Die Schlacht bei den Thermopylen – Leonidas ein Fanatiker?

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Thermopylän
Thermopylen (Foto: Wikimedia Commons, Fkerasar)

Ein herausragendes Ereignis der Antike war der Konflikt zwischen der Großmacht Persien und den griechischen Stadtstaaten.

Die Perser erlangten Mitte des 6. Jahrhundert v.u.Z. Kontrolle über die griechischen Städte in Kleinasien. Im Jahr 500 v.u.Z. rebellierten diese im sogenannten „Ionischen Aufstand“. Athen unterstützte diesen Unabhängigkeitskampf. Die Perser schlugen zurück und marschierten auf das griechische Kernland.

Trotz der großen Bedrohung für ganz Griechenland blieb Athen beinahe auf sich alleine gestellt. Im Jahre 490 standen die Athener vor einer Entscheidungsschlacht; nur das Städchen Platää schickte Unterstützungstruppen. Die Spartaner ließen sich entschuldigen: sie feierten gerade das Karneienfest und dürften daher erst wieder bei Vollmond in den Krieg ziehen.

Dennoch gelang es den Athenern die Perser bei Marathon entscheidend zu besiegen und die Perser damit für einige Zeit zurück zu schlagen.

Zehn Jahre später setzten der Perserkönig Xerxes erneut zu einem Schlag an. Laut Herodot marschierte ein Heer von 840.000 Soldaten auf die Griechen zu. Die Zahl mag übertrieben sein – die neuere Forschung geht von ca. 100.000 Kombattanten aus. Dieses Mal kämpften die griechischen Städte vereint gegen die Invasoren.

Besondere Berühmtheit erlangte dabei der Spartaner Leonidas und seine dreihundertköpfige Elitetruppe. Die Gebirgsenge der Thermopylen (gr.  „Warmtore“) bot den Hellenen die Möglichkeit, die nummerische Übermacht der Perser zu neutralisieren. 7.000 Soldaten sollten genügen, um die Stellung zu halten. Zunächst hatte die Taktik Erfolg und der Vormarsch der Perser konnte gestoppt werden. Ein Verräter wies Xerxes einen weiteren Weg durch das Gebirge – den Griechen drohte damit eine tödliche Falle.

Leonidas war sich der Gefahr bewusst. Er schickte einen Großteil seiner Soldaten weg und wartete mit seinen 300 Spartiaten und 1700 weiteren Kriegern auf den Feind. In einer brutalen Schlacht wurde die griechische Truppe komplett aufgerieben und Leonidas fiel.

An dieser Stelle befindet sich heute ein Gedenkstein mit Versen des Dichters Simonides, die Schiller so übersetzt:

 „Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten,
du habest
Uns hier liegen gesehn, wie das Gesetz es befahl.“

Gedenktafel

Der Opfertod von Leonidas und seinen Männern wird bis in die heutige Zeit verklärt. Doch was war der Nutzen? Ein taktischer Nutzen ist nicht ersichtlich. Weder wurde der Rückzug gedeckt, noch die Flotte geschützt. Wahrscheinlich mussten die zweitausend Männer aufgrund eines Tapferkeitsethos sterben.

So fällt der deutsche Althistoriker Karl Julius Beloch ein hartes Urteil über Leonides:  „Nur einen Vorteil hat die Katastrophe an den Thermopylen der griechischen Sache gebracht; sie hat das Bundesheer von einem unfähigen Oberfeldherrn befreit.“

Die griechischen Truppen konnten sich im weiteren Verlauf des Krieges konsolidieren. Nahe der Stadt Platää konnte Xerxes vernichtend geschlagen werden. Vor allem die spartanische Phalanx setzte den Persern zu.

Nach dieser blutigen Auseinandersetzung verzichtete das persische Großreich auf weitere Eroberungspläne in Griechenland.

Quelle: Carl W. Weber : Die Spartaner – Enthüllung einer Legende. Düsseldorf, 1977.

 

 

Gladiatorenkämpfe im Kolosseum

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Kolosseum

Das Kolosseum ist eines der berühmtesten Bauwerke der römischen Antike. Das Amphitheater wurde in der Kaiserzeit unter Flavius im 1. Jahrhundert nach Christus gebaut.

Der Ort ist blutgetränkt. Auf der 86 x 54 m großen Ellipse könnten verteilt über drei Jahrhunderte hochgerechnet 300.000 Menschen ihr Leben gelassen haben.

Die Kämpfe endeten nicht grundsätzlich tödlich. Auswertungen aus dem 1. Jahrhundert zeigen eine Überlebenschance von 9:1, den Kampfplatz lebend zu verlassen. Der Verlierer verlor nur in einem von vier Fällen sein Leben. Allerdings galt diese Epoche als eher human. Kaiser Augustus hatte gerade die Kämpfe sine missione (ohne Wiederkehr) abgeschafft. Die Brutalität erreichte erst im 3. und 4. Jahrhundert den Höhepunkt und ging einher mit gesellschaftlichen Härten im Justizwesen und im militärischen Bereich.

Der Ursprung der Gladiatorenkämpfe liegt in den Totenfeiern. Ab dem 3. Jahrhundert vor Christus ließen reiche Römer Kämpfer beim Leichenfest gegeneinander antreten. Die Veranstaltungen blieben lange Zeit privat finanziert. Erst mit dem Tod Caesars setzte die staatliche Ausrichtung ein.

Kolosseum

Die typische Elipsenform des Kampfplatzes bildete sich durch die Form der Marktplätze und Foren aus. Diese Plätze waren zumeist rechteckig angelegt. Doch in einem Rechteck sind die Sichtbedingungen nicht optimal und so wurden die Bänke leicht rundlich angeordnet.

Die Ausrüstung der Gladiatoren war genau festgelegt. Die Forschung legt nahe, dass es vor allem 11 Gladiatorengattungen gab: murmillo, thraex, hoplomachus, secutor, retiarius, scissor, eques, pontarius, provocator, gladiatrix, essedarius. Die Namen richteten sich nach der Waffengattung oder einem Volksstamm.

Diese Gladiatorentypen traten in 11 ebenfalls festgelegten Paarungen gegeneinander an: 5 davon in gleich bewaffneten und 6 in verschieden ausgerüsteten Paaren. Die bekannteste Paarung ist wahrscheinlich die des Netzkämpfers (retiarius) gegen den secutor.

Kolosseum

Massenkämpfe, wie in manchem Film, gab es eher selten. Die Kämpfer waren bei diesen Veranstaltungen i.d.R. keine gut ausgebildeten Gladiatoren.

Quelle: Markus Junkelmann – Das Spiel mit dem Tod

 

 

 

Regenwald in der Großstadt Kuala Lumpur

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Regenwald
Regenwald um den Fernsehturm

Menara Kuala Lumpur

Aufgrund seiner Hügellage übertrifft der Fernsehturm in Kuala Lumpur sogar die absolute Höhe der nicht weit entfernt stehenden Petronas Towers.

Rund um den Hügel befindet sich ein Stück tropischen Regenwaldes. Mehrmals täglich führen kostenlose Führungen in den Wald hinein. Die Guides erzählen Wissenswertes über das Ökosystem „Regenwald“ und über den Nutzen der Pflanzen für uns Menschen.

Der Wald bietet nicht nur Nahrung und Werkstoffe, er bietet auch der Medizin eine unzählige Anzahl an Wirkstoffen.  Bisher enthalten 7.000 Medikamente Stoffe aus dem Regenwald, dabei sind gerade erst 2 % der Pflanzen medizinisch erforscht.  Es liegt also im ureigenen Interesse der Menschen, den Raubbau an den Wäldern zu verhindern.

Lesestoff zum Regenwald:

www.abenteuer-regenwald.de

http://www.faszination-regenwald.de

http://www.oroverde.de

Portable War Memorial im Museum Ludwig in Köln

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Portable War Memorial
Portable War Memorial

Die Ausstellung des Museums Ludwig wurde zum Großteil vom Ehepaar Ludwig gestiftet und widmet sich der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Es wird ein umfangreicher Überblick über die verschiedenen Stile dieser Epoche geboten. Es finden sich Werke zum Expressionismus, zur russischen Avantgarde, zum Kubismus, Dadaismus und zur Pop Art. Die ausgestellten Künstler sind weltbekannt: beispielsweise Pablo Picasso, Andy Warhol und Roy Lichtenstein.

Neben den Gemälden und Drucken finden sich Plastiken im Museum. Zu Zeiten des Vietnamkrieges, 1968, schuf der amerikanische Künstler Edward Kienholz eine eindrucksvolle Antikriegsskulptur: das „Portable War Memorial“.

Grob lässt sich das Werk in vier Teile gliedern.

Ganz links erkennt man eine Frau , in einem „Mülltonnenkleid“. Es ist Kate Smith, die im 2. Weltkrieg das patriotische Lied „God bless America“ interpetierte. Das Lied wird dazu in Dauerschleife abgespielt. Die Tonne kann eine Anspielung auf die Körperfülle der Sängerin gewesen sein. Ein anderes Detail der Figur ist interessant: der Kopf ist fixiert – es gibt nur die patriotische Blickrichtung, keine andere.

Im zweiten Abschnitt sieht man Soldaten, die eine Flagge in einen Tisch rammen. Auch diese Szene hat einen Bezug zum 2. Weltkrieg. Als 1945 die Pazifikinsel Iwojima den Japanern abgenommen wurde, stellten die amerikanischen Soldaten für die heimische Presse die Eroberung mit der Fahnenerrichtung dar.

Hinter den Tischeroberern befindet sich ein Gedenkstein. Dort werden die Namen von 475 Staaten aufgeführt, die durch Kriege ausgelöscht wurden. Auf einem Kreuz kann das Datum des Sieges eingetragen werden – nur mit Kreide, da es so schnell wieder gelöscht und überschrieben werden kann.

Im nächsten Abschnitt finden sich ein Hot-Dog-Laden und ein Cola-Automat: ein Hinweis auf den Kulturimperialismus.

Abgeschlossen wird das Werk durch einen unbeschrifteten Grabstein und einer unscheinbaren Figur. Ein Tarzan ist an den Stein gefesselt, seine Arme sind verbrannt. Eine schwarze Zukunftsperspektive.