Theater in Thailand

Ramakien-Aufführung
Eine Ramakien-Aufführung. Allerdings nicht in Thailand, sondern in Luang Prabang (Laos).

Obwohl in Thailand die westlichen Medien seit vielen Jahrzehnten Einzug erhalten haben, schaffte es das klassische Theater zu überleben.

Ursprünglich war das Schauspiel dem königlichen Hof vorbehalten. Doch seit König Rama IV., der von 1851-1868 regierte, wandelte sich die Form des Theaters kontinuierlich bis heute. Die Tradition wurde gelockert und die Kunstform wurde breiten Bevölkerungsgruppen zugänglich. Nach und nach zogen westliche Elemente der Präsentation ein. Das traditionelle Drama wurde mit modernen Techniken aufpoliert: Theaterkonstruktion, Beleuchtung, Soundanlagen, aber auch Kostüme und Makeup sind auf dem aktuellen Stand.

Neben all den Änderungen wurde die Tradition aber nie verdrängt. Die Themen werden noch immer gerne aus der asiatischen Sagenwelt, wie dem Ramayana, übernommen. Durch königliche Patronage war es möglich, die klassischen Formen der Tanz-Aufführungen über Jahrhunderte hinweg zu bewahren. Doch nicht nur die Hochkultur wurde erhalten, sondern auch die lokale Kunst. König Bhumibol (Regent von 1946-2016) versuchte regionale Kultur als Bestandteil einer gemeinsamen Thai-Identität zu fördern und stärkte daher die regionalen Kunstformen.



 

 

Loy Krathong und Yi Peng

Loy Krathong in Chiang Mai
Loy Krathong in Chiang Mai (Foto: Wikimedia Commons, John Shedrick)

Loy Krathong bedeutet übersetzt soviel wie “schwimmendes (oder schwebendes) Floß” und weist damit auf den Hauptakt des Festes hin.

In der Vollmondnacht des 12. Mondmonats versammeln sich die Thailänder bei Einbruch der Dunkelheit an den Ufern der Flüsse, Kanäle und Teiche des Landes. Sie haben kleine Schiffchen aus Palmen- oder Bananenblättern mitgebracht, die mit Räucherstäbchen, Kerzen, Münzen oder persönlichen Gegenständen bestückt sind. Mit einem Stoß werden sie auf der Wasserfläche in Bewegung gesetzt und erleuchten zusammen mit vielen anderen Krathongs die Nacht.

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Die Ursprünge des Festes liegen wahrscheinlich in der animistischen oder hinduistischen Glaubenswelt. In den alten Zeiten war das Leben hart. Auf der einen Seite war das Wasser wichtig, um damit den Reisanbau betreiben zu können. Auf der anderen Seite konnte es zur Bedrohung werden, wenn in der Monsunzeit zwischen Juni und Oktober der Regen die Flüsse reißend und unberechenbar machte. Die schlammigen Fluten waren eine Gefahr für das Leben und das Hab und Gut der Reisbauern. Um die Wassergöttin Mae Khongkha, die Reisgöttin Mea Bhosop und die Wassergeister gut zu stimmen, wurde ihnen geopfert. Vermutlich hat sich aus dieser Traditionen im Verlauf der Jahrhunderte das Loy-Krathong-Fest entwickelt.

Thais mit Krathongs
Thais mit Krathongs in Bangkok (Foto: Wikimedia Commons, MBBKK)

Es gibt verschiedene Mythen, die sich rund um das Fest ranken. So wird die Geschichte erzählt, dass eine Prinzessin ihrem Geliebten kleine Schiffchen über den Chao Phraya River gesendet haben soll. Eine andere Geschichte erzählt von der Hofdame Nang Nobhama, die die ersten Krathongs gebaut haben soll und damit die Liebe des Königs gewonnen hat, der sie zur Frau nahm.

Das Fest ist auch heute sehr romantisch. Viele Pärchen setzen die kleinen Flößchen gemeinsam auf das Wasser und hoffen auf eine glückliche Zukunft. 

Wie beliebt das Fest ist, zeigt die Datenerhebung der kommunalen Verwaltung in der Hauptstadt: Die Bangkok Metropolitan Administration fischt jedes Jahr weit über eine halbe Million Krathongs aus den Wasserläufen der Stadt. Die meisten davon sind aus biologisch abbaubaren Material, einige allerdings bestehen aus Styropor.

Yi Peng in Chiang Mai
Yi Peng in Chiang Mai (Foto: Wikimedia Commons, Takeaway)

In Chiang Mai hat man eine eigene Tradition entwickelt: man feiert dort Yi Peng. Das Highlight der Festivitäten sind die “schwebenden Laternen”. Eine große Anzahl an Thailändern – und mittlerweile auch viele Touristen – versammeln sich, um gemeinsam viele tausend Laternen zeitgleich in die Nacht hinauf steigen zu lassen. Der atemberaubende Anblick hat das Fest weltweit bekannt gemacht.

Ein schönes englischsprachiges Video mit den verschiedenen Traditionen zu Loy Krathong:

Liste aller Feiertage in Thailand

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Traditionelle Elemente der Thai-Architektur am Beispiel “Golden Mount”

Golden Mount, Bangkok
Golden Mount, Bangkok

Der Tempel auf dem Hügel „Golden Mount“ ist einer der ältesten in Bangkok. 1801 wurde er restauriert und vom König Rama I. unter dem Namen „Wat Saket“ feierlich wiedereröffnet.

Übersetzt bedeutet die Bezeichnung „Tempel der Reinigung des königlichen Haares“ und bezieht sich auf die rituelle Reinigung, die Rama I., damals noch General Chakri,  vor seiner Machtübernahme im Jahr 1782 hier durchführte. Nach der Zeremonie eilte er in den Palast. Dort fand eine Revolte gegen König Taksin statt, der in geistiger Umnachtung seine Familie töten und sich als Gott verehren ließ. In einem Samtsack mit einem Sandelholz-Stock zu Tode geprügelt, fand der alte Herrscher sein Ende und Chakri konnte den Thron besteigen.

Am „Golden Mount“ lässt sich gut die traditionelle Thai-Architektur studieren. Auch in Südostasien findet sich ein großer Unterschied zwischen religiösen und profanen Bauten.

Der Aufbau der Wohnhäuser orientierte sich an den ländlichen Lebensweisen seiner Bewohner. Stelzenbauweise sorgt für trockene Füße in Flutzeiten und verhindert die Ausbreitung von Krankheiten. Die Häuser wurden aus leichten Materialien gefertigt und verfügten über hohe Satteldächer, um die Wärme zu reduzieren. Da die Menschen tagsüber hart arbeiten mussten, wurden die Wohnungen nur bei Nacht genutzt.

Im Gegensatz dazu wurden die Tempel vor allem tagsüber aufgesucht und dementsprechend eingerichtet. Hier wurde eine massive Steinarchitektur vorgezogen, die in der heißen Sonne Kühle spendet. Der Fußboden ist erdnah, das Dach hoch aufschießend.

In vielen traditionellen Gebäuden findet man Treppenstufen und verschieden hoch gelegene Räume. Die thailändische Gesellschaft ist sehr hierarchisch strukturiert und mit der Höhe einer Stelle im Haus wird ein sozialer Status ausgedrückt.

Die Sinne spielen in der traditionellen Architektur eine wichtige Rolle. Ein Gebäude soll sie auf sechs verschiedene Weisen ansprechen:
– Die Formgebung soll das Auge ansprechen.
– Geräusche sollen die Ohren aktivieren.
– Gerüche soll die Nase anregen.
– Guter Geschmack soll den Geist verwöhnen.
– Die Materialien sollen zum Tasten verführen.
– Schönheit und Sinn für das Heilige sollen die Seele erfüllen.

Wer auf diese Elemente achtet, findet in den Tempeln schnell Beispiele. Irgendwo sind Trommeln oder Glocken angebracht. Einige Glocken sind so konstruiert, dass sie schon durch den Wind erklingen, beispielsweise durch blattartige Klöppel, die als Windfang dienen. Für den Geruch sorgen nicht nur Plfanzen, sondern auch Aroma-Stäbchen. Der Tastsinn soll durch viele verschiedene Materialien und unterschiedliche Verarbeitungstechniken angeregt werden.

 
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