Das unabhängige Myanmar (Geschichte Myanmars 10)

Aung San
Aung San (Foto: Wikimedia Commons)

Im neuen Staatsgefüge nahm Aung San die erste Position ein. Er war zwar ein Mann des Militärs, doch innenpolitisch suchte er einen gemäßigten, friedvollen Weg. Die verschiedenen Völker und Religionen sollten das neue Myanmar gemeinsam aufbauen. Schon in Kriegszeiten setzte er ein Zeichen, als er als Buddhist die Christin Daw Khin Kyi heiratete. Mit ihr hatte er drei Kinder: zwei Söhne und eine Tochter, die spätere Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi.

Bangkok, „die Stadt der Engel“ (Thailands Geschichte 8)

Bangkok, Grand Palace
Bangkok, Grand Palace

Eine der ersten Amtshandlungen von Rama I. war die Umverlegung der Hauptstadt. Thonburi lag am westlichen Ufer des Chao Phraya Flusses und hatte dadurch mehrere Nachteile: Es gab Probleme mit der Bodenerosion und der Ort war schlecht gegen Angriffe aus Myanmar geschützt. Daher zog die Administration nur ein kurzes Stück weiter an das Ostufer.

Karte
Thonburi und Bangkok, 1782. Das Gebiet östlich des Flusses wird als Rattanakosin bezeichnet. (Foto: Wikimedia Commons, Paul_012, abgeändert)

Dort lag das Dörfchen Bangkok, das übersetzt soviel wie Olivendorf bedeutet. Die Ortschaft war überwiegend von chinesischen Fischern und Händlern bewohnt, die in das heutige Chinatown umgesiedelt wurden.


Yangon – der neue Mittelpunkt (Geschichte Myanmars 9)

Im Myanmar gab es mehrere städtische Zentren. Das 1852 besetzte Yangon wurde schnell zum wichtigsten britischen Stützpunkt in der Region. Die Siedlung war eine typische Hafenstadt der Kolonialzeit und ähnelte in ihrer Struktur Singapur, Penang oder Kalkutta. Sie war schon vor der Besatzung eine fremde Stadt auf birmanischen Grund. Ausländer dominierten das Stadtbild: neben Europäern suchten Chinesen, Inder und andere Asiaten dort ihr Glück. Die Einheimischen waren in der Unterzahl und ihr Anteil sank im Verlauf der Kolonialzeit. 1937 waren gerade 127.000 der 400.000 Einwohner Yangons Bamar.

Taksin und das wiedererstarkende Siam (Geschichte Thailands 7)

Ein Offizier namens Sin konnte mit seinen Gefolgsleuten den Belagerungsring der Birmanen durchbrechen und der Gefangenschaft entgehen. Er war 1734 als Sohn eines chinesischen Einwanderers in Ayutthaya geboren und konnte sich aufgrund seiner Talente vom königlichen Pagen bis zum Gouverneur der Provinz Tak hocharbeiten. Daher erhielt er später den Namen Taksin.

Taksin rekrutierte 5000 Soldaten und konnte 1768 die birmanische Garnison in Ayutthaya besiegen. Im Jahr darauf wurde er zum König ernannt.

Thailand lag am Boden. Durch den Krieg zerrüttet, brach Hungersnot im Land aus. Taksin mobilisierte sämtliche zur Verfügung stehenden Kräfte, um die brachliegenden Reisfelder schnell wieder betreiben zu können. Sogar seine Staatsbeamten mussten ungeachtet ihres Ranges bei diesen Aufgaben helfen.

Myanmar als englische Kolonie (Geschichte Myanmars 8)

Königspalast
Königspalast in Mandalay

Das 19. Jahrhundert stand im Zeichen des Konflikts der Konbaung-Dynastie mit den Briten. Die Kolonialmacht beherrschte das benachbarte Indien und setzte dazu an, seine Stellung im südostasiatischen Raum zu stärken. In den drei anglo-birmanischen Kriegen wehrte sich das immer weiter zurückgedrängte unabhängige Myanmar gegen die europäischen Invasoren. Die Bamar versuchten durch Verwaltungsreformen und Modernisierung den Abstand zu den technisch weit überlegenen Briten zu verringern. Doch die schwache Wirtschaft und die kraftlose politische Position des Königs erschwerten das.

Die Zerstörung Ayutthayas (Geschichte Thailands 6)

Ayutthaya
Zerstörte Statuen in Ayutthaya

Mitte des 18. Jahrhunderts wechselten die Herrschaftsverhältnisse in Myanmar. Eine neue Dynastie errang die Macht, die zügig außerhalb der eigenen Grenzen expandieren wollte.

Wie zweihundert Jahre zuvor griff die birmanische Armee zunächst in Lan Na an. Chiang Mai wurde nach einer sieben Monate währenden Belagerung eingenommen. Um den Besatzern zu entgehen, drängte ein Teil der Bevölkerung in die Wälder und gründete Räuberbanden; es herrschten anarchistische Zustände.

Das Ziel des birmanischen Königs Hsinbyushin war die völlige Herrschaft im südostasiatischen Raum – wieder war die Idee des Chakravartin die treibende Kraft. Er wollte aus den vorigen Fehlern lernen: Ayutthaya sollte nicht Vasall, sondern völlig zerstört werden. Damit könnte das Machtverhältnis langfristig festgelegt werden.

Die Konbaung-Dynastie (Geschichte Myanmars 7)

Mitte des 18. Jahrhunderts wechselten die Herrschaftsverhältnisse in Myanmar. Die Konbaung-Dynastie errang die Macht und gründete das 3. Birmanische Reich.

König Alaùngpayà wollte das zersplitterte Mya21nmar in seine Gewalt bringen. Er nutzte 1755 eine Revolte im Mon-Gebiet, um dort militärisch einzugreifen. Die Städte hatten dem Invasoren nicht viel entgegenzusetzen. Sogar Pegu, das mit Hilfe von französischen Söldnern verteidigt wurde, fiel in die Hände des birmanischen Königs. Der Mon-Herrscher wurde gefangen genommen und an einem religiösen Feiertag vor der Shwedagon-Pagode in Yangon geköpft.

Das Land wurde zwar wieder unter einer Herrschaft vereinigt, doch das Volk selbst blieb gespalten. Viele Mon wollten sich nicht in das neue Reich eingliedern lassen und wanderten nach Ayutthaya aus.

Die Phaulkon-Affäre (Geschichte Thailands 5)

1675 erreichte der griechische Abenteurer Konstantinos Gerakis, genannt Phaulkon, der als Dolmetscher bei der East India Company angeheuert hatte, Ayutthaya. Innerhalb von kurzer Zeit gelang es Phaulkon, die Beachtung des siamesischen Königs Narai zu gewinnen und bei Hofe angestellt zu werden. Er stieg in der Hierarchie auf und wurde zum stellvertretenden Leiter des Außenhandelsministeriums. Damit wurde er Mitglied im royalen, exekutiven Rat, der zu Zeiten der häufigen Abwesenheiten des Königs, das wichtigste Machtzentrum war.

Phaulkon stand in Kontakt mit den Jesuiten. Im Jahre 1682 überzeugten ihn diese, seinem protestantischen Glauben abzuschwören und zum Katholizismus zu konvertieren.

Die Toungoo-Dynastie (Geschichte Myanmars 6)

Bayinnaung
Herrscher Bayinnaung (Foto: Wikimedia Commons, Phyo WP)

Im Jahre 1555 wurde die Wiedervereinigung Myanmars durch König Bayinnaung abgeschlossen, der aus der Toungoo-Dynastie entstammte. Doch dessen Ehrgeiz war damit nicht befriedigt. Er trachtete danach, ein Chakravartin zu werden. Dieser Begriff stammt aus altindischen, buddhistischen Quellen und bedeutet soviel wie Weltenherrscher.

Daher suchte er den Konflikt mit der zweiten großen Macht in der Region: dem Königreich Ayutthaya, das im zentralen Siam, auf dem Gebiet des heutigen Thailands lag.

16. und 17. Jahrhundert: Europäer in Siam (Geschichte Thailands 4)

Mit der Erschließung des Seeweges von Europa nach Indien im 16. Jahrhundert wurde Siam Anlaufpunkt für Europäer. Die Interessen der einzelnen abendländischen Staaten variierten stark. Portugal strebte in Asien nicht alleine nach wirtschaftlichen Gewinnen. Bereits Vasco da Gama, der Entdecker der Meerespassage nach Indien, führte auf seinen Segeln das Kreuz-Symbol.