Umgang mit dem Rohingya-Konflikt in Myanmar

In den letzten Wochen konnte ich feststellen, dass vermehrt mein Artikel über “Ethnien in Myanmar” angeklickt wurde. Das hängt wahrscheinlich mit der Berichterstattung über den Konflikt im Rakhine-Staat zusammen und ist ein schönes Zeichen, dass auch im deutschsprachigen Raum die Menschenrechte in Südostasien ein Thema werden.

Ich hatte mir schon einige Paper zum Thema heraus gesucht, um selbst ein Artikel zu verfassen, doch habe ich davon Abstand genommen, da ich das Geschehen nur schlecht bewerten kann. Allerdings habe ich heute einen Artikel in der Online-Ausgabe der Süddeutschen gelesen, den ich empfehlen möchte, da er ein vielschichtiges Bild vom Rohingya-Konflikt liefert:

Naga – von Indien nach Südostasien

Naga vor dem Wat Phnom
Naga vor dem Wat Phnom in Phnom Penh

Das Wort Naga stammt aus der altindischen Sprache Sanskrit und bedeutet Schlange. Die indische Mythologie kennt die verschiedensten Schlangenwesen, die zusammen mit dem Hinduismus und Buddhismus den Weg nach Südostasien fanden. Ihre Darstellung variiert. Sie treten mal als normale Schlange, als mehrköpfige Kobra, als Drachen oder teils menschlich auf. 

In Indien werden Naga als Naturgeister wahrgenommen, als Bewahrer von Quellen, Flüssen, Seen und Brunnen. Sie können auch als Wächter von Schätzen auftreten. Sie bringen Regen und Fruchtbarkeit, aber auch negative Ereignisse wie Fluten und Dürren. Grundsätzlich werden Naga positive Eigenschaften wie Neugier zugeschrieben. Gegen Menschen wenden sich sich erst dann, wenn sie misshandelt werden oder der Mensch die Umwelt schädigt.

Der Lauf des Mekong

Mekong
Mekong in der Provinz Nong Khai (Thailand)

Der Mekong ist mit seinen ungefähr 4500 km Länge der wichtigste Fluss in Südostasien und gehört – je nach Zählart – zu den zehn längsten Flüssen der Erde. Er entspringt in einem schwer zugänglichen Gebiet im Hochland von Tibet und durchfließt Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und mündet schließlich in Vietnam in das Südchinesische Meer.

Die Hälfte der Länge des Mekong befinden sich auf chinesischem Gebiet. Dort wird der Fluss “Mutter des Wassers” genannt. Liegt die Quelle noch auf eisiger Höhe in ca. 5200 m, so fällt er nach und nach in seinem Verlauf in China auf 500 m ü.N.N. ab.

Terrorismus in Südostasien

Denkmal zu den Bali-Anschlägen
Denkmal zu den Bali-Anschlägen 2002, das an die 202 Toten erinnert (Foto: Wikimedia Commons, Ken Eckert)

Über Terrorismus zu diskutieren ist schwer, da keine Übereinkunft besteht, was Terrorismus denn nun genau ist. In Europa bemerken wir das Problem, wenn darüber gestritten wird, ob ein Anschlag nun ein terroristischer Akt oder ein Amoklauf war. In anderen Teilen der Welt wird es noch unübersichtlicher. Ob jemand ein Terrorist oder ein Freiheitskämpfer ist, ist oft nur eine Frage der Perspektive. Die UN bemühte sich vergeblich, eine allseits akzeptierte Definition aufzustellen und eine Forschungsgruppe fand 109 unterschiedliche Definitionen des Terrorismus.

Die fünf Länder des Theravada-Buddhismus

Buddha-Figuren in Laos

Der Theravada-Buddhismus ist die älteste noch existierende Strömung des Buddhismus. In den fünf Ländern Sri Lanka, Thailand, Myanmar (Birma), Kambodscha und Laos wird er hauptsächlich praktiziert. Der Überlieferung nach machten diese Länder über Missionare des indischen Kaisers Ashoka, der im 3. Jahrhundert vor der Zeitenwende lebte, Bekanntschaft mit dem Buddhismus.

Die Theravada-Schule kam über die Kleinstaaten der Mon und Pyu nach Südostasien. Über den Austausch mit Sri Lanka festigte sich die Glaubensrichtung und setzte sich in ganz Birma durch. Die benachbarten Thais nahmen die Konfession ebenfalls an und brachten sie, nachdem sie Angkor den Rang abgelaufen hatten, in den östlichen Teil Südostasien. Ab dem 14. Jahrhundert kann man den Einfluss des Theravada-Buddhismus in Kambodscha erkennen.

Armut in Myanmar

Myanmar gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Seit 1987 wird es von der UN unter dem LDC-Status („Least Developed Countries“, dt. „am wenigsten entwickelte Länder“) geführt. In den nachfolgenden Jahren wurde die Lage nicht einfacher – die regelmäßigen Menschenrechtsverletzungen führten zu einer internationalen Isolation. 1989 verhängten die westlichen Staaten Wirtschaftssanktionen. Die Regierung in Yangon war daraufhin auf wenige Handelspartner, wie China und Nordkorea, beschränkt. Erst mit der Öffnung in den letzten Jahren verbesserte sich die Situation: nicht nur die Sanktionen wurden aufgehoben, auch Schuldenerlass wurde gewährt.

Religion in Myanmar

Mönch
Mönch mit Handy an der Shwezigon-Pagode in Nyaung-U (Foto: O. Aldirmaz)

In der frühen Periode Myanmars herrschte der Animismus vor (von lat. „anima“ – „Seele“, „Geist“, „Atem“). Unter diesem Sammelbegriff fallen Glaubenssysteme, die Geister oder „beseelte Dinge“ in den Mittelpunkt stellen. Viele animistische Religionen verfügen über drei unterschiedliche Arten von Geistern: Geister des Ahnen, Geister eines Ortes und Geister einer Naturerscheinung. Alle drei Formen finden sich auch in Myanmar.

Die Mon, als früheste Hochkultur des Landes, kam schon im 3. Jahrhundert v. u. Z. mit dem Theravada-Buddhismus in Kontakt. Diese Linie des Buddhismus ist besonders traditionell und sieht jeden Menschen selbst in der Eigenverantwortung, die Erlösung zu suchen und zu finden.

Der Zyklon Nargis verwüstet Myanmar

Am 2.5.2008 wurde Myanmar vom Zyklon Nargis heimgesucht. Der tropische Wirbelsturm war – soweit bekannt – der größte, der jemals das Land traf. Die gesamte Südküste nahm Schaden, vor allem das Flussdelta.

Es entstanden vier Meter hohe Wellen, die bis zu 30 km weit in das Landesinnere vordrangen. Die Wassermassen zerstörten ganze Dörfer. 144.000 Menschen ertranken und 2,4 Millionen verloren ihr Hab und Gut. Die Landwirte konnten ihre Tiere nicht schützen: 80% der Rinder, 70% der Schweine und 50% des Geflügel starben durch die Fluten.

Der autoritäre Staat (Geschichte Myanmars 11)

U Nu und U Thant
Abb. 15: U Nu und U Thant, ca. 1955. (Foto: Wikimedia Commons)

Der Militärputsch war der Auftakt zu einer unerbittlichen Diktatur, die das Land in Armut und Isolation führte.

Ne Win schaffte die demokratischen Einrichtungen ab. Das Mehrparteien-System wurde aufgehoben und das Parlament aufgelöst. Entscheidungen wurden von nun an in einem zwölfköpfigen Revolutionsrat getroffen, an dessen Spitze Ne Win stand.

Die Regierung erklärte „den Birmanischen Weg zum Sozialismus“ einschlagen zu wollen. Doch de facto war es eine reine Militärherrschaft. Das Führungspersonal in politischen, sozialen und ökonomischen Institutionen wurde ausgetauscht. Ein großer Verlust an Kenntnissen und Erfahrung war die Folge.

Das unabhängige Myanmar (Geschichte Myanmars 10)

Aung San
Aung San (Foto: Wikimedia Commons)

Im neuen Staatsgefüge nahm Aung San die erste Position ein. Er war zwar ein Mann des Militärs, doch innenpolitisch suchte er einen gemäßigten, friedvollen Weg. Die verschiedenen Völker und Religionen sollten das neue Myanmar gemeinsam aufbauen. Schon in Kriegszeiten setzte er ein Zeichen, als er als Buddhist die Christin Daw Khin Kyi heiratete. Mit ihr hatte er drei Kinder: zwei Söhne und eine Tochter, die spätere Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi.