Der böse Stier – das Logo der Demokratischen Partei des Kampfes Indonesiens

Die stärkste Partei bei den diesjährigen Parlamentswahlen war die Partai Demokrasi Indonesia Perjuangan (PDI-P), die man mit “Demokratische Partei des Kampfes Indonesiens” übersetzen könnte.

Neben dem martialischen Namen fällt vor allem das ungewöhnliche Logo auf, das von einem wütend dreinblickenden Stier mit roten Augen dominiert wird. Verglichen mit den nüchternen Parteilogos der deutschen Parteien ist das natürlich außergewöhnlich. Dahinter verbirgt sich ein Teil der Geschichte des modernen indonesischen Staates.

Die Vorgängerpartei Partai Demokrasi Indonesia hatte noch einen weitaus freundlicher wirkenden … Weiterlesen

Armut in Myanmar

Myanmar gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Seit 1987 wird es von der UN unter dem LDC-Status („Least Developed Countries“, dt. „am wenigsten entwickelte Länder“) geführt. In den nachfolgenden Jahren wurde die Lage nicht einfacher – die regelmäßigen Menschenrechtsverletzungen führten zu einer internationalen Isolation. 1989 verhängten die westlichen Staaten Wirtschaftssanktionen. Die Regierung in Yangon war daraufhin auf wenige Handelspartner, wie China und Nordkorea, beschränkt. Erst mit der Öffnung in den letzten Jahren verbesserte sich die Situation: nicht nur die Sanktionen … Weiterlesen

Pancasila – die fünf Grundsätze der indonesischen Politik

Die Pancasila sind die Grundsätze der indonesischen Politik. Sie wurden erstmals von Sukarno, dem Führer der indonesischen Unabhängigkeitsbewegung und späteren ersten Präsidenten, in einer Rede am 1. Juni 1945 erwähnt. In leicht abgeänderter Form, mit einer höheren Gewichtung der Religion, wurden sie in die Präambel der indonesischen Verfassung aufgenommen.

Das Wort “Pancasila” (oder auch “Pantja-Sila”) stammt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel wie “5 Prinzipien”.

Diese sind:
– Das Prinzip der All-Einen Göttlichen Herrschaft
– Internationalismus und Humanismus
– Nationale … Weiterlesen

Stadtplanung in Singapur

Die Baumaßnahmen des Stadtstaates sind auf Erhöhung der Attraktivität ausgerichtet. Dieses hat mehrere Gründe: Die Ökonomie des Stadtstaates lebt vom Wissen. Daher ist es wichtig, dass die Stadt nicht nur gute Arbeitsbedingungen bietet, sondern auch attraktive Lebensbedingungen. So ist es möglich, international begehrte Experten anzuwerben und zu binden. Des Weiteren ist der Tourismus zu einem wichtigen wirtschaftlichen Faktor geworden. Und schließlich möchte Singapur seine Weltbedeutung durch die Architektur betonen.

Im Mittelpunkt des Konzeptes steht die Marina Bay, die alte Flussmündung, … Weiterlesen

Singapurs Wirtschaftswunder (Geschichte Singapurs 4)

Die Wirtschaft Singapurs durchlief nach der Unabhängigkeit verschiedene Phasen: In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt auf einer arbeitsintensiven Exportindustrialisierung, es folgte ein Strukturwandel zugunsten sach- und humankapitalintensiver Industrien. Am Ende der Entwicklung stand der Übergang zur wissensbasierten Ökonomie.

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts war die Industrie Singapurs hauptsächlich auf Rohstoffverarbeitung, wie die von Kautschuk, ausgerichtet.

Ende der 70er Jahre verabschiedete der Nationale Lohnrat, eine staatliche Organisation mit Vertretern der Arbeitgeber, der Gewerkschaften und der Regierung, extreme Lohnerhöhungen. … Weiterlesen

Thaksin und Yingluck Shinawatra

Thaksin Sinawatra ist 1949 in eine wohlhabende Kaufmanns- und Politikerfamilie hineingeboren worden. Er besuchte zunächst die Polizeiakademie, studierte dann an der amerikanischen Sam Houston State University und schrieb dort seine Dissertation im Fach Strafrecht. Anschließend schlug er die Laufbahn eines Geschäftsmannes im Bereich Telekommunikation ein. Innerhalb von ein paar Jahren wurde er zu einem der reichsten Männer Asiens. 1994 suchte er den Weg in die Politik und besetzte verschiedene Kabinettsposten.

Im Jahr der asiatischen Wirtschaftskrise, 1997, wurde in Thailand eine … Weiterlesen

Thailand im 19. Jahrhundert (Geschichte Thailands 9)

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts herrschte der siamesische König über eine Fläche, die vergleichbar mit der Größe des heutigen Thailands war. Zu diesem Herrschaftsgebiet hinzu kam noch die gleiche Grundfläche an Vasallenstaaten.

Das islamisch geprägte Sultanat Patani, das im Süden von Thailand lag, war schon zu Zeiten Ayutthayas abgabepflichtig. 1808 erfolgte ein Aufstand, der von den Siamesen niedergeschlagen wurde.

Es folgte eine Aufsplitterung der Verwaltung und letzten Endes die Annexion durch Bangkok im Jahre 1841.  In dieser Region finden sich … Weiterlesen

Singapurs Unabhängigkeit: das große Aufräumen (Geschichte Singapurs 3)

Im 2. Weltkrieg wurde das unter britischer Herrschaft stehende Singapur von den Japaner besetzt. Nach deren Kapitulation folgte schnell eine Anbindung an Malaysia und schließlich die Unabhängigkeit im Jahre 1965.

Das unabhängige Singapur wurde als parlamentarische Demokratie gegründet. Doch unterscheidet sich diese wesentlich von der Demokratieidee im Westen. Es werden zwar regelmäßig freie Wahlen durchgeführt, doch das Volk ist bei der Staatsführung wenig involviert. Die Wurzeln dafür könnten in der kolonialen Zeit liegen: Die Bürger waren nicht gewohnt sich zu beteiligen und … Weiterlesen

Liste der Rebellionen und Revolutionen in Thailand von 1932 bis 2017

1. Militärcoup 20.06.1933
2. Boworadet Rebellion 11.10.1933
3. Songsuradet Rebellion 29.01.1939
4. Militärcoup 08.11.1947
5. Militärcoup 01.10.1948
6. Grand Palace Coup 26.02.1949
7. Manhattan Coup 29.06.1951
8. Silent Coup 17.11.1971
9. Militärcoup 16.09.1957
10. Militärcoup 20.10.1958
11. Militärcoup 17.11.1971
12. Militärcoup 06.10.1976
13. Militärcoup 26.03.1977
14. Militärcoup 20.10.1977
15. Militärcoup 01.04.1981
16. Militärcoup 09.09.1985
17. Militärcoup 23.02.1991
18. Militärcoup 19.09.2006
19. Militärcoup 20.05.2014



Weiterlesen

U Thant – UNO-Generalsekretär aus Myanmar

Der weltweit bekannte Politiker U Thant wurde am 22. Januar 1909 geboren. Seine ersten politischen Erfahrungen sammelte er im antikolonialen Kampf – in der Thakin-Bewegung in den 1930er Jahren.

1957 wurde U Thant UN-Botschafter in New York. Vor allem zwei Themen bewegten ihn: der Kalte Krieg und die Entkolonialisierung in Afrika. Er fühlte sich mit den Afrikanern verbunden und konnte, aufgrund seiner Herkunft aus einer Kolonie, ihre Sorgen verstehen.

Als UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld in der Nacht vom 17. zum 18. … Weiterlesen