Der Lauf des Mekong

Mekong
Mekong in der Provinz Nong Khai (Thailand)

Der Mekong ist mit seinen ungefähr 4500 km Länge der wichtigste Fluss in Südostasien und gehört – je nach Zählart – zu den zehn längsten Flüssen der Erde. Er entspringt in einem schwer zugänglichen Gebiet im Hochland von Tibet und durchfließt Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und mündet schließlich in Vietnam in das Südchinesische Meer.

Die Hälfte der Länge des Mekong befinden sich auf chinesischem Gebiet. Dort wird der Fluss “Mutter des Wassers” genannt. Liegt die Quelle noch auf eisiger Höhe in ca. 5200 m, so fällt er nach und nach in seinem Verlauf in China auf 500 m ü.N.N. ab.

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Nach dem Verlassen des Reiches der Mitte bildet der Fluss die Grenze zwischen Laos und Myanmar, die bis nach Thailand führt. Dort passiert der Mekong das sogenannte “Goldene Dreieck”, das berüchtigste Opiumanbaugebiet Südostasiens. Anschließend macht er einen Abstecher nach Osten in das bergige Land rund um der malerischen Stadt Luang Prabang und findet dann seinen Weg in Richtung Süden, wo er die Hauptstadt von Laos, Vientiane, erreicht und von dort an wieder die Grenze zwischen Thailand und Laos bildet.

In Süd-Laos erreicht der Mekong mit 14 Kilometern seine größte Breite. Die wunderschöne Landschaft wird nach ihrem auffälligsten “Merkmal Si Phan Don” (übersetzt “4000 Inseln”) genannt. Über die Mekongfälle gelangt der Fluss nach Kambodscha und durchfließt die Hauptstadt Phnom Penh. Seine letzte Station erreicht der Mekong in Vietnam. Dort mündet er in einer riesigen Delta-Landschaft bei Ho-Chi-Minh-City (Saigon), die von 9 großen Flussarmen dominiert wird. Daher nennen die Vietnamesen den Mekong “Song Cửu Long”, den Neun-Drachen-Fluss. Das flache Schwemmland ist sehr fruchtbar und wird daher besonders intensiv für den Reisanbau genutzt.

Mekongverlauf
Mekongverlauf (Bild: Wikimedia Commons, Shannon1)

Terrorismus in Südostasien

Das Ground-Zero-Monument in Kuta auf Bali erinnert an den islamistischen Bombenanschlag von 2002, bei dem 202 Menschen starben. 

Über Terrorismus zu diskutieren ist schwer, da keine Übereinkunft besteht, was Terrorismus denn nun genau ist. In Europa bemerken wir das Problem, wenn darüber gestritten wird, ob ein Anschlag nun ein terroristischer Akt oder ein Amoklauf war. In anderen Teilen der Welt wird es noch unübersichtlicher. Ob jemand ein Terrorist oder ein Freiheitskämpfer ist, ist oft nur eine Frage der Perspektive. Die UN bemühte sich vergeblich, eine allseits akzeptierte Definition aufzustellen und eine Forschungsgruppe fand 109 unterschiedliche Definitionen des Terrorismus.

In diesem Artikel möchte ich daher keine zu strengen Abgrenzungen ziehen. Es geht nur darum, einen kurzen Überblick über die einzelnen Regionen zu bieten, ohne sich in Detailanalysen zu verfangen.

Im Vielvölkerstaat Myanmar und in Thailand sind es vor allem separatistisch orientierte Gruppen, die Anschläge verüben. In Myanmar sind verstärkt die Grenzregionen vom Terror betroffen. Im Westen des Landes, im Gebiet der unterdrückten Minderheit der Rohingya und im Norden im Gebiet der Kachin, sind Entführungen, Ermordungen und Explosionen beinahe an der Tagesordnung. Die Lage ist gewaltgeladen und der Terror lässt sich nicht immer klar von Kriminalität (Drogenkriege), Aufständen und Racheakten trennen. Die touristisch gut erschossenen Gebiete im Zentrum des Landes sind i.d.R. eher sicher.

In Thailand ist der Hotspot des Terrorismus der muslimisch geprägte Süden, der 1841 annektiert wurde. Auch hier mischt sich Drogenkrieg mit Separatismus und Religion. Seit 2004 verfolgt die thailändische Regierung eine harte, blutige Linie in dem Konflikt, indem mehrere tausend Opfer zu beklagen sind.

Indonesien, das bevölkerungsreichste islamische Land der Erde, mit seinen ca. 200 Millionen Muslimen und Malaysia mit seinen ca. 20 Millionen Gläubigen, mussten sich notgedrungen mit islamistischen Terror befassen. Auf der Sicherheitskonferenz “Shangri La Dialog” warnte der Premierminister Singapurs Lee Hsien Long in seiner Rede im Mai 2015: “Südostasien ist für den IS eine Schlüsselregion für die Rekrutierung.” Allerdings konnten die terroristischen Anwerber viel weniger erreichen, als man es vielleicht bei der großen Zahl an Gläubigen vermuten würde. Im Jahre 2015 vermutete man ca. 500 Gotteskrieger aus Indonesien und mehrere Dutzend aus Malaysia in den Reihen des Islamischen Staates. Zur gleichen Zeit sollen nach Angaben des Präsidenten des Verfassungsschutzes ca. 700 Kämpfer aus Deutschland im Kampfgebiet tätig gewesen sein.

In Malaysia scheint man anfangs den IS falsch eingeschätzt zu haben und es gab sogar aus Regierungskreisen unkritische Sätze zu hören. Mittlerweile wurde die Gefahr allerdings erkannt und es gibt, ähnlich wie in Indonesien, Deradikalisierungskampagnen.

In beiden Ländern gibt es auch einheimische Terrororganisationen. Im islamistischen Bereich führte die Gruppe Jamaah Ansharut Tauhid 2002 den blutigen Anschlag auf Bali mit 202 Toten aus. Daneben gibt es andere aktive Organisationen in Indonesien, wie Mujahidin Indonesia Timur und die Aceh Singkil Islamic Care Youth Students Association. Eine separatistische Gruppe ist “Free Papua Movement”, die tödliche Anschläge durchführte. Alles in allem ist die Gefahr in Indonesien Opfer eines Anschlages zu werden dennoch gering.

Die aktivste Gruppe in Malaysia ist Abu Sayyaf. Aber alles in allem ist das Land sicher.

Das größte Sorgenkind in Südostasien sind die Philippinen. Hier kommt alles in großer Zahl zusammen: ob Terror mit politischen, separatistischen, kriminellen oder religiösen Ziele – oder gleich alles zusammen. Besonders blutig ist die Auseinandersetzung der kommunistischen Gruppen, wie der New People’s Army, mit den staatlichen Autoritäten, denen schon mehrere hundert Menschen zum Opfer gefallen sind. Daneben gibt es viele hochaktive Terroristengruppen, die Gottesstaaten errichten wollen, wie Abu Sayyaf oder eine asiatische Abteilung des IS. Die Grenze zum Bürgerkrieg ist fließend. Seit Mai 2017 halten einige hundert Kämpfer Teile der Stadt Marawi besetzt. Der philippinische Präsident Duterte hat daraufhin das Kriegsrecht verhängt. Seine Truppen konnten die Terroristen zwar zurückdrängen aber noch nicht vollständig besiegen.

In den Ländern Laos, Kambodscha und Vietnam sieht es hingegen viel friedlicher aus. In Laos sorgte im Jahr 2003 ein Anschlag auf einen Reisebus in der Nähe der Stadt Vang Vieng für Schlagzeilen: Zwanzig Bewaffnete eröffneten das Feuer und töteten 10 Touristen. Ob es sich dabei um einen terroristischen Anschlag oder um einen Raubüberfall handelt, ist nicht vollständig geklärt worden. Abgesehen von diesem blutigen Zwischenfall ist Laos nur sehr selten Ziel von Anschlägen.

In Kambodscha und Vietnam ist Terrorismus nahezu unbekannt.

 

Recherchetools:

Global Terrorism Database

Tracking Terrorism

Länderdaten

Auf der Coursera-Online-Universität gibt es einen englischsprachigen Kurs zum Thema “Terrorism and Counterterrorism”. Dort geht es um allgemeine Grundlagen zum Thema Terrorismus. Der Kurs wird alle paar Monate neu gestartet und bietet kostenloses Lernmaterial.

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Der Smaragd-Buddha in Bangkok

Smaragd-Buddha
Smaragd-Buddha in Regenzeit-Kleidung (Foto: Wikimedia-Commons, JPSwimmer)

Im Tempel Wat Phra Kaeo, gleich neben dem Grandpalace in Bangkok, ist eines der berühmtesten Heiligtümer Thailands beheimatet: der Smaragd-Buddha.

Smaragd-Buddha in der Kleidung der "Heißen Jahreszeit"
Smaragd-Buddha in der Kleidung der “Heißen Jahreszeit” (Foto: Wikimedia Commons, Axel Boldt)

Er ist nicht, wie sein Name vermuten ließe,  aus einem Smaragd-Kristall gefertigt, sondern aus Jade. Die Buddha-Figur sitzt in Heldenpose, also im halben Lotussitz, mit den Handflächen nach oben auf den Schoss gelegt (Dyana Mudra), auf einem Thron. Diese Darstellung ist eine typische Meditationshaltung.

Die Statue hat zu den drei thailändischen Jahreszeiten (Heiße Jahreszeit, Kalte Jahreszeit, Regenzeit) jeweils ein eigenes Gewand und wird in einer feierlichen Zeremonie umgekleidet.

In Thailand werden alten Artefakten besonders starke Kräfte zugesprochen. Der Smaragd-Buddha gilt als außergewöhnlich alt und ehrwürdig. Der Legende nach wurde die Figur vom indischen Asketen Nagasena vor ca. 2000 Jahren erschaffen. Laut den Chroniken hatte der Smaragd-Buddha in den nachfolgenden Jahrhunderten viele Aufenthaltsorte: seine Reise ging von Sri Lanka nach Myanmar, Kambodscha und dem nordthailändischen Staat Lan Na. Zwischendurch verschwand er aus dem Blickfeld, da er hinter Stuck in einem Tempel in Chiang Rai versteckt war. Laut einer Erzählung wurde er 1434 wiederentdeckt, als ein Blitz in einer Stupa einschlug und die Statue wieder zum Vorschein brachte.

Smaragd-Budda in Winterkleidung
Smaragd-Budda in Winterkleidung (Foto: Wikimedia Commons, Russel Wade)

Über den Umweg über Laos gelangte die Figur in die Hände des späteren Königs Rama I., der den Buddha in die neue Hauptstadt Bangkok brachte. Mit diesem außergewöhnlichen Artefakt konnte er seine Herrschaft festigen und gleichzeitig seine Ansprüche auf Nordthailand und Laos bekräftigen.

Um 1820 brach eine Cholera-Epedemie im Land aus. Einigen Quellen zufolge kostete die Seuche einem Fünftel der Bevölkerung das Leben. In der Not wurden religiöse Mittel beschworen – der Smaragd-Buddha wurde durch Bangkok getragen, in der Hoffnung auf seine reinigende Kraft. Doch erst durch Impfungen amerikanischer Missionare konnte die Seuche eingedämmt werden.

Heute ist der Smaragd-Buddha eine Pilgerstätte für Buddhisten und eine Hauptsehenswürdigkeit für Bangkok-Touristen. 

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Feiertage in Malaysia 2017

Datum Wochentag Name Hinweis
1.1. Sonntag Neujahr (2.1. Ausweichtermin*) Regionaler Feiertag
28.1.-30.1. Samstag-Montag Chinesisches Neujahr Nationaler Feiertag
 1.2. Mittwoch Tag des Bundesterritoriums Regionaler Feiertag
9.2. Donnerstag Thaipusam Regionaler Feiertag
14.2. Dienstag Valentinstag  
24.2. Freitag Maha Shivaratri Hinduistischer Feiertag
13.3. Montag Holi Hinduistischer Feiertag
14.4. Freitag Freitag Regionaler Feiertag
16.4. Sonntag Ostersonntag  
24.4. Montag Isra und Mi’radsch (Himmelfahrt Mohammeds) Regionaler Feiertag
25.4. Dienstag Krönungszeremonie des 15. Yang Di Pertuan Agong Nationaler Feiertag
1.5. Montag Tag der Arbeit Nationaler Feiertag
10.5. Mittwoch Wesak Nationaler Feiertag
27.5. Samstag Beginn Ramadan Regionaler Feiertag
30.-31.5. Dienstag, Mittwoch Erntedankfest Regionaler Feiertag
25.-26.6. Sonntag, Montag Aidil Fitri Nationaler Feiertag
7.7. Freitag George Town Tag des UNESCO-Welterbes Lokaler Feiertag
8.7. Samstag Geburtstag des Gouverneurs von Penang Lokaler Feiertag
7.8. Montag Raksha Bandhan Hinduistischer Feiertag
14.8. Montag Janmashtami Hinduistischer Feiertag
25.8. Freitag Ganesh Chaturthi Hinduistischer Feiertag
31.8. Donnerstag Nationalfeiertag Nationaler Feiertag
2.9. Samstag Aidil Adha Nationaler Feiertag
9.9. Samstag Königsgeburtstag Nationaler Feiertag
16.9. Samstag Malaysia-Tag Nationaler Feiertag
21.9. Donnerstag Navaratri Hinduistischer Feiertag
22.9. Freitag Muharram Nationaler Feiertag
30.9. Samstag Dussehra Hinduistischer Feiertag
18.10. Mittwoch Diwali / Dipavali Nationaler Feiertag
1.12. Freitag Geburtstag Mohammed Nationaler Feiertag
24.12. Sonntag Heiligabend  
25.12. Montag Weihnachten Nationaler Feiertag
31.12. Sontag Silvester  

*Ausweichtermine werden eingesetzt, wenn der Feiertag auf ein Wochenende fällt.

 


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Die Kämpfer im Muay Thai

 

Muay ThaiWerbetafel. (Foto: Stipe Simic)

Muay Thai ist eine harte Vollkontaktsportart, bei der nicht nur Angriffe mit Fäusten und Füßen durchgeführt werden, sondern auch Ellbogen und Knie zum Einsatz kommen. Es gibt reglementierte Haltegriffe – so darf zum Beispiel im Clinch aktiv gekämpft werden.

Dieser harte Sport verlangt nach einem rigorosen Training. Viele ambitionierte Kämpfer leben im Gym und trainieren zwei Mal täglich – morgens und nachmittags. Schulpflichtige besuchen zwischen den Einheiten den Unterricht, die Älteren nutzen die freie Zeit zur Regeneration.

Das Training ist vielseitig und besteht aus Ausdauer- und Krafttrainingseinheiten, Schattenboxen, Schlagtraining am Sandsack, Pratzenarbeit und Sparring.

Für Unterkunft, Kost und Training der Boxer kommt das jeweilige Gym auf. Im Gegenzug teilen sich Kämpfer und Gym-Besitzer die Preisgelder, meistens im Verhältnis 50/50. Allerdings kommt es vor, dass die Kämpfer übervorteilt werden.

Durchschnittlich treten die professionellen Thaiboxer einmal im Monat an. Jedoch werden Veranstaltungen auf Tempelfestivals oftmals nicht mitgezählt.

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Ruerngsa, Yod; Charuad, Khun Kao; Cartmell, James: Muay Thai – The Art of Fighting (PDF)

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Muay Thai – Die Entwicklung zum modernen Kampfsport

Emerald Gym, Ao Nang.
Emerald Gym, Ao Nang.

Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt Muay Thai seine moderne Ausprägung. Es wurden Boxhandschuhe, Gewichtsklassen, Runden auf Zeit und ein offizielles Regelwerk eingeführt. Die klassische Form des Thaiboxens wurde von der geregelten, sportiven Variante begrifflich abgegrenzt – es wurde nun Muay Boran („altes Boxen“) genannt.

Im modernen Sport wurden einige Traditionen beibehalten:

Zu den Kämpfen wird Musik auf Flöten und Trommeln gespielt.  Wenn die Streiter zum Boxring gehen, tragen sie einen Kopfschmuck, ein Mongkon, das das Gym symbolisiert, für das der Athlet antritt.

Thaiboxer betreten den Ring über das oberste Seil, da der Kopf in der Thaikultur als beinahe „heilig“ gilt und symbolisch hochgehalten werden soll.

Im Ring wird der traditionelle Tanz aufgeführt, der Wai Kru. Dieser soll dem Sportler die Chance zur Einkehr und Konzentration bieten und den Trainern gegenüber Respekt bekunden.

Muay Thai ist der Sport der ärmeren, bäuerlichen Bevölkerung. Die meisten Thaiboxer stammen aus dem wirtschaftlich schwächsten Teil des Landes, der Isan-Region. Der Kampfsport bietet eine Möglichkeit Geld zu verdienen. Die Preisgelder in den ländlichen Gebieten reichen von 100 Baht bis hin zu mehreren 10.000 Baht.

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In den Stadien werden höhere Börsen ausgezahlt. Die prestigeträchtigsten Arenen befinden sich in Bangkok, wie das Lumpini Stadium.

Menschen aus der Ober- und Mittelschicht betätigen sich selten im Muay Thai. Es scheint, als ob sich die Kampfsportinteressierten aus der Mittelklasse im Moment eher für Taekwondo interessieren, das in den letzten Jahren einen Aufschwung erlebte. Die koreanische Kampfkunst verspricht internationalen Flair und ist zugleich eine Abgrenzung gegenüber dem Sport der Arbeiterklasse.

Das Thaiboxen muss nicht nur bei den aktiven Kämpfern mit anderen Sportarten konkurrieren. Auch die Gunst der Zuschauer ist nicht ungeteilt. Die treuesten Anhänger findet das Muay Thai bei den älteren Menschen. Die jüngeren Thais sind kosmopolitischer und vor allem Fußball erfreut sich großer Beliebtheit.

Trotz allem ist Muay Thai ein wichtiger Bestandteil der thailändischen Kultur. Das Land bringt eine Vielzahl an talentierten Kämpfern hervor, von denen einige, wie Buakaw und Saenchai, weltweit bekannt sind.

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Ruerngsa, Yod; Charuad, Khun Kao; Cartmell, James: Muay Thai – The Art of Fighting (PDF)

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Muay Thai – Die Geschichte der alten Kampfsportart

Ayutthaya

Ayuttaya – mit den Spuren der Verwüstung durch die birmanischen ErobererDer Legende nach ist Nai Khanom Tom der Vater des modernen Muay Thai. Er war ein einfacher Soldat, der beim Fall Ayutthayas 1767 nach Myanmar verschleppt wurde. Einige Jahre später, 1774, ließ der burmesische König Mangra eine mehrtägige Feier ausrichten, bei der einheimische gegen siamesische Kämpfer antreten sollten.

Nai Khanom Tom bekam einen Gegner zugeteilt. Vor Kampfbeginn führte der Thai einen traditionellen Tanz auf, um seinen Trainer zu ehren und irritierte damit die Burmesen, die diese Riten nicht kannten. Der Schiedsrichter gab das Startzeichen und Nai Khanom Tom konnte seinen Widersacher binnen kurzer Zeit besiegen. Die Burmesen beklagten, dass ihr Boxer von dem Tanz abgelenkt wurde, und forderten den Thai zu einem weiteren Kampf. Doch mit seinen überlegenen kämpferischen Qualitäten konnte Nai Khanom Tom insgesamt zehn burmesische Fighter in Folge niederzwingen.

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König Mangra war vom Muay Thai begeistert und belohnte den Kämpfer mit zwei Gattinnen, mit denen er zurück nach Siam reisen durfte.

Auch wenn diese Legende sehr populär innerhalb und außerhalb von Thailand ist, können die Historiker sie nicht verifizieren. Auffällig ist, dass hier im Gegensatz zur gewöhnlichen siamesischen Geschichtsschreibung kein Adliger im Mittelpunkt steht, sondern ein einfacher Bürger. Vielleicht steht dieser Mythos im Zusammenhang mit der schmerzlichen Zerstörung von Ayutthaya, als ein Vorwurf gegen die schwache Führung der Elite.

Wie sich das Muay Thai tatsächlich entwickelt hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Die Herkunft aus der Kriegskunst kann nicht belegt werden. Möglicherweise findet sich der Ursprung ganz woanders. Aus den Chroniken vom 13. bis zum 18. Jahrhundert und aus alten Reiseaufzeichnungen lässt sich erkennen, dass Kämpfe zur Unterhaltung durchgeführt wurden – oftmals in Verbindung mit Wetten.

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Ruerngsa, Yod; Charuad, Khun Kao; Cartmell, James: Muay Thai – The Art of Fighting (PDF)

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Asalha Puja – das Fest, das an die 1. Rede Buddhas erinnert

Asalha Puja findet an Vollmond des 8. Monats statt und gilt als einer der wichtigsten buddhistischen Feiertage. An diesem Tag wird an die erste Rede Buddhas im Hirschgarten von Samath bei Varanasi erinnert, die er kurz nach seiner Erleuchtung vor seinen fünf Schülern hielt.

Er stellte dort die Kernelemente seiner Lehre vor: die vier edlen Wahrheiten und den Achtfachen Pfad.

An einigen Orten des Landes finden spezielle Festivitäten statt, z.B. das Kerzenfest in Ubon Ratchathani.

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Die fünf Länder des Theravada-Buddhismus

Buddha-Figuren in Laos

Der Theravada-Buddhismus ist die älteste noch existierende Strömung des Buddhismus. In den fünf Ländern Sri Lanka, Thailand, Myanmar (Birma), Kambodscha und Laos wird er hauptsächlich praktiziert. Der Überlieferung nach machten diese Länder über Missionare des indischen Kaisers Ashoka, der im 3. Jahrhundert vor der Zeitenwende lebte, Bekanntschaft mit dem Buddhismus.

Die Theravada-Schule kam über die Kleinstaaten der Mon und Pyu nach Südostasien. Über den Austausch mit Sri Lanka festigte sich die Glaubensrichtung und setzte sich in ganz Birma durch. Die benachbarten Thais nahmen die Konfession ebenfalls an und brachten sie, nachdem sie Angkor den Rang abgelaufen hatten, in den östlichen Teil Südostasien. Ab dem 14. Jahrhundert kann man den Einfluss des Theravada-Buddhismus in Kambodscha erkennen.

Nach Abzug der europäischen Kolonialmächte wurde die Region auch religiös neu geordnet. In Thailand, das nie kolonialisiert wurde, blieb die alte Bande zwischen Staat und Religion erhalten. Doch in Kambodscha und Laos, die von sozialistischen Unabhängigkeitsbewegungen und Militärdiktaturen beherrscht wurden, trennte man den Glauben vom Staat ab.

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