„Hinduismus“ – ein junger Begriff für viele, alte Glaubensrichtungen

Hindutempel in Kuala Lumpur

Erst in der Kolonialzeit im 19. Jahrhundert wurde der Begriff „Hinduismus“ geprägt. Die englische East India Company, die in Bengalen tätig war, fasste unter Hinduismus die Religionen der Inder zusammen. Vielleicht bemerkten die Europäer gar nicht, dass es viele verschiedene Glaubensrichtungen im Land gab. Dazu mag beigetragen haben, dass die Anhänger der verschiedenen Sekten friedlich miteinander lebten, was zu dieser Zeit in Europa schwer vorstellbar war.

Asiatische Werte

Konfuzius
Konfuzius (Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Die Debatte um die asiatischen Werte entbrannte in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Sowjetunion war zerfallen und damit die politische Dominanz der westlichen Mächte offensichtlich. Dadurch schienen auch die Lebensweise und die Ideale von Amerikanern und Europäern gesiegt zu haben. Demokratie und Menschenrechte sollten in die Welt getragen werden. Die Clinton-Administration sah im Export der Demokratie einen von drei Grundpfeilern der amerikanischen Außenpolitik.

1993 drohten die USA den Chinesen aufgrund der Nichtbeachtung von Menschenrechten den Handelsstatus als „Most Favoured Nation“ abzuerkennen und Handelsauflagen zu erlassen. Damit war nicht nur das wirtschaftliche Wachstum in China gefährdet, sondern, durch die wechselseitigen Beziehungen, gleich der ökonomische Erfolg des gesamten asiatischen Wirtschaftsraumes.

Gedanken über Original und Fälschung

China ist im Fälscher-Gewerbe weltweit die Nummer 1. Dahinter steht eine im Vergleich zur westlichen Welt abweichende Einstellung zum Kopieren.

Im Mittelalter glichen sich die Vorstellungen von Europäern und Chinesen im Umgang mit der Kunst: Das Werk stand im Vordergrund, der Künstler war nebenrangig. Wenn ein Fälscher in der Lage war, kunstvoll ein Gemälde zu kopieren, dann galt er selbst als Meister, nicht als Schwindler.

Erst mit dem Beginn der Neuzeit änderte sich diese Einstellung in Europa. In seinem „Traktat von der Malerei“ sieht Leonardo da Vinci den besonderen Wert der Malerei, in ihrer Nichtkopierbarkeit. Das Original bleibt einzigartig. Das unterscheidet sie von der Schreibkunst mit ihren Nachdrucken und den Skulpturen mit der Möglichkeit des Abguss. Im Besonderen des Gemäldes findet sich das Genie des Malers wieder.