Die Konbaung-Dynastie (Geschichte Myanmars 7)

Mitte des 18. Jahrhunderts wechselten die Herrschaftsverhältnisse in Myanmar. Die Konbaung-Dynastie errang die Macht und gründete das 3. Birmanische Reich.

König Alaùngpayà wollte das zersplitterte Mya21nmar in seine Gewalt bringen. Er nutzte 1755 eine Revolte im Mon-Gebiet, um dort militärisch einzugreifen. Die Städte hatten dem Invasoren nicht viel entgegenzusetzen. Sogar Pegu, das mit Hilfe von französischen Söldnern verteidigt wurde, fiel in die Hände des birmanischen Königs. Der Mon-Herrscher wurde gefangen genommen und an einem religiösen Feiertag vor der Shwedagon-Pagode in Yangon geköpft.

Das Land wurde zwar wieder unter einer Herrschaft vereinigt, doch das Volk selbst blieb gespalten. Viele Mon wollten sich nicht in das neue Reich eingliedern lassen und wanderten nach Ayutthaya aus.

Wie zweihundert Jahre zuvor endete der Eroberungsdrang der birmanischen Herrscher nicht an den Grenzen Myanmars. Ihr Blick richtete sich wieder auf den östlichen Nachbarn, auf Siam. Insgesamt sollten Alaùngpayà und seine Söhne Hsinbyushin und Naungdawgi mehrere Jahrzehnte Krieg gegen die Thai-Staaten führen.

Nach altem Muster griff die birmanische Armee im nordthailändischen Lan Na an. Die Hauptstadt Chiang Mai wurde nach einer sieben Monate währenden Belagerung eingenommen.

Das Ziel der Bamar war die völlige Herrschaft im südostasiatischen Raum. Sie wollten aus den vorigen Fehlern lernen: daher sollte Ayutthaya nicht als Vasall angegliedert werden; dieses Mal sollte die Stadt völlig zerstört werden. Nur so ließe sich der große Konkurrent langfristig auszuschalten.

Im Jahre 1767 wurde Ayutthaya nach langem Kampf eingenommen. Viele der 30.000 Einwohner wurden nach Myanmar verschleppt. Die Geschichte des ruhmvollen, siamesischen Königreiches endete abrupt.

Die Feldherren der Bamar schafften es trotz der Zerstörung nicht, die neu eroberten Ländereien zu beherrschen. In kurzer Zeit bildete sich ein neues Reich mit einer schlagkräftigen Armee auf thailändischem Gebiet.

Die Siamesen profitierten von dem birmanisch-chinesischen Konflikt von 1765 bis 1789. Hsinbyushin musste seine Aufmerksamkeit auf den Norden Myanmars legen. Das labile politische Gefüge war dort durcheinander gekommen und mehrere Schlachten gegen Truppen aus Yunnan mussten durchstanden werden.

Literatur:

Grabowsky Volker: Kleine Geschichte Thailands . München, 2010.

Topich, William J.; Leitlich, Keith A.: The History of Myanmar. Santa Barbara, 2013.

Geschichte Myanmars, Teil 6: Die Toungoo-Dynastie
Geschichte Myanmars, Teil 8: Myanmar als englische Kolonie

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