weil er sie wild geschlagen haben soll.

Ihre glücklichste Liebschaft war mit einem Fallschirmspringer der Armee. Sie folgte seinem Vorbild, trat in die Armee ein und machte ebenfalls ein paar Sprünge mit dem Fallschirm.

1975 wurde zu einem schwarzen Jahr. Sotheas Freund wurde bei einem Kampfeinsatz getötet und die Roten Khmer übernahmen die Macht. Die neuen Machthaber scheuchten alle Menschen aus den Städten in ländliche Arbeitslager. Sothea versuchte in der kulturfeindlichen Epoche unerkannt zu bleiben. Doch lange konnte sie sich nicht verbergen. Nachdem sie entdeckt wurde, musste sie neben der Landarbeit den Roten Khmer zu Diensten sein und Lieder zu ihren Ehren singen.

1977 wurde verfügt, dass sie einen Assistenten von Pol Pot heiraten musste. Auch diese Ehe blieb unglücklich, denn der Ehemann neigte zur Eifersucht und schlug sie. 

Nur kurze Zeit später verschwand Sothea. Im Arbeitslager wurde vermutet, dass die schlechte Beziehung zu ihrem Mann der Grund dahinter sein könnte. Gerüchten zu folge wurde sie auf einem Karren gesehen, der sie mit anderen Leuten zusammen in eine neue Stadt bringen sollte. Allerdings mag das nur ein Euphemismus dafür gewesen sein, Menschen zu beseitigen.

Sotheas Schwester, die die düstere Epoche überlebte, wurde zugetragen, dass die Sängerin unterernährt in ein Krankenhaus in Phom Penh eingeliefert wurde und dort kurz vor dem Einmarsch der vietnamesischen Truppen verstarb.

 


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Umweltschutz in Thailand

Elefant im Khao Yai Nationalpark
Elefant im Khao Yai Nationalpark

Wie in beinahe jedem Schwellenland hat der Umweltschutz in Thailand nicht die höchste Priorität.

Mit Abfall wird sorglos umgegangen. Der Müll wird oft da hinterlassen, wo er entsteht. Während die Straßen der Städte durch den Einsatz von Straßenfegern dennoch recht sauber erscheinen, kann sich an abgelegenen Orten der Unrat sammeln. Einige Thais nutzen das Meer als bequeme Müllkippe und entsorgen dort gleich größere Mengen, die auf der Wasseroberfläche Müllteppiche bilden. Die thailändische Regierung versucht, durch Gesetze mehr Ordnung zu schaffen. Nicht zuletzt für den Tourismus ist Sauberkeit ein wichtiges Thema.

Umfassende Verfehlungen finden sich im Bereich des Artenschutzes. Thailand hat Probleme Maßnahmen gegen Wilderer durchzusetzen. Vor allem das Geschäft mit Elfenbein erregte internationales Aufsehen. 2013 wurde Yingluck Shinawatra vom WWF eine Petition übergeben, in der sich 1,6 Millionen Menschen gegen den Elfenbeinhandel aussprachen. Die Premierministerin gelobte Besserung. Sie blieb zwar danach nicht mehr lange im Amt, doch auch der nachfolgende Machthaber, General Prayut Chan-o-cha, sorgte für eine bessere Regulierung. Private Elefanten und Elfenbein wurden registriert. Neben dem thailändischen Elfenbein wurden im Land große Mengen Stoßzähne von afrikanischen Elefanten angeboten. Um dem Einhalt zu gebieten, wurde der afrikanische Elefant als geschützte Spezies anerkannt und der Handel verboten. Der WWF beobachtet das Geschehen in Thailand weiterhin.

Auf einem anderen Feld des Naturschutzes konnten Erfolge vermeldet werden. Nach dem 2. Weltkrieg wurde ersichtlich, dass das Bevölkerungswachstum die Natur zurückdrängt: Wälder wurden abgeholzt und Tiere zum Verkauf und Verzehr gejagt. Frühe Waldschutzkonzepte scheiterten. Das Royal Forest Department war aufgrund der personellen und finanziellen Situation nicht in der Lage den Raubbau zu verhindern. Das änderte sich 1961. Der König unterzeichnete den National Park Act, der schützenswerte Landschaften in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten soll. Bis 2005 wurden 103 Nationalparks erschaffen – das entspricht 10 Prozent der Fläche Thailands. Weitere 45 Nationalparks sollen folgen.

Im Jahre 1962 wurde als Erstes der Khao Yai Nationalpark eröffnet. Auf den 2165,55 km² des Naturschutzgebiets finden sich Berge, Wasserfälle und Seen. Die höchste Anhöhe ist der Khao Rom, der 1351 Meter erreicht. Die Tierwelt ist vielfältig: Elefanten, Gibbons, Sambars (eine Hirschart), Bären, Stachelschweine, Eichhörnchen, Wildschweine und viele andere Tiere sind hier beheimatet. Es gibt über 200 Vogelarten. 

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Armut in Myanmar

Myanmar gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Seit 1987 wird es von der UN unter dem LDC-Status („Least Developed Countries“, dt. „am wenigsten entwickelte Länder“) geführt. In den nachfolgenden Jahren wurde die Lage nicht einfacher – die regelmäßigen Menschenrechtsverletzungen führten zu einer internationalen Isolation. 1989 verhängten die westlichen Staaten Wirtschaftssanktionen. Die Regierung in Yangon war daraufhin auf wenige Handelspartner, wie China und Nordkorea, beschränkt. Erst mit der Öffnung in den letzten Jahren verbesserte sich die Situation: nicht nur die Sanktionen wurden aufgehoben, auch Schuldenerlass wurde gewährt.

Es ist zu hoffen, dass die bessere politische Lage die sozialen Probleme lindert. Denn die Zustände sind katastrophal. Ungefähr ¼ der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze – und lebt damit von weniger als 1,25 US-$ am Tag. Auf dem Land ist die Situation besonders desaströs: hier fallen 1/3 der Bewohner unter die Armutsgrenze und haben oft kein Zugang zu Strom und sozialen Dienstleistungen.

Die Armut hat fatale Auswirkungen auf die Kinder: die Sterblichkeit ist sehr hoch. Der Hauptgrund ist die Unterernährung. Jedes 3. Kind hat nicht genügend Nahrung. Im Shan- und Kayah-Staat sind sogar noch mehr Kinder mangelernährt. Kinderarbeit ist weit verbreitet. Oft müssen sie harte Arbeiten ausführen, beispielsweise auf dem Bau.

Arbeitende Kinder und Frauen
Arbeitende Kinder und Frauen (Foto: O. Aldirmaz)

Um die sozialen Brandherde einzudämmen, werden momentan viele Ideen diskutiert: Kann eine für alle zugängliche Sozialversicherung geschaffen werden? Welche Sozialtransfers sollen eingeführt werden? Rente, Kindergeld oder Stipendien? Was kann gegen die ungleiche Vermögensverteilung unternommen werden?

Die Regierung ist zum Handeln gezwungen. Die Wirtschaft soll wachsen. Daher verabschiedete sie 2012 ein neues Investitionsgesetz. Ausländische Unternehmen können nun fast ohne Einschränkungen Kapital einbringen. Nur in einigen Branchen, wie dem Bergbau, müssen fremde Investoren mit einheimischen Firmen zusammenarbeiten.

Besonders die reichen Rohstoffvorkommen locken die Kapitalgeber. Erdöl, Erdgas, Kohle, Wolfram, Zinn, Zink, Kupfer, Platin, Blei, Eisen, Antimon, Kalkstein und Marmor lassen sich in Myanmar finden. Zusätzlich werden allerlei Edelsteine gefördert: Rubine, Jade, Saphire und sogar Diamanten lagern in den Minen Myanmars.

Der Verkauf von Rohstoffen bringt schnelles Geld. Daher ist es für Myanmar attraktiv, den extraktiven Wirtschaftssektor zu stärken und mit ausländischen Firmen und Staaten zu kooperieren, die Interesse an den Naturmaterialien haben. Doch, wie in vielen anderen Entwicklungsländern, profitiert die Bevölkerung wenig vom Abbau der Bodenschätze. Die Einnahmen verbleiben in den Händen einiger weniger, der Reichtum sickert nicht in die unteren Schichten durch.

Die Bevölkerung wird dafür mit den Schattenseiten des Rohstoffabbau konfrontiert: fehlendes Know-how und ungenügendes Verantwortungsbewusstsein führen zu Umweltschäden.

Vor allem in den Grenzregionen verschärfte die Jagd nach den Bodenschätzen die Konflikte. So heizten die Platin-Vorkommen im Shan-Hochland die Auseinandersetzung zwischen Minderheit und Zentralregierung weiter an.

Der Lebensraum Wald ist auf unterschiedliche Weisen bedroht. Für den Export werden große Teakholzbestände abgeholzt. Zusätzlich wird unnötiger Schaden durch Brandrodung angerichtet.

Der Schutz der Natur wird eine schwierige Aufgabe für die Regierung in Yangon. Es reicht nicht, wenn die Politiker wohlwollende Gesetze verabschieden; denn die weit verbreitete Korruption führt dazu, dass Regelungen hintergangen werden. Sie müssen effektive Methoden zur Durchsetzung und Kontrolle der Verordnungen finden. Aufgrund der schwachen Institutionen kann das nur langfristig gelingen.

In Verbindung mit der wachsenden Ökonomie tritt ein weiteres Problem verstärkt auf: der „Landraub“. Insgesamt 500 Fälle wurden von den Behörden registriert. Es gibt zwei unterschiedliche Formen:

  • Die direkte Enteignung durch den Staat, um das Grundstück ausländischen Firmen zur Verfügung stellen zu können. Die Unternehmen dürfen das Land zwar nicht erwerben, aber sie können es auf lange Zeit pachten. Der vormalige Besitzer erhält entweder keine oder eine geringe Entschädigung.
  • Die indirekte Enteignung erfolgt durch gesetzliche Anbauquoten für Bauern. Die Landwirte werden dazu verpflichtet ihre Agrarprodukte in einem bestimmten Verhältnis anzubauen, das nicht wirtschaftlich ist. Dadurch geraten die Bauern in die Verschuldung. Wenn die Kredite nicht mehr bezahlt werden können, folgt die Beschlagnahmung des Landes. Insgesamt wurden in der Ayeyarwaddy-Region Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 100.000 ha entzogen.

Beim Interessenskonflikt von Wirtschaft und Bürger muss Letzterer häufig nachgeben. Besonders negative Schlagzeilen machte der Bau der Yadana-Gaspipeline des französischen Total-Konzerns in den 1990er-Jahren. In Zusammenhang mit diesem Großprojekt wird nicht nur von Zwangsumsiedlungen, sondern auch von Folter und Mord berichtet.

In den letzten Jahren haben die Bürger gelernt, sich gegen Großprojekte besser zu wehren. Der Bau zweier indischer Staudämme wurde verhindert. Doch nicht jede Demonstration ist erfolgreich; beispielsweise die Inbetriebnahme der Kupfermiene von Monywa wurde von der Regierung mit Gewalt durchgesetzt.

Literatur (mit Amazon-Affiliate-Link):

Arbeitsgruppe Burma (Hrsg.): Aufbruch in Myanmar – Mit europäischen Investitionen zu Wohlstand und Frieden? Köln, 2014. (kostenloser Download)