Hausbau im Engadin

Dies ist ein alter Artikel aus dem Vorgänger-Blog!

Traditionelles Haus in Zuoz
Traditionelles Haus in Zuoz

Das Engadin ist eines der höchst gelegenen Täler Europas. Die Häuser der Region müssen daher extremen Wetterbedingungen standhalten – Kälte und Schnee begleiten die Einwohner einen großen Teil des Jahres. So entwickelte sich eine spezielle Bauform heraus. Die Bauernhäuser vereinten die Lebensräume von Mensch und Tier.

Charakteristisch sind die schweren Mauern, die mehrteiligen Türen und die kleinen, trichterförmigen Fenster. Im Untergeschoss befand sich der Viehstall, der über einen eigenen Eingang verfügte. So konnte die Wärme der Tiere von den darüber liegenden Etagen aufgenommen werden.

Ein traditionelles Haus in Zuoz: links das mehrteilige Haupttor, rechts das Tor zum Viehstall.
Ein traditionelles Haus in Zuoz: links das mehrteilige Haupttor, rechts das Tor zum Viehstall.

Der Haupteingang ist ein Tor, mit verschiedenen Funktionen: öffnet man nur den mittleren Teil, erhält man ein Fenster; öffnet man zusätzlich den darunterliegenden Teil, so wird es es eine Eingangstür; wird das komplette Tor geöffnet, so kann auch ein Heuwagen durchfahren.

Der Baustil zeichnet sich nicht nur durch seine praktischen Seiten aus, sondern bietet auch dem Auge viel. Typisch sind die Fassadenverzierungen, Sgraffito (italienisch: »grafflare« = »kratzen«) genannt. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei nicht um eine Mal-, sondern um eine Kratztechnik. Durch Abkratzen einer Putzschicht wird ein Farbkontrast erzeugt. Neben Mustern, wie dem Doppelwellenband, finden sich im Engadin Motive von heimischen Lebewesen, wie dem Steinbock oder Flusstieren.

Das älteste Haus von Zuoz: Hotel Crusch Alva,
Das älteste Haus von Zuoz: Hotel Crusch Alva,

 
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