Der böse Stier – das Logo der Demokratischen Partei des Kampfes Indonesiens

Die stärkste Partei bei den diesjährigen Parlamentswahlen war die Partai Demokrasi Indonesia Perjuangan (PDI-P), die man mit “Demokratische Partei des Kampfes Indonesiens” übersetzen könnte.

Neben dem martialischen Namen fällt vor allem das ungewöhnliche Logo auf, das von einem wütend dreinblickenden Stier mit roten Augen dominiert wird. Verglichen mit den nüchternen Parteilogos der deutschen Parteien ist das natürlich außergewöhnlich. Dahinter verbirgt sich ein Teil der Geschichte des modernen indonesischen Staates.

Die Vorgängerpartei Partai Demokrasi Indonesia hatte noch einen weitaus freundlicher wirkenden Stier als Erkennungszeichen. Doch in der Partei kam es zu Streitigkeiten. Die älteste Tochter des ersten Staatspräsidenten Sukarno, Megawati Sukarnoputri, wurde 1993 zur Vorsitzenden der Partei gewählt. Allerdings hatte die amtierende Regierung des ehemaligen Generals Suharto einen anderen Favoriten, ignorierte die Abstimmung und versuchte weiter den eigenen Kandidaten durchzusetzen. Kurzerhand ließen sie erneut abstimmen, ohne Sukarnoputri einzuladen. Der Gewinner der Wahl war der ehemalige Vorsitzende Suryadi. Dieses Vorgehen wurde von der Gegenseite nicht akzeptiert und es kam zu Aufständen. Die Partei spaltete sich in zwei Fraktionen.

Nach dem Sturz Suhartos gründete Megawati 1999 die PDI-P, die sich kämpferisch gab, wie am neuen Logo zu sehen, und schnell zur stärksten Kraft im Lande wurde. Von 2001 bis 2004 wurde die Sukarno-Tochter zur ersten weiblichen Präsidentin des Landes gewählt.

 

 

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