Die Kämpfer im Muay Thai

 

Muay ThaiWerbetafel. (Foto: Stipe Simic)

Muay Thai ist eine harte Vollkontaktsportart, bei der nicht nur Angriffe mit Fäusten und Füßen durchgeführt werden, sondern auch Ellbogen und Knie zum Einsatz kommen. Es gibt reglementierte Haltegriffe – so darf zum Beispiel im Clinch aktiv gekämpft werden.

Dieser harte Sport verlangt nach einem rigorosen Training. Viele ambitionierte Kämpfer leben im Gym und trainieren zwei Mal täglich – morgens und nachmittags. Schulpflichtige besuchen zwischen den Einheiten den Unterricht, die Älteren nutzen die freie Zeit zur Regeneration.

Das Training ist vielseitig und besteht aus Ausdauer- und Krafttrainingseinheiten, Schattenboxen, Schlagtraining am Sandsack, Pratzenarbeit und Sparring.

Für Unterkunft, Kost und Training der Boxer kommt das jeweilige Gym auf. Im Gegenzug teilen sich Kämpfer und Gym-Besitzer die Preisgelder, meistens im Verhältnis 50/50. Allerdings kommt es vor, dass die Kämpfer übervorteilt werden.

Durchschnittlich treten die professionellen Thaiboxer einmal im Monat an. Jedoch werden Veranstaltungen auf Tempelfestivals oftmals nicht mitgezählt.

Literatur (mit Amazon-Affiliate-Link):

Ruerngsa, Yod; Charuad, Khun Kao; Cartmell, James: Muay Thai – The Art of Fighting (PDF)

Thaiboxing.com

 

 

Kampfsport bei den antiken olympischen Spielen

Dies ist ein alter Artikel aus dem Vorgänger-Blog!

Olympia
Olympia heute (Foto: Wikimedia Commons, Dennis Jarvis)

Sportliche Wettkämpfe hatten bei den Griechen Tradition. Bereits im Jahre -775 wurden die ersten Olympischen Spiele abgehalten. Wurden in den ersten Jahren nur Leichtathletik-Wettbewerbe abgehalten, folgten nach und nach auch Disziplinen aus der Schwerathletik. Diese lassen sich in drei Kampfsport-Varianten unterteilen: in Faustkampf, Ringkampf und Pankration (Allkampf).

Die Spiele hatten einen ernsten Nutzen. Laufen, Schiefen, Werfen, Wagenrennen, Faustkampf – alle diese Übungen nutzen auch im Krieg. So verwundert es nicht, dass im Zeitalter der Stadtstaaten der Sport eine besonders hohe Bedeutung hatte. Durch die Imperiumbildung von Alexander den Großen, die auf Söldnerheeren basierte, wurde der Nutzen der sportlichen Wettkämpfe für den Krieg verringert. Mit der römischen Besatzung erfolgte schließlich der Niedergang der Olympischen Spiele.

Die erste olympische Kampfsport-Art war das Ringen. In der Antike wurde das Starterfeld nicht wie heute nach Gewichtsklassen unterteilt, sondern nur nach zwei oder drei Altersstufen.

Bei den großen Wettbewerben scheint das Ringen ein reiner Standkampf gewesen zu sein. Ziel war es, den Gegner niederzuwerfen. Welche Regeln dabei befolgt werden mussten, ist umstritten. Die Bandbreite der Meinungen ist breit und reichen von der Annahme, dass die Schultern zum Punkten den Boden berühren mussten, bis hin zur Idee, das eine Knieberührung auf dem Boden ausreichend war. War es schon für antike Autoren teilweise schwer, Ringkampf und Pankration zu unterscheiden, ist das für heutige Forscher noch eine viel verwickeltere Aufgabe.

Der Ringkampf war eine vergleichsweise sanfte Angelegenheit. Der Gegner musste nicht zur Aufgabe gezwungen werden, sondern es reichten drei Niederwürfe um den Sieg zu erringen. Schmerzhafte Schläge, Würgegriffe und das Verdrehen der Gelenke waren verboten.

Das Fehlen der Gewichtsklassen hatte beim Ringen extreme Auswirkungen. Hier erhöhte ein hohes Körpergewicht die Siegchancen signifikant. Die Schattenseite davon war nicht nur ein Verlangsamen der Kämpfe, sondern auch eine ungesunde Lebensweise der Athleten.

Beim Ringkampf zwischen dem schweren Milo und dem technisch guten Timasitheos konnte kein Sieger ermittelt werden. Milo konnte den flinken Gegner nicht greifen und der wiederum war nicht stark genug, um einen Niederwurf zu erreichen.

Beim Faustkampf hatten auch leichtere Kämpfer Siegeschancen. Sie  kämpften, wie die heutigen Boxer, mit einem Handschutz. Die Riemen, die um die Hände gewickelt wurden, sollten nicht den Kopf des Gegners, sondern die eigenen Fäuste schützen. In den späteren Jahren wurden die Umwicklungen kantiger und sorgten für gefährlichere Schläge.

Es gab wahrscheinlich weder einen Boxring noch eine zeitliche Beschränkung des Kampfes. Es gab keine Punktsiege, sondern der Gegner musste augeknockt oder zur Aufgabe gezwungen werden.

Im Allkampf (gr. Pankration) wurden Faustkampf, Ringen und Bodenkampf vereint. Doch im Gegensatz zu den Faustkämpfern nutzen sie keine Schlagriemen. Dadurch unterschied sich ihr Kampfstil grundlegend von dem der Spezialisten. Zum Ringen gab es eine größere Nähe, was durch einige Doppel-Olympiasieger in diesen beiden Disziplinen bestätigt wird.

Der Sieg erfolgte durch Kampfunfähigkeit oder Aufgabe des Gegners. Es gab kaum Regeln, mit Ausnahme des Verbotes von Beißen und den Griff in die Augen.

Ein interessantes Detail betrifft die Teilnahme der Spartaner bei den Kampfsportarten. Sie traten ausschließlich im Ringen an. Doch war es wahrscheinlich nicht die Härte der anderen beiden Disziplinen, die sie abschreckte, sondern die Arten zu verlieren. Gerade dem Aufgeben haftet Schmach an.

 

Quelle: Rudolph, Werner: Olympischer Kampfsport in der Antike. Berlin, 1965.

 

Gladiatorenkämpfe im Kolosseum

Dies ist ein alter Artikel aus dem Vorgänger-Blog!

Kolosseum

Das Kolosseum ist eines der berühmtesten Bauwerke der römischen Antike. Das Amphitheater wurde in der Kaiserzeit unter Flavius im 1. Jahrhundert nach Christus gebaut.

Der Ort ist blutgetränkt. Auf der 86 x 54 m großen Ellipse könnten verteilt über drei Jahrhunderte hochgerechnet 300.000 Menschen ihr Leben gelassen haben.

Die Kämpfe endeten nicht grundsätzlich tödlich. Auswertungen aus dem 1. Jahrhundert zeigen eine Überlebenschance von 9:1, den Kampfplatz lebend zu verlassen. Der Verlierer verlor nur in einem von vier Fällen sein Leben. Allerdings galt diese Epoche als eher human. Kaiser Augustus hatte gerade die Kämpfe sine missione (ohne Wiederkehr) abgeschafft. Die Brutalität erreichte erst im 3. und 4. Jahrhundert den Höhepunkt und ging einher mit gesellschaftlichen Härten im Justizwesen und im militärischen Bereich.

Der Ursprung der Gladiatorenkämpfe liegt in den Totenfeiern. Ab dem 3. Jahrhundert vor Christus ließen reiche Römer Kämpfer beim Leichenfest gegeneinander antreten. Die Veranstaltungen blieben lange Zeit privat finanziert. Erst mit dem Tod Caesars setzte die staatliche Ausrichtung ein.

Kolosseum

Die typische Elipsenform des Kampfplatzes bildete sich durch die Form der Marktplätze und Foren aus. Diese Plätze waren zumeist rechteckig angelegt. Doch in einem Rechteck sind die Sichtbedingungen nicht optimal und so wurden die Bänke leicht rundlich angeordnet.

Die Ausrüstung der Gladiatoren war genau festgelegt. Die Forschung legt nahe, dass es vor allem 11 Gladiatorengattungen gab: murmillo, thraex, hoplomachus, secutor, retiarius, scissor, eques, pontarius, provocator, gladiatrix, essedarius. Die Namen richteten sich nach der Waffengattung oder einem Volksstamm.

Diese Gladiatorentypen traten in 11 ebenfalls festgelegten Paarungen gegeneinander an: 5 davon in gleich bewaffneten und 6 in verschieden ausgerüsteten Paaren. Die bekannteste Paarung ist wahrscheinlich die des Netzkämpfers (retiarius) gegen den secutor.

Kolosseum

Massenkämpfe, wie in manchem Film, gab es eher selten. Die Kämpfer waren bei diesen Veranstaltungen i.d.R. keine gut ausgebildeten Gladiatoren.

Quelle: Markus Junkelmann – Das Spiel mit dem Tod