Die Besiedlung Südostasiens

Als die ersten modernen Menschen vor mehr als 40.000 Jahren von Afrika nach Südostasien einwanderten, fanden sie eine im Vergleich zu heute völlig andere Welt vor. Auf der Erde herrschte eine Eiszeit. Durch die Kälte nahm das Wasser der Ozeane weniger Raum ein und durch die großflächigen Eisdecken an Land wurde weiteres Wasser gebunden. Die Folge war ein bis zu 120 Meter tieferer Meeresspiegel. Wo heute der Golf von Thailand und das Südchinesische Meer Vietnam von den malayischen Inseln und Indonesien trennt, erstreckte sich damals der Sunda-Kontinent. Die vietnamesische Küstenlinie zog sich weit in den Osten.

Die neuen Siedler trafen in Asien auf Verwandte: der Homo erectus lebte in dieser Region bereits seit einigen hunderttausend Jahren. Eines der bekanntesten Fossilien dieser Population ist der sogenannte Peking-Mensch, dessen Alter auf ca. 400.000 Jahre geschätzt wird. Für einige Forscher, besonders aus China, erschien es naheliegend, dass die heutigen Asiaten von dieser Menschengattung abstammen. Allerdings kann die moderne Forschung diese Theorie widerlegen.

Die Zeugnisse aus prähistorischen Zeit sind rar und es benötigt viel Spürsinn, die früheste menschliche Geschichte zu Tage zu bringen. Mit Hilfe der Molekularbiologie können Wanderbewegungen der Frühzeit rekonstruiert werden. In den menschlichen Zellen befinden sich die Mitochondrien, die komplexe, chemische Verbindungen in einfache, energiereiche Moleküle umwandeln. Sie sind sozusagen die Kraftwerke der Zellen.

Mitochondrien besitzen eine eigene DNA, die im Gegensatz zum menschlichen Erbgut aus beschaulichen 16.500 Bausteinen, sogenannten Nukleotiden, bestehen. Die Mitochondrien werden ausschließlich von der Mutter an ihre Kinder weitergegeben. Dadurch erleichtert sich die Stammbaum-Forschung erheblich.

Die Untersuchung der mitochondrialen DNA widerspricht der Hypothese des multiregionalen Ursprungs des Homo sapiens. Alle Mitochondrien der heute lebenden Menschen lassen sich auf eine Frau zurückführen, die sogenannte „Mitochondriale Eva“. Sie lebte vor ca. 100-150.000 Jahren in Afrika.

Ähnlich gut wie die Mitochondrien lassen sich die Y-Chromosome untersuchen. Der Genetiker Li Jin versuchte anhand deren DNA Hinweise auf Paarungen mit den Homo erectus im Erbgut der heute lebenden Chinesen zu finden. Doch er fand keine Auffälligkeiten. Die Asiaten teilen also ihren Ursprung mit dem Rest der Menschheit.

Quellen:
Steve Olson: Herkunft und Geschichte des Menschen
http://www.sciencemag.org/content/341/6145/562 (Abruf 1.2.15)

 

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