Die Zerstörung Ayutthayas (Geschichte Thailands 6)

Ayutthaya
Zerstörte Statuen in Ayutthaya

Mitte des 18. Jahrhunderts wechselten die Herrschaftsverhältnisse in Myanmar. Eine neue Dynastie errang die Macht, die zügig außerhalb der eigenen Grenzen expandieren wollte.

Wie zweihundert Jahre zuvor griff die birmanische Armee zunächst in Lan Na an. Chiang Mai wurde nach einer sieben Monate währenden Belagerung eingenommen. Um den Besatzern zu entgehen, drängte ein Teil der Bevölkerung in die Wälder und gründete Räuberbanden; es herrschten anarchistische Zustände.

Das Ziel des birmanischen Königs Hsinbyushin war die völlige Herrschaft im südostasiatischen Raum – wieder war die Idee des Chakravartin die treibende Kraft. Er wollte aus den vorigen Fehlern lernen: Ayutthaya sollte nicht Vasall, sondern völlig zerstört werden. Damit könnte das Machtverhältnis langfristig festgelegt werden.

Das Königreich Ayutthaya (Geschichte Thailands 3)

Ayutthaya
Im archäologischen Park von Ayutthaya.

Im Jahr 1351 wurde ungefähr 350 km südlich von Sukhothai die Stadt Ayutthaya von U Thòng gegründet. Er stammte aus einer Herrschaftsfamilie aus Lopburi und floh von dort vor einer Pockenepidemie.

Die neu gebildete Siedlung zeichnete sich durch ihre gute Lage aus. Sie lag am Zusammenfluss dreier Flüsse: Chao Praya, Lopburi und Pasak. Das Gebiet war Neuland: Bis zum 7. Jahrhundert war diese Stelle noch vom Meer überspült, das sich langsam nach Süden zurückzog. Versalzung und Malaria-Gefahr sorgten dafür, dass das neu entstandene Gebiet erst vom 11. Jahrhundert an besiedelt werden konnte.