Das Königreich Ayutthaya (Geschichte Thailands 3)

Ayutthaya
Im archäologischen Park von Ayutthaya.

Im Jahr 1351 wurde ungefähr 350 km südlich von Sukhothai die Stadt Ayutthaya von U Thòng gegründet. Er stammte aus einer Herrschaftsfamilie aus Lopburi und floh von dort vor einer Pockenepidemie.

Die neu gebildete Siedlung zeichnete sich durch ihre gute Lage aus. Sie lag am Zusammenfluss dreier Flüsse: Chao Praya, Lopburi und Pasak. Das Gebiet war Neuland: Bis zum 7. Jahrhundert war diese Stelle noch vom Meer überspült, das sich langsam nach Süden zurückzog. Versalzung und Malaria-Gefahr sorgten dafür, dass das neu entstandene Gebiet erst vom 11. Jahrhundert an besiedelt werden konnte.

Das Königreich Sukhothai (Geschichte Thailands 2)

Sukhothai
Historischer Park in Sukhothai mit Licht-Show. (Foto: Wikimedia Commons, Ninaras)

Die Geschichte des Königtums im zentralen Thailand lässt sich vom 13. Jahrhundert bis heute vor allem mit den Namen dreier Städte verbinden, die zu unterschiedlichen Zeiten Regierungssitz und Zentrum des Reiches waren: Sukhothai, Ayutthaya und Bangkok.


Die Reichsgründung begann mit dem Feldherrn Bang Klang, der 1238 die Stadt Sukhothai eroberte und sie zu seinem Sitz machte. Er wurde zum König ausgerufen und regierte unter dem Ehrennamen Sri Indraditya.

Die ersten menschlichen Spuren in Thailand (Geschichte Thailands 1)

Krabi
Railay Beach in der Nähe von Krabi Town

Die frühesten Hinweise auf den modernen Menschen finden sich in der südthailändischen Provinz Krabi. Das Gebiet ist heute berühmt für die Kalksteinformationen. Die Berge ragen steil empor, sind zerklüftet und verfügen über Risse, Schluchten und Höhlen.

An vielen Stellen wurden Hinterlassenschaften des Homo sapiens entdeckt. Der Archäologe Dr. Douglas D. Anderson fand Spuren in einer Höhle, die auf eine menschliche Besiedlung vor 43.000 Jahren hindeuten.

Einige Fundstücke weisen auf die Lebensumstände der Frühmenschen hin. Herdstellen beweisen die kontrollierte Nutzung des Feuers. Mit dieser Fähigkeit entstehen spezielle Gebräuche: Die Gruppe hat damit einen Ort, an dem sie gemeinsam kochen, speisen und arbeiten kann. Weiter wurden Steinwerkzeuge gefunden, die aus Chert, Opal oder Kalkstein bestehen.

Ha Long Bay – ein UNESCO-Weltkulturerbe

Ha Long Bay, 2012.
Ha Long Bay, 2012. (Foto: Wikimedia Commons, Calflier001)

1994 wurde die „Ha Long“-Bucht mit ihren 1969 Karst-Inseln zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Der Name bedeutet „Herabsteigender Drache“ und erinnert an die Legende einer Drachenmutter, die mit ihren Kindern die Bewohner der Region verteidigte, indem sie Perlen ausspien, die sich zu Inseln verwandelten.

Die Version der Geologen über die Entstehung des Archipels ist weit weniger poetisch: Am Meeresgrund des Ur-Ozeans Thetys sammelten sich große Mengen an Muschelkalkablagerungen. Vor 30-50 Millionen Jahren wurde das Gestein – im Zuge der Gebirgsbildungsphase in der auch die Alpen und das Himalajagebirge entstanden – über den Meeresspiegel angehoben. Verwitterung und Eiszeiten schufen die besonderen Formen.

Die Besiedlung Südostasiens

Als die ersten modernen Menschen vor mehr als 40.000 Jahren von Afrika nach Südostasien einwanderten, fanden sie eine im Vergleich zu heute völlig andere Welt vor. Auf der Erde herrschte eine Eiszeit. Durch die Kälte nahm das Wasser der Ozeane weniger Raum ein und durch die großflächigen Eisdecken an Land wurde weiteres Wasser gebunden. Die Folge war ein bis zu 120 Meter tieferer Meeresspiegel. Wo heute der Golf von Thailand und das Südchinesische Meer Vietnam von den malayischen Inseln und Indonesien trennt, erstreckte sich damals der Sunda-Kontinent. Die vietnamesische Küstenlinie zog sich weit in den Osten.

Sunthòn Phu, der berühmteste thailändische Dichter

Sunthon Phu
Sunthòn-Denkmal am Wat Sri Sudaram in Bangkok. Hier studierte der Dichter in seiner Jugend. (Foto: Wikimedia Commons, Heinrich Damm)

Sunthòn Phu lebte von 1796 bis 1855. In seinem bewegten Leben sah sich der Dichter vier Königen der Chakri-Dynastie gegenüber. In jungen Jahren, zu Zeiten Rama I., arbeitete er als einfacher Angestellter am königlichen Hof und verliebte sich dort in Jun, die der königlichen Familie angehörte. Eine derartige Liaison verletzte die sozialen Normen dieser Zeit und beide wurden inhaftiert. Erst mit dem Tod des Königs wurde Amnestie gewährt.

Ramakien – die thailändische Version des Ramayana

Royal Palace, Bangkok. 08/2010.
Royal Palace, Bangkok. 08/2010.

Neben dem Mahabharata ist das Ramayana das bedeutendste indische Epos. Die Datierung des Ramayana ist nicht genau möglich, doch grob lässt sich die Entstehung des Werkes vor ungefähr 2000 bis 2500 Jahren einordnen. Es gibt nicht die eine verbindliche Version des Werkes. Zählt man die verschiedenen Textarten (Epos, Dichtung, religiöse Erzählung) zusammen, finden sich ungefähr 25 in Sanskrit abgefasste Varianten. Dazu kommt eine unüberschaubare Zahl von fremdsprachlichen Ramayana-Erzählungen. Mit der Verbreitung der indischen Kultur wurde auch das Epos in die Länder Süd- und Südostasiens getragen. Es finden sich Texte in Balinesisch, Bengali, Kambodschanisch, Chinesisch, Javanisch, Laotisch, Malaiisch, Tamil, Thai, Tibetanisch und in vielen weiteren Sprachen. Viele dieser Werke wurden nicht nur aus dem indischen übertragen, sondern auch an den landestypischen Gepflogenheiten angepasst.

Songkran, Silvester und Chinesisches Neujahr

Songkran
Songkran. (Foto: Wikimedia Commons, JJ Harrison)

Rama VI. (1880-1925) hatte zwar den Gregorianischen Kalender in Thailand eingeführt, dennoch wird die traditionelle Zeitrechnung parallel weitergenutzt. Dort ist das Todesjahr Buddhas die Referenz – das Jahr 543 v. u. Z. wird als Jahr 1 angesetzt. Somit ist 2017 im westlichen Kalender gleichbedeutend mit 2560 im thailändischen System, das Chantarakti genannt wird.

Die Monate werden in diesem Kalender nach dem Mond eingeteilt. Der Vollmond markiert dabei die Monatsmitte. So hat ein Monat 29 oder 30 Tage. Da das Sonnenjahr einige Tage länger als das Mondjahr ist, werden alle 2 oder 3 Jahre ein zusätzlicher Monat und alle 4 bis 5 Jahre ein zusätzlicher Tag eingefügt.

Wochentage in Thailand

Die Idee das Jahr in Wochen und die Wochen in Tage zu unterteilen, stammt aus dem alten Orient. Die Babylonier konnten am Himmel fünf Planeten, Mond und Sonne wahrnehmen. Sie verehrten die Gestirne und wiesen ihnen göttlichen Status zu. Nach diesen Planetengöttern benannten sie die Wochentage. Durch die Feldzüge Alexanders des Großen, der von Griechenland bis nach Indien zog, verbanden sich westliche und östliche Welt für kurze Zeit. Die Idee der Zeiteinteilung verbreitete sich dabei über den kompletten Raum. Daher ist es kein Zufall, dass die Thais ähnliche Wochentage wie die Deutschen nutzen: Die Germanen lernten das Konzept über die Römern kennen, die Siamesen aus der indischen Kultur.

Bangkok – Museum of Contemporary Art (MoCA)

MoCA-Bangkok
Dieses Foto von Museum of Contemporary Art (MOCA) wurde von TripAdvisor zur Verfügung gestellt

Das Museum of Contempory Art ist ein Privatprojekt des Geschäftsmannes Boonchai Bancharongkul. Er wollte in der Jugend Kunst studieren, wurde aber von seinem Vater dazu angehalten, das Familienunternehmen zu übernehmen. Innerhalb von einigen Jahrzehnten baute er einen der größten thailändischen Telefonanbieter auf und verdiente dabei genügend Geld, um nebenbei viele Kunstwerke zu erwerben.

Diese Sammlung erhielt im Jahr 2012 einen würdigen Ausstellungsort. Inmitten einer interessanten Architektur werden 600 Gemälde und Skulpturen von mehr als 200 zeitgenössischen, thailändischen Künstler präsentiert.