Linktipp: Vietnamesische Legenden und Märchen

Lac Long Quan und Au Coc
Lạc Long Quân und Âu Cơ – künstlerische Darstellung für das vietnamesische Neujahrsfest 2009 (Foto: Wikimedia Commons, Prenn)

Ich war gerade dabei, die Legende von Lạc Long Quân und Âu Cơ hier zu veröffentlichen, da habe ich eine Internetseite gesehen, auf der es diese Geschichte und viele weitere schon in besserer Qualität gibt.

Hier sind die Märchen und Legenden zu finden: vietnam.com

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Batik – eine indonesische Kunst

Batikmotiv aus Yogyakarta
Batikmotiv aus Yogyakarta (Foto: Wikimedia Commons, Thomas Bergholz)

Die buntgemusterten Batik-Hemden haben es in die Läden in aller Welt geschafft. Dahinter steht eine indonesische Kunstform, die auf ein spezielles Färbeverfahren beruht. Das javanische Wort “mbatik” bedeutet soviel wie “mit Wachs schreiben” – und das ist das Geheimnis der Muster.

Traditionell arbeiten mehrere Frauengenerationen einer Familie zusammen in einer Werkstatt. Mit dem “canting”, einem füllerähnlichen Instrument, das mit Wachs befüllt ist, wird auf Stoffbahnen ein Muster eingezeichnet. Beim anschließenden Färben bleiben diese Stellen dadurch frei und behalten die ursprüngliche Farbe des Stoffes. Danach kann das Wachs ausgekocht werden. Je nach Muster wird dieser Vorgang öfters wiederholt.

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Die Muster selbst variieren je nach Region. So nutzt man in den Sultansstädten Solo und Yogyakarta gerne dunkle Farbtöne in Braun, Schwarz, Indigo-Blau und Rot. Die Symbole tragen verschiedene Bedeutungen, so gibt es z.B. für Brautleute oder Begräbnisse verschiedene Bemalungen. Einige Muster waren sogar ausschließlich dem Sultan und seinem Anhang vorbehalten.

In den Küstenstädten Cirebon und Pekalongan hat sich ein eigener Stil entwickelt, der sich durch seine Farbenpracht auszeichnet. Die Muster zeigen chinesische und arabische Einflüsse.

Auf Bali hat Batik keine lange Tradition. Dennoch wächst die Industrie dort rasch, da vor allem Touristen an den Stoffen interessiert sind. Der Modetrend wurde von einigen Designern genutzt, um den indonesischen Stil auf die internationalen Laufstege zu bringen. Der vielleicht bekannteste Modeschöpfer ist Tex Saverio aus Jakarta, der Popstars wie Lady Gaga und Kim Kardashian einkleidet.

 
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Ros Sereysothea – das tragische Leben eines kambodschanischen Musikstars

Der Vietnam-Krieg führte viele amerikanische Soldaten nach Südostasien. Ende der 1960er-Jahre betrug ihre Truppenstärke mehr als 500.000 Mann. Mit ihnen kam die amerikanische Infrastruktur und Lebensweise in die Region. Die Radiosender der US-Armee spielten die Hits ihrer Zeit und wurden nicht nur von Soldaten, sondern auch von der einheimischen Bevölkerung gehört. So gelangte der Rock’n’Roll nach Kambodscha. Einheimische Musiker mischten die neuen Einflüsse mit der klassischen Musik und heraus kam eine eigenwillige, unverkennbare Mischung.

Eine der größten Stars dieser Epoche wurde Ros Sereysothea, die als Ros Sothea 1948 im kleinen Dorf Battambong geboren wurde. Sie wuchs in einer armen Familie auf, die es sich nicht leisten konnte, sie zur Schule zu schicken. Der Legende nach verkaufte sie in jungen Jahren gekochte Schnecken auf der Straße und erhielt dadurch den Spitznamen “Boiled Snail Girl”.

In ihrer Teenager-Zeit begann sie und ihre Familie mit regelmäßigen musikalischen Auftritten Geld zu verdienen. Der gute Ruf der Band lockte schnell Publikum von weit her an. Der ursprüngliche Name der Gruppe ist verloren gegangen, da die Zuschauer sie einfach nach ihren beiden Sängern “Serey Sothea” nannten.

Die Musik-Industrie war zu dieser Zeit eine Boom-Branche in Kambodscha und erfolgreiche Musiker wurden zu landesweiten Stars. Ros Sothea und ihre Bruder Serey wollten die Chance nutzen und gingen in die Hauptstadt Phnom Penh. Sie brauchten nicht lange warten: in der ersten Nacht wurden sie von einem Club fest angestellt.

Sothea konnte das Publikum fesseln und schnell wurden die Plattenbosse auf sie aufmerksam. Ihre Stimme war perfekt für die Mischung aus westlichen Rock und traditioneller Khmer-Musik. Sie erhielt einen Vertrag und produzierte mit “Stung Khieu” 1967 ihren ersten Hit. In den 60er und 70er Jahren folgten viele erfolgreiche Alben und sie spielte in einigen Filmen mit. König Norodom Sihanouk gab ihr den Titel “Preah Rheich Teany Somlang Meas” (die goldene Stimme der königlichen Hauptstadt).

Sie arbeitete mit einer weiteren Pop-Größe der Zeit,  Sinn Sisamouth, dem kambodschanischen Elvis, zusammen und prägte mit ihm eine neue Stilrichtung, die “Psychedelic Rock” oder “Garage Rock” genannt wurde. Ein Markenzeichen ist der Widerspruch zwischen Text und Musik. Gerne wird ausgelassene und fröhliche Musik mit Geschichten über Herzschmerz und traurigen Schicksalen vermengt.

So gut auch die Karriere von Sothea lief, mit ihren Privatleben war sie nicht glücklich. Sie konnte als hübsche Frau mit einer tollen Stimme zwar einfach Männer kennen lernen, allerdings verhielten sich diese oft wenig respektvoll. Als Sängerin verkaufte sie ihre Stimme als ein öffentliches Gut und damit verringerte sich in den Augen vieler Menschen ihr Ansehen.

In den späten 60er Jahren war sie mit dem Sänger Suos Mat verheiratet. Die Ehe hielt aber nur einige Jahre, wahrscheinlich auch deswegen, weil er sie wild geschlagen haben soll.

Ihre glücklichste Liebschaft war mit einem Fallschirmspringer der Armee. Sie folgte seinem Vorbild, trat in die Armee ein und machte ebenfalls ein paar Sprünge mit dem Fallschirm.

1975 wurde zu einem schwarzen Jahr. Sotheas Freund wurde bei einem Kampfeinsatz getötet und die Roten Khmer übernahmen die Macht. Die neuen Machthaber scheuchten alle Menschen aus den Städten in ländliche Arbeitslager. Sothea versuchte in der kulturfeindlichen Epoche unerkannt zu bleiben. Doch lange konnte sie sich nicht verbergen. Nachdem sie entdeckt wurde, musste sie neben der Landarbeit den Roten Khmer zu Diensten sein und Lieder zu ihren Ehren singen.

1977 wurde verfügt, dass sie einen Assistenten von Pol Pot heiraten musste. Auch diese Ehe blieb unglücklich, denn der Ehemann neigte zur Eifersucht und schlug sie. 

Nur kurze Zeit später verschwand Sothea. Im Arbeitslager wurde vermutet, dass die schlechte Beziehung zu ihrem Mann der Grund dahinter sein könnte. Gerüchten zu folge wurde sie auf einem Karren gesehen, der sie mit anderen Leuten zusammen in eine neue Stadt bringen sollte. Allerdings mag das nur ein Euphemismus dafür gewesen sein, Menschen zu beseitigen.

Sotheas Schwester, die die düstere Epoche überlebte, wurde zugetragen, dass die Sängerin unterernährt in ein Krankenhaus in Phom Penh eingeliefert wurde und dort kurz vor dem Einmarsch der vietnamesischen Truppen verstarb.

 


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Welche Buddha-Figur gehört zu welchem Wochentag?

In den Tempeln finden sich häufig acht verschiedene Buddha-Statuen nebeneinander. Diese Figuren symbolisieren die Wochentage; der Mittwoch tritt doppelt auf – morgens und abends. Die Darstellungen sind unterschiedlich und verweisen auf Taten des Buddha, die an verschiedenen Tagen stattgefunden haben. Über den Tag seiner Geburt ist ein gläubiger Buddhist mit einer dieser Statuen verbunden.

Wochentag Darstellung Bedeutung Bild
Sonntag Stehend, die Arme hängen, die rechte Hand ist über der linken. Erinnert an den gerade erleuchteten Buddha.
Montag Rechts die Abhaya Mudra, der linke Arm hängt herunter.  Friedensstiftung. Verweist auf die Hilfe für die Stadt Vesali.
Dienstag Liegender Buddha.  Buddha lehrte dem Riesen Asurindarahu, dass seine Größe relativ ist. 
Mittwoch morgens  Buddha hält eine Almosenschale.  Buddha ging morgens Almosen sammeln, nachdem er seinen Vater bekehrt hatte. 
Mittwoch abends  Buddha mit Elefant und Affe.  Buddha war von den Streitigkeiten der Mönche von Kosambi ermüdet und ging in den Wald, wo sich die Tiere um ihn kümmerten. 
Donnerstag Dhyana Mudra.  Siddhartha saß auf dem Gras und stand nicht auf, bis er erleuchtet wurde. 
Freitag Gekreuzte Hände auf Brusthöhe.  Buddha überlegt, wie er seine Erleuchtung teilen kann. 
Samstag Dhyana Mudra, mit Naga.  Buddha wird vom Naga-König beschützt.

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Mudras und ihre Bedeutung

Die Handhaltung (Mudra) des Buddha ist entscheidend für die Bedeutung des Standbildes. Es gibt einige besonders häufig auftretende Gesten.

Bhumisparsa Mudra – Aufruf der Erde zum Zeugen: Die rechte Hand weist nach unten, die linke liegt auf dem Schoss. Der Dämon Mara versuchte Siddhartha kurz vor seiner Erleuchtung vom rechten Pfad abzubringen. Er setzte dazu u.a. seine Töchter ein, die ihn verführen sollten. Doch Buddha blieb standhaft und rief um dies zu Bezeugen die Erdgöttin Thorani mit der Berührung des Bodens. Thorani wrang Wasser aus ihren Haaren und Mara und seine Dämonen ertranken. Wahrscheinlich ist das die häufigste Geste in den thailändischen Tempeln.

Bhumisparsa Mudra
Bhumisparsa Mudra (Tiger Cave Tempel bei Krabi)

Dhyana Mudra  (auch: Samadhi Mudra): Beide Hände sind mit den Handflächen nach oben auf den Schoss gelegt. Diese Geste weist auf Meditation hin. Meistens wird die Figur im halben Lotussitz dargestellt.

Dhyana Mudra
Dhyana Mudra (Golden Mount Temple in Bangkok)

Abhaya Mudra: Die Hand wird mit allen Fingern nach oben dargestellt. Diese Geste symbolisiert Furchtlosigkeit. Sie kann sowohl mit beiden Händen als auch mit einer ausgeführt werden. Bei der einhändigen Ausführung kann mit der zweiten Hand eine andere Mudra angezeigt werden. Die Figuren werden stehend oder gehend dargestellt.

Abhaya Mudra
Abhaya Mudra (Marmor-Tempel Bangkok)

Vitarka Mudra: Die Hand ist nahe an der Brust und mit Daumen und Zeigefinger wird ein Kreis gebildet. Dieses Zeichen steht für Unterweisung und wird bei sitzenden und stehenden Statuen verwendet.

Vitarka Mudra
Vitarka Mudra (Phra Pathom. Wikimedia Commons, Heinrich Damm)

Bei der Dharmachakra Mudra wird mit beiden Händen ein ähnlicher Kreis geformt. Diese Geste steht für das in-Bewegung-Setzen des Dharmachakra und verweist auf die erste Predigt des Buddha.

Varada Mudra
Varada Mudra (Wat Pho, Bangkok. Wikimedia Commons, Heinrich Damm)

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Körperhaltungen der Buddha-Figuren in Thailand

Tiger Cave Temple
Buddha-Figuren im halben Lotussitz im Tiger Cave Temple bei Krabi.

Die Bedeutung der Figuren richtet sich nach Körperhaltung und Gestik. Die vier möglichen Haltungen sind stehend, sitzend, gehend, liegend.

Die sitzende Haltung wird in drei Varianten ausgeführt. Im halben Lotussitz ist das rechte Bein über das linke gelegt, die Fußflächen zeigen nach oben. Diese Darstellung wird auch Heldenpose genannt. Ab und zu wird Buddha im vollen Lotussitz dargestellt, bei dem beide Füße auf dem jeweils anderen Bein gelegt werden. Diese Stellung ist in Thailand eher ungewohnt und weist auf indische Einflüsse hin. Als dritte Variation wird Buddha auf einem Stuhl sitzend dargestellt.

Fußsohlen
Die Fußsohlen des liegenden Buddha. (Foto: Wikimedia Commons, Rdsmith4)

Die liegenden Statuen bieten eine Besonderheit: Unter den Fußsohlen finden sich oft Glückssymbole. In der Mitte kann das Dharmachakra auftauchen, das an den Achtfachen Pfad erinnert.

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Epochen der buddhistischen Kunst in Thailand

In den Tempeln Thailands ist eine Vielzahl an unterschiedlichen Buddha-Statuen zu sehen. Sie lassen sich nach Kunstepoche und Körperhaltung unterscheiden.

Grob unterteilt gibt es sechs Epochen in der thailändischen Kunst. Allerdings ist die Unterscheidung der Stile, ähnlich wie in der europäischen Kunst, nicht einfach. Die Übergänge sind fließend und die Einflüsse innerhalb eines Abschnitts wechselhaft. Die Künstler stehen zwar in der Tradition ihrer Zeit, doch wollen sie ein Werk schaffen und nicht mit aller Macht den kunsthistorischen Einteilungen gerecht werden.

Die Kunstepochen
7. – 11. Jahrhundert Dvaravati-Stil
11. – 13. Jahrhundert Khmer- und Lopburi-Stil
13. – 15. Jahrhundert Sukhothai-Stil
11 – 18. Jahrhundert Lan Na-Stil
12. – 15. Jahrhundert U-Thòng-Stil
ab dem 14. Jahrhundert Ayutthaya-Stil und Rattanakosin-Stil

 

Buddha-Kopf der Dvaravati-Periode
Buddha-Kopf der Dvaravati-Periode. (Foto: Wikimedia Commons, Walters Art Museum)

Die Dvaravati-Kunst (7. – 11. Jahrhundert) ist indisch geprägt. Erst im Verlaufe der Zeit erhielt sie eine stärkere lokale Färbung. In der späten Phase kamen Einflüsse aus dem aufstrebenden Khmer-Reich hinzu.

Typisch für Buddha-Darstellungen dieser Epoche ist ein natürliches Gesicht, mit niedergeschlagenen Augen und einem lächelnden Mund.

 

Khmer-Buddha aus dem 12. Jahrhundert
Khmer-Buddha aus
dem 12. Jahrhundert.(Foto: Wikimedia Commons, Sailko)

Lopburi war zeitweise Provinzhauptstadt der Khmer und übernahm daher dessen künstlerische Darstellungen in der Zeit vom 11. – 13. Jahrhundert.

Figuren aus dieser Zeit tragen oft ein Diadem auf dem Kopf. Die Lippen sind dick, der Mund lächelnd. Auffällig sind die lang gezogenen Ohrläppchen.

Manchmal wird die Skulptur auf einem Podest in Lotus-Form dargestellt, mit königlichen Ornamenten geschmückt und von Nagas bewacht.

Buddha im Wat Mahathat in Sukhothai.
Buddha im Wat Mahathat in Sukhothai. (Foto: Wikimedia Commons, Wasanamak)

Der Sukhothai-Stil (13. – 15. Jahrhundert) nimmt Traditionen aus Sri Lanka auf. In dieser Zeit bestand enger Kontakt zwischen dem siamesischen Reich und der südöstlich vor Indien gelegenen Insel.

Die Figuren dieser Phase zeichnet ein idealisiertes Menschenbild aus. Sie besitzen zumeist ovale Gesichter. Das Kopfhaar wird fein und gleichmäßig gekraust gestaltet. Die Augenbrauen schlagen hohe, runde Kurven. Der Blick ist nach unten gerichtet. Die Brust ist breit, die Taille schmal. In dieser Periode wurde Buddha in allen vier Grundhaltungen gezeigt: Stehend, gehend, sitzend, liegend. Bei einigen Skulpturen wird um den Kopf der Figur eine Flamme dargestellt.

Der Lan Na- oder Chiang Saen-Stil (11 – 18. Jahrhundert) nahm Einflüsse von den Khmer, Sukhothai, Indien, Myanmar und Sri Lanka auf.

Buddhafiguren in Chiang Mai
Buddhafiguren in Chiang Mai

Buddha wurde in Lan Na oft mit einer speziellen Haartracht dargestellt. Das Haar läuft auf dem Kopf in Form einer Lotusknospe oder einer Kreuzblume zusammen. In späteren Zeiten auch in Flammenform.

Das Gesicht ist füllig. Obwohl der Körper meistens massiger ist, bleibt die Hüfte schlank.

Buddha im U-Thòng-Stil.
Buddha im U-Thòng-Stil.

 

Der U-Thòng-Stil (12. – 15. Jahrhundert) gewann durch den abnehmenden Einfluss der Khmer an Bedeutung.

Typisch für die Darstellungen in diesem Stil sind sehr feine, gekräuselte Haare und ein Haarband. In frühen Zeiten sind die Haare in Lotusknospenform geflochten, später auch in Flammenform. Die Köpfe sind leicht quadratisch mit Khmer- und Mon-Charakteristika.

Buddha-Figur im Wat Phra Men
Buddha-Figur im Wat Phra Men in Ayutthaya.(Foto: Wikimedia Commons, Lux2545)

 

Der Ayutthaya-Stil (ab dem 14. Jahrhundert) vereint unterschiedlichere Statuentypen als die vorhergegangenen Epochen.

Anfangs waren unter dem Einfluss von U Thòng die Gesichter quadratisch und die Haare mit einem Band versehen. Später wurden mehr Elemente des Sukhothai-Stils übernommen. Die Gesichtsausdrücke wurden mit der Zeit strenger, das Lächeln verschwand in einigen Fällen völlig. Die Augen wurden detailliert herausgearbeitet. Die Figuren sind teilweise mit vielen Ornamenten verziert. Einige tragen ein Diadem oder eine Krone auf dem Kopf.

Der Rattanakosin-Stil der Bangkok-Zeit führt in erster Linie die Traditionen aus Ayutthaya weiter.

 

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Lackprodukte aus Myanmar (Lacquerware)

Lackware
Lackware. Wikimedia Commons, Wagaung at the English language Wikipedia.

Die vielleicht bekanntesten Kunstwaren aus Myanmar sind die Lackprodukte. Ein Reisender in Bagan wird die Waren an vielen Ständen, teilweise direkt vor den Pagoden, angeboten bekommen.

Die Kunstform hat uralte Wurzeln: schon vor 3.000 Jahren wurde sie in China ausgeübt und nach und nach von den südostasiatischen Nachbarn übernommen und weiterentwickelt. In Myanmar scheint das Handwerk im 12. oder 13. Jahrhundert in Bagan aufgegriffen worden zu sein.

Die Herstellung erfolgt auch heute nach alter Tradition aus natürlichen Materialien. Der Grundstoff des Lacks ist Harz vom Thitsi-Baum. Mit zwei bis zu 20 cm langen und ungefähr 5 cm tiefen Kerben, die in Form eines Vs geschnitten werden, wird der Baum angezapft. Das graue, dickflüssige Harz tropft dadurch langsam in ein Auffangbehälter. Nach dem Abzapfen erhält der Baum vier oder fünf Jahre Ruhe, um vollständig zu regenerieren.

Der Lack hat unterschiedliche Qualität: Aus frischen Harz kann ein schwarzer Lack gewonnen werden, der nur bis zu 25 % Wasser enthält. Die zweitbeste Sorte ist ein brauner Lack, der aus bis zu 35 % Wasser bestehen kann. Die schlechteste Art ist der gelbe mit bis zu 45 % Wasseranteil. Der Qualitätsunterschied wirkt sich auf die Glanzeigenschaften der fertigen Produkte aus.

Die Waren, die mit Lack verziert werden können, sind vielfältig. Es sind Gegenstände, die aus Bambus, Holz oder Eisen hergestellt werden – beispielsweise Boxen, Tische oder Servierbretter.

Der Lack wird mit Asche angerührt und per Hand auf das Objekt aufgetragen. Danach muss der Gegenstand ungefähr eine Woche trocknen. Anschließend folgt das Waschen und Polieren. Um eine hohe Qualität zu erreichen, sind mindestens sieben Lackschichten vonnöten und so wird das Verfahren mehrmals wiederholt. Mit der letzten Lackschicht wird ein Zinnober-Pulver namens Hinthabada beigemengt, das für verschiedene Färbungen, wie gelb, rot, grün und blau, sorgt.

Im letzten Arbeitsschritt folgt die Verzierung. Die Gravuren werden ohne Schablone freihändig durchgeführt. Da der Lack keine Fehler verzeiht, muss das Muster im ersten Versuch gelingen.

Links:

http://bagan.travelmyanmar.net/bagan-lacquerware.htm

http://www.azibaza.com/lecture/lacquer.htm

 
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Puppentheater in Myanmar

Puppen
Traditionelle Puppen. (Foto: Wikimedia Commons, Yarzaryeni)

Zum Unterhaltungsprogramm von „Pagoda Festivals“ gehört das Puppentheater. Das Theater steht in einer Jahrhunderte alten Tradition.

Die Marionetten sind Kunstwerke für sich. Zwar stellen einige Puppenspieler sie selbst her, doch der überwiegende Teil der Figuren wird von Spezialisten hergestellt.

Das leichte aber stabile Yanamay-Holz wird als Grundlage für die Puppe verwendet. Die Größe variiert: die Figuren messen zwischen 60 und 100 cm. Für die Frisur wurde ursprünglich Menschenhaar genutzt; mittlerweile wird allerdings Pferdehaar eingesetzt.

Für die Augen von hochwertigen Prinzen- oder Prinzessinnen-Figuren werden echte Edelsteine verbaut: weiße Jade und schwarzer Onyx.

Zum Bemalen wird eine natürliche Farbe auf Kalk- oder Talk-Basis hergestellt. Für das Rot teuflischer Gesichter wird Hinthabada-Pulver verwendet, für Schwarz eine Ruß-Mischung.

In Myanmar ist der Glaube an Geister und dunkle Kräfte erhalten geblieben. Daher werden Tätowierungen getragen, die vor negativen Einflüssen schützen sollen. Aus dem gleichen Grund werden schützende Symbole auf die Marionetten gezeichnet.

Die am aufwendigsten geschmückten Figuren sind Prinz, Prinzessin, König und die Nats. Hier kommen Dekorationen aus Seide und Samt zum Einsatz, geschmückt mit Glasperlen und Pailletten. Am anderen Ende steht die Figur des Einsiedlers, der wie im wahren Leben, asketisch bekleidet ist.

Puppenspieler
Puppenspieler – In alten Zeiten wurde ausschließlich vor einem neutralen Hintergrund gespielt, damit die Puppen besonders gut sichtbar sind. Heutzutage werden aber gerne je nach Szene unterschiedliche, gemalte Hintergründe eingesetzt. Wikimedia Commons, Nguyen Thanh Long aus Saigon.

Die Aufführung folgt häufig einem festen Muster: anfangs führt eine weibliche Figur einen Ritualtanz auf, um Respekt gegenüber den örtlichen Schutzgeistern zu bezeugen.

Die zweite Szene spielt im frühzeitlichen Urwald, zu Beginn der Welt. Die Musik spielt dabei ungestüm, um das Chaos der vorweltlichen Zeit zu verdeutlichen. Nach und nach bevölkern Tiere, wie Pferd, Elefant, Vogel, Affe und Tiger die Bühne. Dazu gesellen sich mystische Wesen, wie Drache oder Oger.

Anschließend folgt eine Szene am Königshof. Teilweise gehört die Szene zur eigentlichen Geschichte, aber manches Mal soll sie nur dazu dienen, die Entstehung der menschlichen Gesellschaft und damit den Einzug von Recht und Ordnung zu symbolisieren. In kolonialen Zeiten wurde diese Stelle ab und zu genutzt, um an den vergangenen, souveränen Staat zu erinnern.

Als nächstes treten die beiden Hauptfiguren in einer Liebesszene auf und tanzen im Duett.

Erst dann beginnt das eigentliche Stück. In althergebrachter Weise wird die ganze Nacht durch gespielt. Es gab mehrere Versuche, die Spielzeit zu kürzen, doch keiner war von Erfolg gekrönt.

Traditionelle Elemente der Thai-Architektur am Beispiel “Golden Mount”

Golden Mount, Bangkok
Golden Mount, Bangkok

Der Tempel auf dem Hügel „Golden Mount“ ist einer der ältesten in Bangkok. 1801 wurde er restauriert und vom König Rama I. unter dem Namen „Wat Saket“ feierlich wiedereröffnet.

Übersetzt bedeutet die Bezeichnung „Tempel der Reinigung des königlichen Haares“ und bezieht sich auf die rituelle Reinigung, die Rama I., damals noch General Chakri,  vor seiner Machtübernahme im Jahr 1782 hier durchführte. Nach der Zeremonie eilte er in den Palast. Dort fand eine Revolte gegen König Taksin statt, der in geistiger Umnachtung seine Familie töten und sich als Gott verehren ließ. In einem Samtsack mit einem Sandelholz-Stock zu Tode geprügelt, fand der alte Herrscher sein Ende und Chakri konnte den Thron besteigen.

Am „Golden Mount“ lässt sich gut die traditionelle Thai-Architektur studieren. Auch in Südostasien findet sich ein großer Unterschied zwischen religiösen und profanen Bauten.

Der Aufbau der Wohnhäuser orientierte sich an den ländlichen Lebensweisen seiner Bewohner. Stelzenbauweise sorgt für trockene Füße in Flutzeiten und verhindert die Ausbreitung von Krankheiten. Die Häuser wurden aus leichten Materialien gefertigt und verfügten über hohe Satteldächer, um die Wärme zu reduzieren. Da die Menschen tagsüber hart arbeiten mussten, wurden die Wohnungen nur bei Nacht genutzt.

Im Gegensatz dazu wurden die Tempel vor allem tagsüber aufgesucht und dementsprechend eingerichtet. Hier wurde eine massive Steinarchitektur vorgezogen, die in der heißen Sonne Kühle spendet. Der Fußboden ist erdnah, das Dach hoch aufschießend.

In vielen traditionellen Gebäuden findet man Treppenstufen und verschieden hoch gelegene Räume. Die thailändische Gesellschaft ist sehr hierarchisch strukturiert und mit der Höhe einer Stelle im Haus wird ein sozialer Status ausgedrückt.

Die Sinne spielen in der traditionellen Architektur eine wichtige Rolle. Ein Gebäude soll sie auf sechs verschiedene Weisen ansprechen:
– Die Formgebung soll das Auge ansprechen.
– Geräusche sollen die Ohren aktivieren.
– Gerüche soll die Nase anregen.
– Guter Geschmack soll den Geist verwöhnen.
– Die Materialien sollen zum Tasten verführen.
– Schönheit und Sinn für das Heilige sollen die Seele erfüllen.

Wer auf diese Elemente achtet, findet in den Tempeln schnell Beispiele. Irgendwo sind Trommeln oder Glocken angebracht. Einige Glocken sind so konstruiert, dass sie schon durch den Wind erklingen, beispielsweise durch blattartige Klöppel, die als Windfang dienen. Für den Geruch sorgen nicht nur Plfanzen, sondern auch Aroma-Stäbchen. Der Tastsinn soll durch viele verschiedene Materialien und unterschiedliche Verarbeitungstechniken angeregt werden.

 
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