Die laotische Flagge

Das erste Großreich auf laotischen Gebiet war Lan Xang, das von 1353 bis 1707 bestand. Für diese Zeit habe ich keine eindeutigen Hinweise auf das Flaggendesign gefunden.

Lan Xang zerfiel in drei Königreiche: Luang Praban im Norden, Vientiane im Zentrum und Champasak im Süden.

1893 wurde das Land französische Kolonie und unter der mit der Tricolore erweiterten Flagge Luang Prabangs geführt.

Französisch-Laos
Laos als französische Kolonie (Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Nach dem 2. Weltkrieg zerfiel das französische Kolonialreich nach und nach. 1952 entfernten die Laoten die Tricolore aus der Flagge. Aber erst 2 Jahre endeten die französischen Ansprüche offiziell.

Laotische Flagge bis 1975
Laotische Flagge bis 1975 (Foto: Wikimedia Commons, Sodacan)
Königliche Flagge
Königliche Flagge bis 1975 (Foto: Wikimedia Commons, Thommy)

Die letzte Änderung erfolgte 1975. Kommunistische Kräfte übernahmen unblutig die Macht im Land und riefen die Demokratische Republik Laos aus. Die neue Flagge besteht aus drei Farben: rot steht für den blutigen Kampf um die Unabhängigkeit, blau für das Gedeihen und weiß für die glänzende Zukunft. Alternativ kann der Mond über dem Mekong erkannt werden.

Aktuelle Flagge
Aktuelle Flagge (Foto: Wikimedia Commons, SKopp)

 


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Mouhot in Angkor

Ta Phrom
Die Tempelanlage Ta Prohm in Angkor besitzt einen besonderen Charme. Während bei den anderen Haupttempeln die Natur zurechtgestutzt wurde, kann man hier erleben, wie der Urwald sich seinen Lebensraum zurückholte. Dicke Wurzeln überwuchern die Gemäuer und Bäume wachsen kreuz und quer. Es entsteht der Eindruck, die Anlage wäre frisch entdeckt!

Ab dem 13. Jahrhundert befand sich das Reich der Khmer in einem langwierigem Niedergang. Damit geriet auch die alte Metropole Angkor, die in ihrer Hochphase eine der größten Städte der Welt war, aus dem Fokus.

Die vermeintliche Wiederentdeckung der Ruinen von Angkor im 19. Jahrhundert wurde dem Franzosen Mouhot zugeschrieben. Allerdings entspricht das nicht den Gegebenheiten und auch er selbst hat dies nie für sich in Anspruch genommen. 

1858 segelte der 31-jährige Franzose Mouhot von London nach Bangkok, um von dort aus einige Expeditionen in das Landesinnere zu starten. Er bereiste Thailand, Kambodscha und Laos. Auf seiner Route lagen archäologische Stätten, wie Ayutthaya und eben die Ruinen von Angkor.

Die Vorstellung, dass seine Expeditionstruppe sich den Weg in die alte Khmer-Metropole mit Macheten frei  schlagen musste, ist aber falsch. Die Stadt war nicht verschollen. Als er 1860 die Ruinen betrat, war er noch nicht einmal der erste Europäer, der die Anlage besichtigen konnte. Aber es waren seine überschwänglichen Beschreibungen dieser historischen Stätte, die in Europa das Interesse an Angkor erweckten. Den Erfolg seiner Schriften konnte Mouhot nicht mehr erleben, denn er starb 1861 in Laos an Fieber. Seine Reiseaufzeichnungen wurden erst posthum in Europa veröffentlicht.

Das Reisejournal lässt sich kostenlos in englischer Sprache hier finden.

 


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Streubomben auf Laos

COPE
Eingang zum COPE-Visitor-Centre

Im Krieg zwischen Vietnam und den USA nutzen die Vietkong die laotischen Grenzgebiete als Rückzugsort. Die Amerikaner bombardierten daraufhin das neutrale Laos mit unzähligen Bomben. Besonders grausam war die eingesetzte Waffengattung: die Streubombe (cluster bomb), die bis heute für Todesopfer und Verstümmelungen sorgt.

Jede abgeworfene Bombe besteht aus vielen kleinen Bomben, Sub-Munition oder Bombies genannt. Bei den 580.000 Angriffen auf Laos zwischen 1964 und 1973 trafen das Land 270 Millionen Sub-Munitionen. Beim Abwurf explodieren ca. 30% der eingesetzten Munition nicht. Das bedeutet, dass ca. 80.000.000 gefährliche Sprengkörper in der Landschaft verteilt wurden.

Streubombe, COPE-Visitor-Centre
Streubombe, COPE-Visitor-Centre

Um sich auszumalen, wie perfide diese Waffengattung ist, muss man sich nur in das Leben eines Reisbauern zur Kriegszeit hinein versetzen:
– er hört, dass ein Flugzeug Bomben abwirft
– er weiß, dass nicht alle Bomben explodiert sein werden
– am nächsten Tag muss er in sein Reisfeld, in dem der Tod lauern kann

Von den 80 Millionen Bombies wurden ca. 1 Million von 1996 bis 2009 entschärft. Bis das Land sicher ist, wird noch eine Menge Zeit vergehen. Momentan explodieren ca. 300 Bomben pro Jahr, töten und verletzen. 

Um die Opfer solcher Explosionen kümmert sich die Organisation COPE (Cooperative Orthotic and Prosthetic Enterprise), die Prothesen bereitstellt. Neben der medizinischen Betreuung kämpft die Einrichtung gegen den Einsatz von Streubomben und betreibt in Vientiane ein Museum, um über die Gefahren dieser Waffen aufzuklären.

Links:
COPE (Cooperative Orthotic and Prosthetic Enterprise)
Facebook-Seite von Laos Pictures: Bilder von Bomben im Alltag

 


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